12/06/2026
Ein Beitrag, der nicht pferdebezogen ist...und doch damit zu tun hat!
Ich war 2 Wochen in Sardinien mit meiner Familie. Es war der erste Urlaub seit Langem, bei dem wir nur an einem Ort geblieben sind. Sonst haben wir alle 3-4 Tage den Campingplatz gewechselt, um möglichst viel zu sehen. Die letzten Jahre hat sich schon abgezeichnet, dass wir eigentlich alle ganz andere Bedürfnisse haben und wir einfach mal zur Ruhe kommen dürfen. Dass weniger mehr ist, konnte ich dabei ganz intensiv erfahren und das ist auch das, was ich aus dieser Auszeit mitnehme und versuche, in meinen Alltag zu integrieren...
Dadurch, dass ich nicht mehr funktionieren musste (was ich dachte, die ganze Zeit tun zu müssen), fing ich an, mich wieder viel besser zu spüren. Es haben Dinge wieder Raum bekommen, die im Alltag untergegangen sind: Ruhe, Langsamkeit, Verbundenheit, Genuß, Einfachheit, lange schlafen, Zeit für mich alleine. Dabei hat es geholfen, die ganze Zeit draussen zu sein, im Zelt zu schlafen, dabei das Meer rauschen zu hören, den Sonnenaufgang zu genießen, die grandiose Natur mit allen Sinnen zu spüren und sich damit verbunden zu fühlen. Mein Nervensystem konnte sich endlich einmal wieder tief entspannen. Auch habe ich es sehr genossen, einmal die Verantwortung für mein Pferd abzugeben! So sehr ich es liebe. Auch hier hat der Abstand gut getan.
Wieder zuhause habe ich mich beobachtet, wie die Impulse des Funktionierens wie "das mache ich gleich noch, dann ist es erledigt" , "ich muss noch schnell", usw. wieder hochkamen. Und ich habe mich bewusst dagegen entschieden, wenn meine Bedürfnisse mir eigentlich gerade etwas anderes sagen.
Weil ich gemerkt habe, wie destruktiv dieses Funktionieren ist. Dass wir für Multitasking nicht gemacht sind, dass ein aktivierter Sympathikus nur gesund ist, wenn auch der Parasympathikus ausreichend Raum bekommt.
Aus diesem Mindset trete ich auch wieder neu an mein Pferd heran. Und wir dürfen gemeinsam mit unserem Pferd unsere Nervensysteme regulieren!
Lasst uns unsere Pferde sprechen und seid achtsam mit ihren Bedürfnissen. Dann fühlen auch sie sich gesehen.
Denn sie können nicht frei entscheiden, was wir mit ihnen tun.