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29/05/2026

Ein wird für schneller zur tödlichen Falle, als viele denken.

👉 Schon bei 20 °C Außentemperatur kann sich ein Auto innerhalb von 30 Minuten auf bis zu 36 °C aufheizen, nach 60 Minuten bereits auf 46°C. Für Hunde ist das lebensgefährlich: Sie können ihre Körpertemperatur kaum regulieren und sind der Hitze schutzlos ausgeliefert.

⚠️ Ein Spalt im Fenster, Schatten oder „Ich bin gleich zurück“ reichen NICHT aus.

Wenn ihr einen Hund in einem heißen Auto entdeckt, könnt ihr folgendes tun:
📢 Besitzer:innen suchen: Lasst z. B. in Supermärkten, Cafés oder Geschäften ausrufen, wem das Auto gehört.
👀 Dabeibleiben: Beobachtet den Hund und lasst ihn nicht allein.
🔎 Genau hinschauen: Starkes Hecheln, Taumeln, Apathie oder Panik sind Warnzeichen für einen Hitzschlag.
🚓 Polizei informieren: Sind die Halter:innen nicht schnell auffindbar, ruft die Polizei. Sie ist verpflichtet, den Hund aus der lebensbedrohlichen Situation zu befreien.

🆘 Erste‑Hilfe‑Maßnahmen, wenn ein Hund aus dem heißen Auto gerettet wurde:
Bringt ihn sofort in den Schatten und kühlt seinen Körper vorsichtig mit handwarmem oder leicht kühlem Wasser. Wichtig: Auch wenn sich der Zustand scheinbar bessert, muss der Hund umgehend tierärztlich versorgt werden. Ein Hitzschaden kann sich verzögert zeigen.

Bitte schaut nicht weg.

❤️🍀
18/05/2026

❤️🍀

Preisfrage: Warum liegen diese beiden schlafenden Hunde auf den Füßen ihres Halters?

Ich wette, 80% der Leute entdecken hier wieder mal den dominanten Hund.

Glauben Sie wirklich, dass es in der Natur eines Hundes liegt, seinen Menschen dominieren zu wollen?
Glauben Sie wirklich, dass Hunde sich vor 15.000 Jahren dem Menschen angeschlossen haben, um einen lebenslangen Kampf um die Vorherrschaft zu starten, und um Macht über uns Menschen auszuüben?

Warum sind Hunde dann so beliebte Haustiere, wenn man 24/7 vor ihnen auf der Hut sein muss?
Wäre es nicht äußerst riskant, sich solch eine Bestie ins Haus zu holen, ähnlich gefährlich wie ein wildes Raubtier?
Was wäre die Folge davon? Dass der die Dominanz erworbene Hund dann über seinen Menschen (heißt es nicht "der beste Freund des Menschen" oder ist er doch der ärgste Rivale des Menschen?)) herrscht? Und dann? Ist er dann der Rudelführer? Was macht denn so ein Rudelführer? Kämpft er rund um die Uhr gegen sein Rudel? Wozu? Warum hat er dann ein Rudel um sich herum?
Fragen über Fragen. Kontroversen über Kontroversen.

Ich darf es Ihnen erklären:

Zum Thema Rudel: Wölfe sind Rudeltiere. Da sind wir uns alle im Klaren. Aber selbst dieser Begriff ist nicht korrekt, denn sie sind Familientiere, bestehend aus Mama Wolf, Papa Wolf (beide monogam) mit ihren Welpen der ersten und zweiten Generation, wobei die älteren mit der Pubertät das Elternhaus verlassen (wie bei uns Menschen).
Hunde hingegen sind keine Rudeltiere. Die Mama zieht die Welpen alleine auf, und ab da ist jeder sich selbst der Nächste. Hunde sind hochsoziale Lebewesen (im Vergleich zu uns Menschen), vermeiden Streß und Konflikte, bilden gerne individuelle Freundschaften, aber keine Rudel. Kann man ganz wunderbar an Straßenhunden beobachten, die alleine durch die Straßen ziehen, sich aber an Futterstellen wie Müllhalden oder bei fütternden Touristen treffen. Jeder ist auch da sich selbst er nächste. Keiner dient dem anderen. (Lesen Sie doch bitte dazu das Buch "Pizzahunde" vom Wolfsforscher Günher Bloch, ein sehr aufschlußreiches Experiment.)

