DOGchillity - Coaching für Menschen mit Junghund

DOGchillity - Coaching für Menschen mit Junghund Eri Rohde
Alltag mit Junghund

04/08/2026

Solche kleinen Alltagssituationen gehen oft völlig unter.

Dabei steckt darin ganz viel Lernen.

Nicht jede offene Tür bedeutet automatisch: „Ich darf mit.“

So erlebt der Hund immer wieder ganz selbstverständlich kleine, kurze Trennungen im Alltag. Genau dadurch wird das Nicht-dabei-sein immer normaler und verliert seine große Bedeutung – eine wichtige Grundlage z.B. für späteres Alleinebleiben.

Ich glaube, je mehr wir lernen, diese kleinen Momente im Alltag bewusst wahrzunehmen und zu nutzen, desto weniger braucht es später künstlich aufgebaute Trainingssituationen.

Das Leben mit Hund schenkt uns jeden Tag unzählige kleine Trainingsmomente – wir müssen sie nur erkennen.

03/08/2026

Ich finde es unglaublich wichtig, den Hundekörper von Anfang an regelmäßig zu untersuchen - den Hund im jungen Alter daran zu gewöhnen:
Pfoten, Ohren, Bauchraum, Rute und Augen.

Warum?
- der Hund lernt, Berührungen auszuhalten, ohne sofort auszuweichen oder sich zu entziehen
- das fördert Impulskontrolle – nicht jede Reaktion muss sofort ausgelebt werden
- der Hund entwickelt Frustrationstoleranz – auch unangenehme Momente dürfen ruhig durchgestanden werden
- Tierarztbesuche werden deutlich entspannter – für Mensch, Hund und Tierarzt
- Veränderungen am HundeKörper werden so frühzeitig erkannt
- Pflege (Krallen, Ohren, Fell) wird selbstverständlich statt stressig

Zusätzlich kann es sehr wertvoll sein, den Hund auch mal von hundeerfahrenen Menschen untersuchen zu lassen.
So entsteht Generalisierung – und genau das macht später Dinge wie z.B. Zecken ziehen deutlich entspannter - selbstverständlicher, stressfreier.

Wichtig ist mir dabei immer:
Der Mensch handelt bewusst und selbstverständlich – aber nicht herrisch.

Wohlwollen steht im Vordergrund.

Denn am Ende machen wir das nicht „gegen“ unseren Hund, sondern für ihn:

Damit er sich besser regulieren kann,
und wir im Fall der Fälle Unstimmigkeiten frühzeitig erkennen.

Wie entspannt lässt sich dein Hund untersuchen?

02/08/2026

Die besten Impulskontrollübungen finden für mich nicht in expliziten Übungen statt (auch wenn ich solche Übungen tatsächlich gerne nutze und auch anbiete), sondern im ganz normalen Alltag.

An der Haustür kurz warten. Nicht sofort aus dem Auto springen. Dem Futternapf nicht entgegenstürmen. Beim Anleinen einen Moment innehalten - einfach mal akzeptieren, dass man gerade nicht dran ist.

So lernt mein Hund ganz natürlich im Alltag, sich zurückzunehmen und seine Impulse zu kontrollieren.

Für mich entsteht genau so eine stabile Basis und eine gesunde Mensch-Hund-Beziehung. Nicht durch möglichst viele Übungen, sondern durch viele kleine Situationen, die uns der Alltag ohnehin schenkt.

31/07/2026

Geöffnete Haustür bedeutet nicht automatisch Freigang.

Für mich ist das ganz klar ein Sicherheitsfaktor. Ich möchte nicht, dass mein Hund einfach rausgeht, nur weil die Tür offensteht. Egal, ob ich ruhig hinausgehe oder ob plötzlich Dynamik entsteht und ich vielleicht sogar aus der Tür renne.

Genau deshalb baue ich das von Anfang an so auf, dass es dafür kein extra Kommando braucht. Der Hund soll ganz selbstverständlich lernen: Die offene Haustür ist noch keine Einladung, nach draußen zu gehen.

