27/09/2026
DEUTSCHER WALD — TIERSPUREN
Spurenführer zur Bestimmung von Trittsiegeln im Gelände
DACHS — breites Trittsiegel mit fünf Zehen und langen, kräftigen Krallenabdrücken weit vor den Zehenballen, 5 bis 7 cm lang — Sohlengänger, die Grabkrallen der Vorderpfoten hinterlassen die tiefsten Eindrücke.
WILDSCHWEIN — großer Schalenabdruck mit zwei Hauptschalen und seitlich sichtbaren Afterklauen (Geäfter), 7 bis 9 cm breit — das vierteilige Trittbild ist unverwechselbar und deutlich breiter als beim Reh.
WASCHBÄR — Trittsiegel mit fünf langen, gespreizten Zehen, erinnert an eine kleine Kinderhand — Sohlengänger, Hinterfuß länglicher als der kompakte Vorderfuß. In Deutschland stark zunehmend.
REH — zierlicher, fast herzförmiger Schalenabdruck mit zwei schmalen, spitzen Schalen, 4 bis 5 cm lang — das kleinste Schalenwild-Trittsiegel in unseren Wäldern. Afterklauen nur auf weichem Boden oder bei Flucht sichtbar.
FELDHASE — Vorderpfote klein und rundlich (etwa 3 cm), Hinterpfote auffallend lang und schmal (bis 6 cm) — im typischen Hoppelsprung stehen die großen Hinterabdrücke vor den kleinen Vorderabdrücken.
ROTFUCHS — ovales Trittsiegel mit vier eng stehenden Zehen und feinen Krallenabdrücken, etwa 5 cm lang und 4 cm breit — schmaler als ein gleich großer Hundeabdruck. Praxistipp: Zwischen den Ballen lässt sich ein Kreuz legen, ohne die Ballen zu berühren (Kreuztest).
WILDKATZE — rundes Trittsiegel mit vier Zehen ohne Krallenabdrücke (einziehbare Krallen), Hauptballen breit — etwas größer als Hauskatze, aber kürzere Schrittlänge. In Mittelgebirgslagen wie Eifel, Harz und Pfälzerwald heimisch.
STEINMARDER — kompaktes Trittsiegel mit fünf Zehen und Krallenmarken, 3 bis 4 cm breit — die fünf Zehen unterscheiden ihn sofort von Fuchs (vier Zehen) und Katze (vier Zehen). Im Sprung typisches Zweierpaar nebeneinander.
BIBER — Vorderfuß klein mit kräftigen Grabkrallen, Hinterfuß auffallend groß (bis 15 cm) mit Schwimmhäuten zwischen den fünf Zehen — immer direkt am Gewässer, oft zusammen mit Nagespuren an Bäumen.
Die Krallenmarke ist das zuverlässigste Merkmal, um Katzen- von Hundespuren im Gelände zu unterscheiden. Wildkatze und Luchs ziehen ihre Krallen beim Laufen ein — Fuchs, Marderhund und Wolf nicht. Bei Mardern (fünf Zehen) und Dachsen (fünf Zehen mit langen Krallen) sind die Krallen ebenfalls sichtbar, aber die Zehenzahl verrät sofort die Familie.