16/06/2026
Viele Mensch-Hund-Teams, die zu mir kommen, haben bereits einen langen Weg hinter sich. So war es auch bei Gismo und seinen Menschen aus Niedersachsen, die ich im Rahmen der Intensiv-Tage begleiten durfte.
Mehrere Hundeschulen, unterschiedliche Trainingsansätze, viele Empfehlungen – und trotzdem wurde es immer schwieriger: Gismo war nur nocj gestresst und frustriert, reagierte auf Grenzen mit Aggression und es gab mehrfache Beißvorfälle.
Eine Situation, die seine Menschen zunehmend verunsicherte und sie vor die Frage stellte, ob sie ihm überhaupt noch gerecht werden können. Trotzdem brachten sie etwas mit, das für Veränderung entscheidend ist: die Bereitschaft, hinzuschauen und neue Wege zu gehen. 💪🏼
Deshalb widmeten wir uns einer Frage, die bislang unbeantwortet geblieben war:
✨ Was sind die Ursachen für Gismos Verhalten?
In der Anamnese wurde schnell deutlich, dass die Wurzeln tiefer liegen als das sichtbare Verhalten: schwierige Bedingungen in der frühen Entwicklung, gesundheitliche Herausforderungen und wenig emotionale Stabilität in einer prägenden Lebensphase. Ein Hund, der früh lernen musste, wachsam zu sein und selbst für Sicherheit zu sorgen.
Deshalb lag unser Fokus nicht auf Symptombekämpfung, sondern auf Sicherheit, Regulation und Beziehung:
➡️ Wie können Gismos Menschen ihm vermitteln, dass er sich nicht ständig um alles kümmern muss?
➡️ Wie können wir Selbstvertrauen, Orientierung und positive Erfahrungen fördern?
➡️ Und wie können seine Menschen ruhig und klar Verantwortung übernehmen, sodass Gismo Aufgaben abgeben darf?
Das Spannende war: Je mehr Sicherheit entstand, desto sichtbarer wurde Gismos eigentliche Unsicherheit.
👉🏼 Das klingt vielleicht zunächst nach einem Rückschritt. Für mich ist es ein gutes Zeichen… Denn hinter dem Verhalten steckt oft ein Hund, der sich nicht wirklich sicher fühlt. Wenn diese Strategien nicht mehr gebraucht werden, wird sichtbar, was lange darunter verborgen lag.
✨ Verhalten ist für mich nie die ganze Geschichte. Hinter Verhalten liegen Erfahrungen, Reaktionen des Nervensystems, Bedürfnisse und Beziehungsdynamiken. Genau dort beginnt meine Arbeit mit Mensch-Hund-Teams. ✨