Gerade wenn ein Hund frisch einzieht und man vieles noch ganz neu aufbauen kann, finde ich es sinnvoll, vorher zu überlegen, was man später im Alltag eigentlich möchte. Ich möchte zum Beispiel die Haustür öffnen können, ohne jedes Mal erst ein Signal geben zu müssen. Und wenn eines der Kinder die Tür öffnet oder sie vielleicht sogar einen Moment offenstehen lässt, soll Coco trotzdem wissen, dass sie nicht einfach hinausläuft.

Wie ich das mit ihr aufgebaut habe, siehst du in diesem Video. Da war sie gerade einmal zehn Wochen alt.

Natürlich hängt das Vorgehen immer vom Hund, seinem Alter und seinem bisherigen Lernstand ab. Aber die eigentliche Frage bleibt für mich dieselbe: Möchte ich in jeder Situation mit einem Signal arbeiten oder möchte ich, dass bestimmte Grenzen für meinen Hund ganz selbstverständlich gelten, bis eine Freigabe erfolgt?

Das hier ist mein Weg mit Coco. Dein Weg darf anders aussehen und sollte immer zu dir und deinem Hund passen.

24/06/2026

Hundebegegnungen gehören zu den häufigsten Alltagsthemen. Deshalb empfehle ich meinen Kunden immer wieder, sich dabei filmen zu lassen. (Nicht selbst filmen – eure Aufmerksamkeit sollte in diesem Moment ganz eurem Hund gehören.)

Beim späteren Anschauen entdeckt man oft Dinge, die einem während der Begegnung gar nicht aufgefallen sind.

Hier zeigt Coco mir zum Beispiel ganz deutlich, was sie braucht: Sie setzt ihre Nase ein, schaut immer wieder zu mir und geht kurz vor dem Passieren des anderen Hundes selbstständig auf Abstand.

Genau diese kleinen Signale helfen mir, beim nächsten Mal noch besser auf sie einzugehen. Den Blick zu mir kann ich mit einem ruhigen „Weiter“ beantworten und ihre Nase kann ich mit einem kleinen Suchspiel unterstützen.

Am wichtigsten finde ich aber ihren Wunsch nach Abstand.

Und ganz ehrlich: Wir brechen uns keinen Zacken aus der Krone, wenn wir unseren Hunden diesen kleinen Bogen gönnen.

Gerade junge Hunde müssen Selbstregulation und Gelassenheit erst lernen. Da darf man ihnen die Situation auch etwas leichter machen.

Nach der Begegnung durfte mein Hund übrigens oft noch an der Leberwursttube schlecken/den Fremdhund quasi schön füttern. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Heute – mit fast einem Jahr – brauchen wir diese Unterstützung kaum noch.

Für mich zeigt dieses Video vor allem eines: Wenn wir anfangen, unseren Hund wirklich zu beobachten, sagt er uns oft längst, was er gerade braucht.

‚Kenne deinen Hund’ bleibt für mich das wertvollste Motto!

12/06/2026

Die wenigsten Hunde finden das von Anfang an angenehm – und das ist völlig normal.

Gerade junge Hunde versuchen aus dieser ungewohnten, manchmal auch unangenehmen Situation zu entkommen.

Die entscheidende Frage ist nicht ob sie es mögen,
sondern: Wie soll mein Hund Krallenpflege langfristig verknüpfen?

Ich arbeite hier mit Beharrlichkeit, belohne aber erst nach erledigter Arbeit.

Nach dem Krallenschneiden folgt bei uns immer etwas Ruhiges, Angenehmes:
✔️ Pfotenmassage
✔️ Entspannung
✔️ und zum Schluss etwas richtig Schmackhaftes, z. B. ein Kausnack

So lernt der Hund:
Krallenpflege ist vielleicht nicht seine Lieblingsbeschäftigung – aber sie endet gut.

Auf diese Weise hatte ich bisher entspannte Hunde bei der Krallenpflege, auch wenn nicht jeder davon begeistert war.

❓ Krallenpflege bei deinem Hund – Stress pur
oder eher Geduldsengel?
Schreib’s gern in die Kommentare

11/06/2026

Zoomies – diese kleinen wilden Momente 🌀🐕

Plötzlich dreht der (vor allem junger) Hund wilde Kreise, flankt durch den Garten oder schießt wie von der Tarantel gestochen los. Zack – Zoomies.

