10/06/2026
TierarztPraxis Wilhelmshaven informiert - Eichenprozessionsspinner?
Verwechslungsgefahr: oder ?
Weiße Gespinste in Bäumen sorgen derzeit für Verunsicherung. Häufig handelt es sich dabei jedoch um harmlose Gespinstmotten – nicht um Eichenprozessionsspinner.
Hier erfahren Sie, wie Sie die beiden Arten unterscheiden und was im Verdachtsfall zu tun ist.
Aktuell erreichen uns vermehrt Hinweise auf vermeintliche Eichenprozessionsspinner in Bäumen und Sträuchern. Bei vielen dieser Meldungen handelt es sich jedoch nicht um den Eichenprozessionsspinner, sondern um Gespinstmotten.
Die Raupen der Gespinstmotten bilden auffällige, weiße Gespinste, die einzelne Zweige, Sträucher oder teilweise auch ganze Gehölze überziehen können. Der Anblick wirkt oft ungewöhnlich oder sogar besorgniserregend. Für Menschen und Haustiere sind Gespinstmotten jedoch in der Regel ungefährlich.
- > Gespinstmotten: auffällig, aber meist harmlos (siehe Bild)
Gespinstmotten gehören zu den Schmetterlingen. Ihre Raupen leben häufig in Gruppen und spinnen feine, weiße Gespinste, in denen sie fressen und geschützt sind. Dabei können Blätter stark angefressen werden. Auch wenn betroffene Gehölze dadurch zeitweise kahl oder stark geschädigt aussehen, erholen sie sich in vielen Fällen wieder und treiben erneut aus.
Typische Merkmale von Gespinstmotten sind:
• auffällige, weiße Gespinste an Zweigen, Sträuchern oder Bäumen
• helle bis gelbliche Raupen mit dunklen Punkten
• kaum Behaarung
• keine gefährlichen Brennhaare
• für Menschen und Haustiere in der Regel ungefährlich
Eine Bekämpfung ist meist nicht erforderlich. Die Natur reguliert den Befall häufig selbst, zum Beispiel durch Vögel und andere natürliche Gegenspieler.
Anders verhält es sich beim Eichenprozessionsspinner. Seine Raupen kommen vor allem an Eichen vor und besitzen feine Brennhaare. Diese Brennhaare können bei Kontakt gesundheitliche Beschwerden auslösen, zum Beispiel Hautreizungen, starken Juckreiz, Augenreizungen oder Atembeschwerden.
Typische Merkmale des Eichenprozessionsspinners sind:
• Vorkommen vor allem an Eichen (extrem selten an anderen Bäumen wie Hainbuchen)
• stark behaarte Raupen
• Raupen laufen häufig in langen Reihen, also „prozessionsartig“
• Nester befinden sich meist am Stamm oder in Astgabeln
• Brennhaare können gesundheitliche Reaktionen auslösen
• Nester und Raupen sollten nicht berührt werden
Was tun bei Unsicherheit?
Bitte berühren Sie Raupen, Nester oder Gespinste nicht, wenn Sie unsicher sind. Halten Sie Abstand und achten Sie besonders darauf, dass Kinder und Haustiere nicht mit den Raupen oder Gespinsten in Kontakt kommen.
Wenn Sie einen möglichen Befall mit Eichenprozessionsspinnern entdecken, melden Sie der zuständigen Behörde (Hinweise auf befallene Bäume nimmt z.B. der Landkreis Friesland unter der Telefonnummer 04461-919-5050 oder per E-Mail an [email protected] entgegen) bitte die genaue Fundstelle.
Hilfreich sind dabei:
• möglichst genaue Ortsangabe
• Foto des Baumes, der Raupen oder des Gespinstes
• Hinweis, ob es sich um eine Eiche handelt
• Angabe, ob sich die Stelle in der Nähe von Wegen, Spielplätzen, öffentlichen Flächen oder Wohnbereichen befindet
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