Hunde haben aber durch die Domestizierung (und sie haben sich als einzige Haustiere selber domestiziert) beschlossen, dass Menschen in ihrem Leben wichtiger sind als Kollegen, und wenn ein Hund die Wahl zwischen einem Leben mit einem Menschen und dem Leben mit einem Kollegen hat, wird er sich für den Menschen entscheiden.

Da sie keine Rudel bilden, kennen sie auch keine Rangordnung und keine Hierarchien, im Vergleich zu uns Menschen. Genau wie beispielsweise Katzen. Sprich: Kein Hund will über seinen geliebten Menschen herrschen. Unsere Hunde lieben uns, sind tottraurig, wenn wir außer Sichtweite sind, begrüßen uns jeden Morgen wie einen totgelaubten Verwandten aufs Neue, drehen durch vor Freude, wenn wir nach der Arbeit nach Hause kommen. Kurz: Sie lieben uns mehr als wir jemals im Stande wären, irgendjemanden auch nur annähernd zu lieben.

Dominanz? Nein, natürlich nicht. Was diese hundemüden Hunde auf den Fotos machen nennt sich Kontaktliegen. Sie legen sich auf die Füße ihres Menschen, um ihm ganz nah zu sein, um ihn auch im Schlafe zu spüren und seinen Schutz zu genießen. Am liebesten würden sie in ihn hineinkriechen. Sie sind abhängig von uns, unserer Liebe, unserer Fürsoge und unserem Schutz.

So einfach ist das. Geben sie dies doch einfach Ihren treuen vierbeiningen Freunden zurück anstatt 10 - 15 Jahre gegen sie zu kämpfen. Es ist so einfach und tut so gut.

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01/05/2026

Warum Maulkörbe kein Drama sind – sondern manchmal einfach gesunder Menschenverstand

Ach ja, der Maulkorb. Dieses angeblich furchtbare Ding, das Hunde „traumatisiert“, sie „arm aussehen lässt“ und natürlich nur von völlig unfähigen Haltern benutzt wird. Zumindest, wenn man manchen Diskussionen glaubt.

Und dann steht da ein unsicherer Hund. Und ein Kind. Laut, schnell, neugierig. Eine Kombination, die erfahrungsgemäß ungefähr so entspannt ist wie ein Feuerwerk im Hühnerstall.

Aber klar – der Maulkorb ist das Problem.

Unsichere Hunde: Wie unhöflich von ihnen

Ein unsicherer Hund macht leider oft nicht das, was wir uns wünschen. Er setzt sich nicht brav hin und denkt:
„Ach, ein kreischendes Kind, das direkt auf mich zurennt und mir ins Gesicht fasst – wie schön.“

Stattdessen zeigt er Stress:
- Er weicht aus
- Er schaut weg
- Er leckt sich über die Schnauze
- Er friert kurz ein

Alles ziemlich höfliche Arten zu sagen: „Bitte lass mich in Ruhe.“

Blöd nur, dass genau diese Signale von Kindern (und erstaunlich vielen Erwachsenen) zuverlässig ignoriert werden. Und wenn der Hund dann irgendwann deutlicher wird, ist die Empörung groß.

Kinder: kleine Chaoten mit guten Absichten

Kinder meinen es selten böse. Aber sie sind… sagen wir: kreativ in ihrer Grenzüberschreitung.

Beliebte Klassiker:
- Umarmen („Ich hab dich sooo lieb!“ – der Hund eher so: „Bitte nicht…“)
- Ins Gesicht fassen
- Auf den Hund drauflegen
- Hinterherlaufen, wenn er weggeht
- Oder, mein persönlicher Favorit: einfach mal hochheben

Weil natürlich jeder Hund es großartig findet, plötzlich den Boden unter den Füßen zu verlieren. Wer tut das nicht?

Für viele Hunde ist das kein Spaß, sondern Stress. Und Stress führt – Überraschung – nicht zu besseren Entscheidungen.

Eskalationsstufen eines Hundes (aka: „Ich hab’s wirklich versucht“)

1. Ich gehe weg
2. Ich beschwichtige
3. Ich knurre
4. Ich schnappe

Das Problem? Wir Menschen greifen oft erst bei Punkt 4 ein. Vorher war ja „nichts“.

Altersstufen: Wann Kinder ungefähr verstehen, dass Hunde keine Stofftiere sind

0–3 Jahre:
Impulskontrolle? Nein.
Empathie? Im Aufbau.
Feinmotorik? Abenteuerlich.
Fazit: Hund und Kind bitte nur mit aktivem, wachem Erwachsenen dazwischen. Immer.

