22/10/2026
Hallo ihr Lieben ❤️
Manchmal gibt es Dinge im Hundetraining, die mich nicht mehr loslassen. Dinge, über die ich nachdenke, die mir im Herzen wehtun und bei denen ich mich frage: Wie konnte es eigentlich so weit kommen?
Unsere Hovawart-Hündin ist ein unglaublich toller Hund. Und trotzdem kommt sie immer wieder an ihre Grenzen. Nicht, weil sie nicht will. Sondern weil sie offenbar nie wirklich lernen durfte, was es bedeutet, zur Ruhe zu kommen.🥺
Als Welpe und Junghund stand sie immer im Mittelpunkt. Sie wurde bespaßt, angeregt, getriggert und gemacht. Natürlich alles gut gemeint. Man wollte ihr etwas bieten, sie fördern und ihr etwas Gutes tun.
Aber genau da liegt manchmal das Problem: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
Denn was sie dabei offenbar nicht lernen durfte, war eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt: einfach mal nichts zu tun. Zu entspannen. Reize auszuhalten. Sich zurückzunehmen. Einfach Hund sein zu dürfen, ohne dass ständig etwas passiert.
Und heute? Wenn der Stress steigt, fällt es ihr unglaublich schwer, selbst einfache Regeln im häuslichen Alltag einzuhalten. Nicht, weil sie ein schlechter Hund ist. Sondern weil ihr wichtige Grundlagen fehlen, auf die sie in solchen Momenten zurückgreifen könnte.
Natürlich spielt auch ihre Genetik eine Rolle. Sie bringt ihre eigenen Voraussetzungen mit, die bestimmte Verhaltensweisen begünstigen können. Aber wir müssen auch ehrlich hinschauen, welchen Anteil unsere Entscheidungen, unser Umgang und unsere Erwartungen daran haben.
Und genau das tut mir so weh. ❤️🩹
Denn dieser Hund hätte so viel mehr Ruhe, Orientierung und Sicherheit verdient gehabt. Nicht noch mehr Action, nicht noch mehr Beschäftigung und nicht ständig den nächsten Reiz. Sondern Menschen, die erkennen, wann weniger tatsächlich mehr ist.
Ein Hund muss nicht ständig gefördert werden. Er muss auch lernen dürfen, mit sich selbst und der Welt zurechtzukommen.
Ruhe ist keine Selbstverständlichkeit. Entspannung entsteht nicht einfach dadurch, dass ein Hund irgendwann müde genug ist. Und Grenzen sind keine Gemeinheit, sondern können gerade für sensible, schnell erregbare Hunde unglaublich wichtig sein.
Vielleicht sollten wir uns alle öfter fragen: Fördern wir unseren Hund gerade wirklich? Oder überfordern wir ihn, weil wir glauben, ihm damit etwas Gutes zu tun?
Manchmal ist das größte Geschenk, das wir einem Hund machen können, nicht das nächste Abenteuer.
Sondern die Möglichkeit, endlich zur Ruhe zu kommen. 🐾❤️