05/02/2026
Warum wir Angst vor Fehlern haben
Etwas was mir nach 17 Jahren Mensch-Hund Team Training immer regelmäßig begegnet, ist die Scheu vieler Menschen davor Fehler im Hundetraining zu machen.
"Ich muss den Termin um eine Woche verschieben, ich konnte nicht üben."
Dieser Mensch will Leistung abliefern und fühlt Scham/Schuld, wenn er es nicht kann.
Es ist dieses Gefühl nicht zu genügen, wenn man bestimmten Erwartungen nicht gerecht werden kann. Das können die eigenen oder die Dritter sein.
"Ich kann das nicht"
Hier spricht die Angst vor Konsequenzen. Diese Menschen haben gelernt, egal wie sehr sie sich anstrengen, es wird nicht gewürdigt, gesehen oder wertgeschätzt, sondern nur das gewünschte Ergebnis zählt. Um andere nicht zu enttäuschen und wieder als Versager da zu stehen, versucht derjenige es erst gar nicht. Um sich und anderen die Enttäuschung zu ersparen.
"Ich bin so dumm".
Häufig haben diese Menschen erfahren, dass sie beim Fehlern beschuldigt und klein gemacht wurden.
Beschimpfungen, Vorwürfe, Beleidigungen waren ganz normal. Diese Wahrheit haben sie verinnerlicht und sie bestimmt auch heutzutage ihr Denken über sich selbst.
Das sind die häufigsten Reaktionen die ich im Training erlebt habe. Es gibt natürlich noch einige mehr.
Woher kommen sie ?
Dein Umfeld prägt deine Persönlichkeit und deine Meinung über dich selbst.
Das gilt jederzeit, aber vor allem in der Prägephase ( ja auch Menschen haben das) bis zu dem siebten Lebensjahr.
Was hast du als Kind erfahren, wenn du in den Augen deiner Eltern / Lehrer etc. einen Fehler begangen hast ?
Verständnis? Wohlwollen? Anerkennung deiner Bemühungen? Unterstützung bei Behebung?
Oder war es eher
Ablehnung? Ärger? Enttäuschung? Schuld? Kritik?
Welches Gefühl kommt in dir hoch, wenn du einen Fehler gemacht hast?
Angst? Scham/Schuld, Enttäuschung?
Und wo fühlst du es?
In der Brust? Im Hals? Im Bauch?
Ich habe als Kind Kritik, Ärger und Enttäuschung für Fehler bekommen und ich weiß meine Muter hat es immer in der besten Absicht gemeint.
Nur ist gut gemeint nicht immer gleichbedeutend mit gut gemacht.
Und so wurde ich ein kleiner Perfektionist, denn wenn ich leiste hat man mich gern. Dann bin ich was wert.
Wenn ich Fehler mache eher weniger, dann muss ich mich bessern.
Und so war ich gefühlt nie genug.
Zum Glück hat das Leben mich ziemlich oft auf die Fresse gelegt und ich durfte alte Konditionierungen und Muster hinterfragen. Ich hatte ein neues Umfeld, welches mich unterstützt statt kritisiert hat. Ich durfte unvollkommen sein und wurde genau deshalb geschätzt. Denn was zählte war Authentizität und Ehrlichkeit und keine Perfektion.
Ich lernte mich selber anzunehmen und zu lieben, nicht nur wenn es mir gut ging und ich erfolgreich war, sondern gerade dann, als ich am Boden lag und nicht wusste wie ich jemals wieder aufstehen sollte.
Stärke gewinnt man nicht in der Bequemlichkeit.
Sondern indem man sich Emotionen stellt, vor denen man jahrelang geflüchtet ist.
Und ja das fühlt sich beschissen an. Als ob man stirbt.
Wenn du bis hierhin gelesen hast, danke ich dir für deine Zeit, denn ich weiß die ist heute wertvoller denn je.
Wenn du mehr darüber erfahren wie meine Hunde mir geholfen haben, meine eigenen Themen anzugehen, folge mir gerne.