3–6 Jahre:
Regeln werden verstanden… theoretisch.
Praktisch werden sie in aufregenden Momenten zuverlässig vergessen.
„Nicht am Schwanz ziehen“ ist halt schwer einzuhalten, wenn der Schwanz gerade so interessant wedelt.

6–10 Jahre:
Es wird besser. Wirklich.
Mit Anleitung können Kinder lernen, Hunde zu lesen und respektvoll zu sein.
Allein lassen? Kommt auf Kind und Hund an – pauschal eher nein.

Ab 10 Jahren:
Jetzt wird es langsam vernünftig.
Impulse sind kontrollierbarer, Verständnis ist da.
Aber auch hier gilt: Hund bleibt Hund, kein Roboter mit Kindersicherung.

Und jetzt kommt der Maulkorb – der eigentliche „Bösewicht“

Der Maulkorb macht etwas ganz Unverschämtes:
Er verhindert, dass Fehler sofort Konsequenzen haben.

- Der Hund kann nicht beißen
- Das Kind wird nicht verletzt
- Die Situation bleibt kontrollierbar

Und plötzlich können alle entspannter sein. Verrückt, oder?

Ein gut trainierter Maulkorb:
- tut dem Hund nicht weh
- erlaubt Hecheln und Trinken
- ist für viele Hunde einfach… neutral

Aber klar – lieber hoffen wir, dass einfach „nichts passiert“.

Verantwortung: Spoiler – sie liegt nicht beim Hund

Weder der Hund noch das Kind tragen hier die Hauptverantwortung.

Der Hund reagiert instinktiv.
Das Kind handelt impulsiv.

Der Erwachsene? Sollte eigentlich denken können.

Das bedeutet:
- Situationen einschätzen
- Grenzen setzen
- Hund lesen
- Kind anleiten
- und ja – auch mal vorsorgen

Zum Beispiel mit einem Maulkorb.

Fazit: Drama raus, Verstand rein

Ein Maulkorb ist kein Zeichen von Versagen.
Er ist ein Zeichen dafür, dass jemand kurz nachgedacht hat.

Er schützt:
- das Kind vor Verletzungen
- den Hund vor Konsequenzen
- und alle Beteiligten vor unnötigem Stress

Aber klar – wir können natürlich auch weiterhin überrascht sein, wenn ein unsicherer Hund auf ein übermotiviertes Kind reagiert.

Kommt ja völlig unerwartet.

In diesem Sinne, schönen Abend und gute Nacht 💤

29/04/2026

‼️Wie dumm kann man sein, mit Schreckreizen zu trainieren?‼️

❌Wasserspritzflasche.
❌Rappeldose.
❌Wurfschelle.

Ernsthaft jetzt?

Du nimmst ein Lebewesen, das sowieso schon versucht, diese Welt irgendwie zu verstehen und deine Idee ist: Ich erschrecke es einfach, dann hört es schon auf.

Glückwunsch. Wirklich. Das ist kein Training, das ist ein Reflex aus dem letzten Jahrhundert.

👉Was da wirklich passiert – und nein, das ist kein „Meinungsding
Wenn du deinen Hund erschreckst, passiert im Körper genau eines:
Stressreaktion. Und zwar nicht ein bisschen. Sondern biologisch messbar. Die Amygdala – also das Angstzentrum im Gehirn – springt an. Der Körper schüttet Cortisol und Adrenalin aus. Das Nervensystem geht in Alarmbereitschaft. Das ist kein „Oh, ich lerne jetzt was“. Das ist: „Scheiße, was passiert hier gerade?“
Und jetzt kommt der Punkt, den viele komplett nicht checken:
Lernen findet in diesem Zustand kaum sinnvoll statt. Warum?
Weil der präfrontale Cortex, also der Teil, der für Entscheidungen, Kontrolle und Lernen zuständig ist, in genau diesem Moment runtergefahren wird. Das heißt übersetzt: Du willst deinem Hund etwas beibringen und schaltest gleichzeitig den Bereich aus, der dafür zuständig ist. Das ist ungefähr so sinnvoll wie Autofahren mit gezogener Handbremse und Augenbinde.

