24/08/2026
Ein Gedanke, der mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf geht…
Der Satz einer Kundin von gestern lässt mich irgendwie nicht mehr los: „Katha, du bist die erste Hundetrainerin mit Hirn…“
Im ersten Moment musste ich darüber schmunzeln. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, warum dieser Satz bei mir so hängen bleibt.
Wann haben wir im Hundetraining eigentlich angefangen, uns fast ausschließlich nur noch den Hund anzusehen – und dabei das andere Ende der Leine immer mehr aus den Augen zu verlieren?
Es ist erschreckend, welche Schauergeschichten man immer wieder von Hundehaltern hört. Was ihnen von Hundetrainern gesagt oder vermittelt wurde.
Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass jede Geschichte immer aus der eigenen Sicht erzählt wird und mir ist auch bewusst, das man eigentlich immer beide Seiten hören sollte.
Aber trotzdem frage ich mich:
➡️ Wann haben wir angefangen, uns von Empathie zu entfernen und hin zum Befehlshaber zu gehen?
➡️ Wann haben wir angefangen, Hunde und ihre Halter nicht mehr dort abzuholen, wo sie gerade stehen, sondern sie dorthin zu schieben, wo wir sie gerne hätten?
So wie jeder Hund, ist es auch jeder Mensch am anderen Ende der Leine ganz individuell.
Jeder hat seine eigene Lernkurve. Seine eigene Art, Dinge aufzunehmen, zu verstehen und umzusetzen.
Und wenn wir einmal nicht an unser "Ziel" kommen – ist dann wirklich immer der Halter schuld?
Fehlt ihm das Verständnis? Setzt er es nicht richtig um? Ist er nicht konsequent genug?...
Oder dürfen auch wir Trainer uns mal Gedanken darüber machen, ob unsere Art der Kommunikation vielleicht einfach nicht die richtige oder optimale war?
Vielleicht müssen wir manchmal nicht noch mehr erklären - vielleicht müssen wir einfach erstmal zuhören!
Und dann versuchen zu verstehen.
Zuhören ist der erste Schritt. Verstehen der zweite. Und genau da beginnt für mich ein gutes Training. ❤️