08/09/2026
DIE LANDUNG
Nach acht Stunden – gefühlt 27 – beginnt die Maschine mit dem Sinkflug.
Die Patienten sind versorgt.
Das Labor schweigt.
Der OP ist sauber.
Der Tupfer ist gefunden.
Smokie schläft.
Mia und Emily haben Dinge gelernt, die in keinem Lehrbuch stehen.
Natalie und Betti haben ungefähr 47 Telefonate überlebt.
Judith und Simone stehen noch.
Das allein gilt heute als medizinischer Erfolg.
Sandra kommt aus dem Stall zurück.
Sie schaut in die Runde.
Sandra:
„Na? Alles gut?“
Alle fünf gleichzeitig:
„NEIN!“
Sandra nickt.
Sandra:
„Gut.“
🔔 LETZTE DURCHSAGE
Judith:
„Verehrte Fahrgäste, wir bedanken uns, dass Sie heute mit Pühringer Airlines geflogen sind.
Wir hoffen, Sie waren mit unserem Service zufrieden.
Falls nicht, wenden Sie sich bitte an unsere Rezeption.
Natalie oder Betti werden Ihnen gerne erklären, warum Sie trotzdem wiederkommen müssen.
Unser Bordhund Smokie verabschiedet sich ebenfalls von Ihnen.
Er hat inzwischen sämtliche Sicherheitsvorschriften gefressen.
Unsere Auszubildenden Mia und Emily bedanken sich für Ihr Vertrauen und möchten Sie darauf hinweisen, dass sie mittlerweile wissen, wie man einen Hund fängt, einen Tupfer sucht und einen Patienten festhält, der ganz anderer Meinung ist.
Unsere Stewardessen Judith und Simone stehen Ihnen auch beim nächsten Flug wieder zur Verfügung.
Unsere Pilotin Sandra Pühringer befindet sich vermutlich bereits wieder am Stall.
Und wir möchten Sie daran erinnern:
Bei Pühringer Airlines gilt seit jeher die wichtigste Regel:
Kein Flug ist zu chaotisch.
Kein Patient zu kompliziert.
Kein Besitzer zu überzeugt von Google.
Und kein Arbeitstag so schlimm, dass man ihn nicht am nächsten Morgen wiederholen könnte.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt außerhalb unserer Praxis.
Bitte nehmen Sie beim Verlassen des Flugzeugs Ihre Tiere, Ihre Leinen, Ihre Medikamente und – falls vorhanden – Ihre guten Nerven mit.
Diese wurden während des Fluges leider nicht immer ordnungsgemäß behandelt.
Pühringer Airlines –
wir bringen Sie durch.
Irgendwie.
Und meistens lebt am Ende auch noch der Tupfer.