👉Aber es funktioniert doch!“
Ja. Kurzfristig. Und genau das ist das Problem. Viele sehen: Hund hört auf → Methode funktioniert.
Nein. Der Hund hört auf, weil er verunsichert oder erschrocken ist.
Das ist kein Lernen. Das ist Unterdrückung von Verhalten durch Angst. Und unterdrücktes Verhalten hat eine ganz unangenehme Eigenschaft:
Es kommt wieder. Oft stärker. Oft unberechenbarer.
Oder noch „besser“: Der Hund zeigt gar nichts mehr. Wirkt ruhig. Ist innerlich komplett dicht.
Das nennt man dann im Extremfall: erlernte Hilflosigkeit.

👉Jetzt wird’s richtig bitter: Tierschutzhunde
Und jetzt stell dir vor, du machst diesen Quatsch mit einem Hund,
der vielleicht schon erlebt hat:
– Unsicherheit
– Gewalt
– Kontrollverlust
– Angst vor Menschen

Und dann kommst du mit deiner Rappeldose.
Ganz ehrlich? Das ist nicht Training. Das ist Brandbeschleuniger für ein sowieso schon überlastetes Nervensystem.

Diese Hunde brauchen:
– Sicherheit
– Vorhersagbarkeit
– klare, ruhige Führung
– Bindung

Und nicht: BOOM – erschrick dich mal, damit du funktionierst.

👉Was dein Hund wirklich lernt
Und jetzt kommt der wichtigste Punkt überhaupt. Der Hund verknüpft nicht sauber:
„Ich habe Verhalten X gezeigt → deshalb kam der Reiz.“

Der Hund verknüpft oft:
– den Ort
– den Menschen
– den anderen Hund
– oder einfach: die gesamte Situation

Das bedeutet:
Du wolltest „Bellen abstellen"
Dein Hund lernt: „Andere Hunde sind scheiße gefährlich"
Herzlichen Glückwunsch. Problem vergrößert. Ziel komplett verfehlt.

👉Und jetzt mal Klartext
Wenn dein Trainingsansatz darauf basiert, deinen Hund zu erschrecken, zu verunsichern oder zu überrumpeln, dann hast du kein Trainingsproblem. Dann hast du ein **Verständnisproblem**.

Denn gutes Training bedeutet:
– Verhalten verstehen
– Emotionen lesen
– Ursachen erkennen
– Nervensystem regulieren

Nicht:
– draufhauen
– erschrecken
– unterdrücken

👉Früher hat man das auch so gemacht
Ja. Früher hat man auch Kinder geschlagen. Und dachte, das wäre Erziehung. Nur weil etwas funktioniert hat, heißt das nicht, dass es sinnvoll oder fair war.

👉Was stattdessen passieren muss
Ein Hund, der bellt, zieht, reagiert oder eskaliert, hat in den meisten Fällen kein „Ungehorsamsproblem“.
Er hat ein Emotionsproblem, ein Stressproblem, ein Orientierungsproblem.
Und genau da setzt Training an. Nicht beim Symptom. Sondern bei der Ursache.

👉Fazit – und das ist bewusst deutlich
Wenn du mit Schreckreizen arbeitest, trainierst du nicht. Du manipulierst Verhalten über Angst. Und ja – das funktioniert manchmal kurzfristig. Aber langfristig zahlst du den Preis:
mit Unsicherheit, Stress, Vertrauensverlust und oft mit genau den Problemen, die du eigentlich lösen wolltest.

👉Dein Hund ist kein Gegner, den du „kontrollieren“ musst.
Er ist ein Lebewesen, das dich verstehen will.
Die Frage ist nur: Willst du ihn verstehen – oder nur, dass er funktioniert?

👉PS:
Teilen dieses Beitrags auf Facebook ist ausdrücklich erlaubt.
Das Kopieren – ganz oder in Teilen – und Veröffentlichen unter eigenem Namen ist nicht gestattet.


12/04/2026

Warum man Knurren beim Hund unbedingt verbieten sollte – ein moderner, hochprofessioneller (und leicht sarkastischer) Leitfaden

Knurren. Dieses erstaunlich konsequent missverstandene Kommunikationsmittel, das in der Praxis leider immer noch viel zu häufig als „Fehlverhalten“ behandelt wird, statt als das, was es ist: Information.

Und ja – leider gehört zur Realität auch dazu, dass selbst unter Kollegen noch immer Trainingsansätze verbreitet sind, in denen Knurren sofort korrigiert oder bestraft wird. Als wäre das Warnsignal das Problem und nicht das, was es eigentlich nur sichtbar macht.