Diese „fünf Minuten“, auch Flitzattacken oder fachlich FRAPs (Frenetic Random Activity Periods) genannt, sind kurze, explosive Energieschübe. Sie wirken oft komplett unkontrolliert, dauern aber meist nur wenige Minuten.

👉 Wichtig zu wissen:
Zoomies sind kein Fehlverhalten, sondern ein Ausdruck von Erregung oder aufgestauter Energie oder Überforderung oder einfach nur Freude.

Genau deshalb ist es bei jungen Hunden so wichtig, einen sicheren Ort für leinenlose Momente zu wählen.

Einen Raum, einen Garten oder einen Spaziergangsrahmen, in dem sie sich in solchen Momenten mal bewegen dürfen, ohne dass es gefährlich wird – für sich selbst oder andere.

Ansonsten lasse ich in solchen Momenten lange Leine, so locker wie möglich🤗

Zoomies gehören zur Entwicklung dazu. Manchmal darf man mit eigener Ruhe (stehen bleiben) beruhigen und manchmal sich einfach anstecken lassen und mitfiebern. Und vor allem nicht zu überanalysieren😉

Und jetzt du:
👉 Freust du dich über Zoomies – oder bist du eher genervt? 😄

PS: Du kannst übrigens diese Energieüberschüsse in unpassenden Momenten auch leiten, indem du z.B. knifflige Denkaufgaben mit dem Hund löst oder auf Futterbeutelsuche schickst.

10/06/2026

Vielleicht vorab eine kleine Erklärung:

Furcht bedeutet, der Hund reagiert auf etwas Konkretes unsicher. Ein bestimmter Gegenstand, eine Situation.

In unserem Fall:
👉 ein Gitter auf dem Fußweg.

Wenn ich solche Momente bei Coco sehe, nutze ich sie ganz bewusst als Lernfeld für uns beide.

Ich weiche nicht sofort aus. Sondern wir gehen gemeinsam durch diese Situation.

Was passiert dabei?

Ich führe sie immer wieder in die Situation hinein und wieder heraus.
👉 Annäherung – Abstand – Annäherung

So kann sie Schritt für Schritt erleben: Es ist okay. Ich schaffe das.

Ich unterstütze sie dabei auch mit Futter, mache ihr den Moment „schmackhaft“ und bleibe dabei an ihrer Seite.

Warum ich das so mache?
👉 Weil genau dadurch Selbstvertrauen entsteht
👉 Weil gemeinsame Herausforderungen zusammenschweißen
👉 Und weil gilt: Was man kennt, davor fürchtet man sich weniger

Für mich bedeutet das:
Nicht jedes Ausweichen hilft dem Hund.
Manchmal hilft es mehr, gemeinsam hindurchzugehen.



Wichtig ist mir aber auch der Hinweis:
Das funktioniert vor allem bei Furcht vor konkreten Dingen gut.
Wenn ein Hund ein grundsätzliches Angstthema hat,
braucht es ein deutlich feineres Vorgehen – und oft auch fachliche Begleitung.



Wie gehst du damit um, wenn dein Hund Unsicherheit zeigt? Rein in die Situation oder lieber schnell raus?

08/06/2026

In diesem Video zeige ich meinen persönlichen Weg für das wahren der menschlichen Individualdistanz:

Ich stupse Coco (hier 5 Monate alt) an und im gleichen Moment verändere ich meine Spannung – Nicht nur im Körper, sondern auch im Blick.

Ich friere quasi ein - mit möglichst wenig Bewegung. Nur mein Blick verfolgt Coco. Der Oberkörper bewegt sich minimal nach vorne. Ich halte diese Körperspannung so lange aufrecht, bis Coco sich zurücknimmt. Erst dann löse ich die Spannung auf – und lobe ruhig.

📌 Bitte seht das als Inspiration – nicht als allgemeingültigen Trainingsansatz.
Denn jeder Hund ist individuell. Und jeder Mensch auch.

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Stuttgart

Telefon

+4915735472717

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