25/08/2026
Okay – und wie machen wir es stattdessen?
Der Hund bleibt erstmal im Auto - dass er dort entspannt warten kann, ist eine mega sinnvolle Übung. ☝️
Du kommst an, parkst, steigst aus und kannst ganz in Ruhe die anderen Menschen begrüßen, ein bisschen quatschen oder noch deine Sachen zusammensuchen.
Dein Hund muss daran überhaupt nicht teilnehmen.
Wenn es dann losgeht, holst du ihn aus dem Auto.
Aber auch jetzt beginnt nicht sofort „Training“.
Im Gegenteil.
Jetzt bekommt dein Hund erstmal Zeit zum Ankommen.
Ein bisschen Abstand zu den anderen Teams.
Ein paar Meter laufen.
Schnüffeln.
Die Umgebung wahrnehmen.
Vielleicht erstmal gucken, wer überhaupt alles da ist.
Und vor allem: Bewegung.
Denn dein Hund muss seine Aufregung nicht im Stehen an kurzer Leine irgendwie aushalten, sondern bekommt die Möglichkeit, damit umzugehen und sein Erregungslevel wieder herunterzufahren.
Und genau deshalb müssen auch nicht alle Hunde gleichzeitig aus den Autos geholt und auf einen Haufen gestellt werden.
Einer kommt raus, bekommt Raum und bewegt sich.
Der nächste kommt dazu.
Und dann kann man gemeinsam losgehen – mit genügend Abstand und ohne erstmal fünf Minuten lang gespannte Flitzebögen nebeneinanderzustellen. 😉
Und noch etwas verändert sich:
Dein Hund lernt nicht mehr:
Autotür geht auf = PARTY! – und anschließend Frust.
Sondern:
Autotür geht auf = erstmal ankommen, orientieren und in Ruhe losgehen.
Und genau diese Erwartung möchte ich haben.
Denn Training beginnt nicht erst dann, wenn ich als Trainerin sage:
„So, jetzt fangen wir an.“
Training beginnt viel früher.
Und manchmal macht genau das, was in diesen ersten zwei, drei Minuten passiert, einen riesigen Unterschied für die komplette Trainingsstunde.
Und übrigens: Das Ganze gilt nicht nur für die Hundeschule.
Auch wenn du alleine mit deinem Hund zum Gassigehen irgendwo hinfährst: Du musst nicht ankommen, die Autotür aufreißen und sofort den Hund rausladen.
Steig erstmal selbst aus. Schau dich kurz um. Guck vielleicht einmal um die Ecke.
Kommt da gerade jemand mit Hund ? 😉 Dann lass ihn doch einfach erstmal in Ruhe passieren.
Meist reden wir hier über eine oder zwei Minuten.
Ich stand schon mit sechs Hunden an einer stark befahrenen 70er-Zone und wollte die Straße überqueren. Ein Auto hielt direkt vor uns, die Türen gingen auf, Hund raus – und dann ging es unmittelbar an uns vorbei.
Warum?
Diese Situation hätte man mit einer Minute Warten komplett vermeiden können.
Erst gucken. Dann Hund raus.
Denn mit etwas Rücksicht bringt man so weder andere Menschen - deren Hunde vielleicht keine anderen mögen, die aber nun so schnell nicht da weg kommen - noch den eigenen Hund in den Konflikt dieser Situation.
Manchmal ist gutes Hundetraining tatsächlich so unspektakulär und weit entfernt von Sitz, Platz und Bei Fuß