Die Eskalationsleiter – das sehr unauffällige Warnsystem des Hundes

Hunde verfügen über eine erstaunlich klare Kommunikationsstruktur:
1. inneres Unwohlsein
2. erste Stresssignale (Blick abwenden, Körperspannung, Beschwichtigung)
3. Distanzvergrößerung / Ausweichen
4. Knurren (die höfliche Version von „bitte hör auf“)
5. deutliches Drohverhalten
6. Schnappen
7. Beißen

Ein System, das eigentlich dafür da ist, Konflikte frühzeitig zu entschärfen.

Sehr schade nur, wenn genau diese Frühwarnstufe unerwünscht ist.

Schritt 1: Knurren verbieten – oder die Kunst, Kommunikation zu reduzieren

Der Ablauf ist im Alltag meist angenehm simpel:

Hund knurrt → Mensch reagiert korrigierend → Hund lernt: „Das sollte ich besser lassen“

Was der Hund dabei nicht lernt:
👉 „Ich bin gerade unsicher.“
👉 „Ich brauche Abstand.“
👉 „Ich bin überfordert.“

Was er stattdessen lernt:
👉 „Dieses Signal bringt Ärger.“

Das Problem verschwindet dabei nicht – es wird nur unsichtbar.

Schritt 2: Professionelle Beschleunigung der Eskalation

Wenn Knurren als Warnstufe wegfällt, passiert etwas sehr Effizientes:

Die Eskalationsleiter bleibt – sie wird nur verkürzt.

Aus:
Unwohlsein → Knurren → Reaktion → Deeskalation

wird:
Unwohlsein → innere Spannung → „ich darf nichts zeigen“ → Handlung

Der Mensch beschreibt das später oft mit großer Überraschung:

„Das kam völlig unerwartet.“

Der Hund hätte vermutlich ergänzt:

„Ich habe mehrfach kommuniziert – nur eben ohne erwünschte Ausdrucksform.“

Die Realität: wenn selbst Fachleute Knurren noch bestrafen

Leider sieht man auch heute noch Trainingsansätze – teils sogar im professionellen Umfeld –, in denen Knurren als Respektlosigkeit oder Ungehorsam interpretiert wird.

Das Ergebnis ist immer ähnlich:
👉 Das Signal wird unterdrückt
👉 Die Emotion bleibt vollständig bestehen
👉 Die Eskalation verschiebt sich nach oben

Kurz gesagt:
Kommunikation wird entfernt, nicht das Problem.

Knurren: das eigentlich ziemlich höfliche Warnsystem

Knurren ist im Grunde keine Aggression, sondern eine sehr klare, höfliche Mitteilung:

„Bitte Abstand, ich bin gerade nicht in der Lage, entspannt zu bleiben.“

Es ist der Moment, in dem der Hund sich noch für Kommunikation entscheidet – und nicht für Eskalation.

Ich würde mich von meinem eigenen Hund anknurren lassen – und ich würde es respektieren

Und hier wird es für viele Menschen interessant:

👉 Mein eigener Hund dürfte mich anknurren – und ich würde es respektieren.

Nicht als Provokation, nicht als „Ungehorsam“, sondern als das, was es ist: eine klare Information über seine emotionale Grenze.

Und wichtig: Das muss niemandem unangenehm sein.

Weder mir, noch meinem Umfeld, noch einer Situation, die das beobachtet. Auch wenn Gesellschaft und leider auch manche Kollegen noch immer so reagieren, als wäre ein anknurrender Hund ein „No-Go“ oder ein Zeichen von schlechter Erziehung – ist genau das Gegenteil der Fall.

Ein Hund ist weder dominant noch plant er die Weltherrschaft.
Er sitzt nicht im Wohnzimmer und denkt sich: „Heute übernehme ich die Kontrolle über die Menschheit.“

Er ist einfach ein Lebewesen, das gerade ein Gefühl hat, das zu viel ist.

Ein Hund, der knurrt, kommuniziert. Punkt.

Und ich würde dieses Signal respektieren, ernst nehmen und die Situation entsprechend anpassen:

• Abstand schaffen
• Druck rausnehmen
• Reiz reduzieren
• Orientierung geben

Denn genau dafür ist Kommunikation da.

