01/10/2026
𝐈𝐧 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐫 𝐒𝐚𝐜𝐡𝐞:
𝐇𝐚𝐮𝐩𝐭𝐚𝐦𝐭𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫 𝐄𝐢𝐧𝐬𝐚𝐭𝐳𝐝𝐢𝐞𝐧𝐬𝐭 𝐞𝐧𝐝𝐞𝐭 𝐳𝐮𝐦 𝟑𝟏.𝟏𝟐.𝟐𝟎𝟐𝟔
Seit Januar 2015 sind wir rund um das Heilbronner Unterland sowie in den Räumen Ludwigsburg und Böblingen für Tiere in Notlagen im Einsatz. Mit der Einführung unseres hauptamtlichen Einsatzdienstes im Jahr 2022 kam etwas Entscheidendes hinzu: eine garantierte Erreichbarkeit für Hilfesuchende, Behörden, Ämter, die Polizei und die Feuerwehr - rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, auch an Wochenenden und Feiertagen.
Diese Garantie können wir ab dem kommenden Jahr nicht mehr geben. Zum 31.12.2026 stellen wir unseren hauptamtlichen Einsatzdienst ein. Die bestehenden Kooperationsverträge mit den Kommunen haben wir in dieser Woche fristgerecht gekündigt.
Dieser Schritt fällt uns sehr schwer. Die verlässliche Einsatzbereitschaft war in den vergangenen Jahren der Kern unserer Arbeit, und wir wissen, welche Lücke ihr Wegfall hinterlässt. Wir haben lange nach anderen Wegen gesucht und andere Möglichkeiten sorgfältig geprüft. Unter den gegebenen Bedingungen gibt es für uns jedoch akutell keine andere Lösung.
Wichtig: Die Tierrettung Unterland e.V. bleibt bestehen! Ab dem 01.01.2027 arbeiten wir jedoch wieder rein ehrenamtlich. Wir helfen weiterhin, wo wir können, eine garantierte Verfügbarkeit wie bisher wird es aber nicht mehr geben können.
Warum dieser Schritt?
Mit den Kooperationsverträgen haben wir eine Lücke geschlossen und die Kommunen bei Aufgaben unterstützt, für die sie gesetzlich zuständig sind – insbesondere bei der Abhandlung von Fundtieren und der Rettung und Versorgung von Haus-, Groß- und Wildtieren in Notlagen. Der Betrieb eines qualifizierten Tierrettungsdienstes ist allerdings mit erheblichen Kosten verbunden: für Ausbildung, spezialisierte Ausrüstung, Einsatzmittel und eine ständige Bereitschaft. Unser 2022 eingeführtes Kooperationsmodell sollte diese Kosten auf möglichst viele Kommunen verteilen. Bewusst mit Blick auf die angespannten Haushaltslagen wäre so für jede einzelne Gemeinde nur ein geringer, am tatsächlichen Einsatzaufkommen orientierter Beitrag entstanden. Von 136 Kommunen in unserem Einsatzgebiet haben sich innerhalb von vier Jahren jedoch nur 30 angeschlossen. Die finanzielle Last der ständigen Einsatzbereitschaft tragen damit wenige Kommunen, während die täglichen Meldungen zeigen, dass der Bedarf im gesamten Einsatzgebiet besteht.
Gleichzeitig sind die Ausgaben für Personal, Fahrzeuge und Betrieb in den vergangenen Jahren – wie in allen Bereichen – erheblich gestiegen, unter anderem durch höhere Kraftstoffpreise und die verbindlichen Anhebungen des Mindestlohns. Um diesen Dienst überhaupt stellen zu können, musste unsere hauptamtliche Stelle mit dem Mindestlohn auskommen, was für eine verantwortungsvolle Tätigkeit mit Fach- und Sachkunde und ständiger Einsatzbereitschaft keine dauerhafte Lösung ist. Hinzu kommt, dass sich eine verlässliche Bereitschaft rund um die Uhr mit einer einzigen Vollzeitstelle schon wegen gesetzlicher Ruhezeiten, Urlaub und Krankheit nicht durchgehend abdecken lässt – und selbst diese eine Stelle ist unter den heutigen Bedingungen leider nicht mehr finanzierbar. Unsere ehrenamtlichen Kräfte leisten großartige Arbeit, eine lückenlose Bereitschaft können sie allein jedoch nicht sicherstellen.
Was ändert sich ab dem 01.01.2027?
Unsere öffentliche Telefonnummer 07132 - 85 99 719 steht dann nur noch privaten Tierhalterinnen und Tierhaltern für Hilfe mit ihren eigenen Tieren zur Verfügung – ohne Garantie einer sofortigen Verfügbarkeit.
Wer ein Fundtier, ein hilfsbedürftiges Wildtier oder ein anderes Tier in einer Notlage entdeckt, wendet sich bitte an:
– die entsprechenden Tierschutzvereine bzw. Tierheime oder entsprechende Wildtieraufnahmestellen
– die Ortspolizeibehörde bzw. das Ordnungsamt oder die Verwaltung der zuständigen Kommune
– bei akuter Gefahr für Mensch oder Tier an die Feuerwehr unter dem Euronotruf 112
– an die Polizei unter 110, insbesondere bei Tieren auf oder an der Fahrbahn
Diese Stellen können uns bei Bedarf weiterhin über einen getrennten Alarmierungsweg hinzuziehen. Wir unterstützen dann im Rahmen unserer verfügbaren ehrenamtlichen Möglichkeiten mit Fachberatung und Einsatzunterstützung vor Ort, die generelle Zuständigkeit verbleibt jedoch bei den Städten und Gemeinden.
Wir danken allen Kommunen, die uns über die Jahre unterstützt haben für die gute Zusammenarbeit, bis zum 31.12.2026 sind wir wie gewohnt rund um die Uhr für euch und die Tiere da.
Wer uns im Ehrenamt verstärken möchte, ist herzlich willkommen. Meldet euch gerne bei uns.
𝗕𝗶𝘁𝘁𝗲 𝘁𝗲𝗶𝗹𝘁 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗻 𝗕𝗲𝗶𝘁𝗿𝗮𝗴, 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁 𝗺ö𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵𝘀𝘁 𝘃𝗶𝗲𝗹𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 ü𝗯𝗲𝗿 𝗱𝗶𝗲 Ä𝗻𝗱𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗮𝗯 𝗱𝗲𝗺 𝗻𝗲𝘂𝗲𝗻 𝗝𝗮𝗵𝗿 𝗶𝗻𝗳𝗼𝗿𝗺𝗶𝗲𝗿𝘁 𝘀𝗶𝗻𝗱.
Euer Team der Tierrettung Unterland e.V.