Die Eskalationsleiter ohne Knurren – Version „Überraschungsmodus“

Wenn diese Warnstufe fehlt, bleibt oft nur:

Unwohlsein → steigender Stress → innere Grenze erreicht → Handlung

Effizient. Direkt. Und für den Menschen meist „plötzlich“.

Fazit – Knurren ist kein Problem, sondern ein Hinweis

Knurren ist kein Fehlverhalten.

Es ist ein Frühwarnsystem, das sehr zuverlässig anzeigt, dass gerade etwas zu viel ist.

Und wer dieses Signal unterdrückt, verändert nicht das Gefühl des Hundes – nur den Zeitpunkt, an dem es sichtbar wird.

👉 Ein Hund, der knurren darf, bleibt lesbar.
👉 Ein Hund, der nicht mehr knurrt, wird oft nur später deutlich.

Und genau deshalb gilt:
Nicht das Knurren ist das Problem – sondern der Umgang damit.

05/04/2026

Empathie: Segen oder Fluch?

Sind Sie ein empathischer Mensch?
Spüren Sie die Befindlichkeit Ihrer Mitmenschen? Können Sie sich in sie hineinversetzen? Können Sie die Stimmung in einem Raum voller Menschen fühlen?

Wie ist es mit Tieren? Können Sie die entsetzlichen Fotos und Videos von sogenannter Nutztierhaltung auch nicht mehr ertragen? Bereitet es Ihnen auch schlaflose Nächte? Ebenso die Fotos von jeglicher Art von Tierquälerei im In- und Ausland?

Leiden Sie mit, wenn Sie sehen wie ein Hundehalter seinen Hund straft oder schimpft? Spüren Sie einen Leinenruck, den ein Hundehalter bei seinem Hund anwendet, wie wenn er gerade bei Ihnen gemacht werden würde? Können Sie im Gesicht eines Tieres sehen, wie es leidet?

Können Sie die Befindlichkeiten Ihres Hundes in seinem Gesicht lesen? An seiner Körpersprache erkennen? In seinen Augen sehen? Oder sie tatsächlich spüren?

Empathisch und sensibel zu sein beziehungsweise zu werden kann man lernen. Aber man muß es lernen wollen. Oder man beschließt, alles auszublenden. Kalt und herzlos zu sein. Das eigene Wohl allem anderen voranzustellen. Ist natürliche die einfachere Variante. So halten es die meisten Menschen.

Empathisch zu sein ist eine Kunst, und es ist ein Segen. Aber auch ein Fluch, da man gegen das meiste Leid auf dieser Erde nicht viel ausrichten kann. Wären alle Menschen empathisch, dann würde diese Welt ganz anders aussehen.

Aber fangen Sie doch im Kleinen an: Lernen Sie, Ihren Hund zu lesen, mit ihm zu kommunizieren, zu spüren wie er sich fühlt. Lernen Sie, seine Ängste, Sorgen und Nöte wahrzunehmen und dabei zu fühlen, wie es Ihnen in so einem Moment ginge.

Ihr Hund kann das bereits. Er spürt, ob sie fröhlich, glücklich, einsam, traurig, voller Schmerz und Trauer oder wütend sind. Er nimmt Sie, Ihre Gefühle und ihre Emotionen immer ernst.

Seien Sie ihm ein guter Sozialpartner und lernen Sie von ihm die wunderbare Fähigkeit zur Empathie. Er hat nur Sie und sonst niemanden.

Wenn Sie empathisch werden, dann wird diese Welt durch Sie zumindest ein klein wenig besser.

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01/04/2026

Ein verängstigter Jungwolf verirrt sich in Hamburg – und sofort wollen manche wieder Blut sehen

Kaum taucht ein Wolf in einer Großstadt auf, läuft in Deutschland zuverlässig das immer gleiche Schauspiel ab. Kaum kommt es zu einem Unfall, stehen die üblichen Lager wieder geschniegelt bereit. Die einen machen aus einem verängstigten Tier sofort ein Monster. Die anderen verklären es fast zum missverstandenen Kuscheltier. Und irgendwo dazwischen bleibt das, was eigentlich nötig wäre: Sachlichkeit.

Nach aktuellem Kenntnisstand gehe ich davon aus, dass es sich bei dem Wolf in Hamburg sehr wahrscheinlich um ein Jungtier handelt, das sich auf Wanderschaft schlicht verlaufen hat. Genau das passiert bei jungen Wölfen: Sie verlassen irgendwann ihr familiäres Umfeld, suchen ein eigenes Territorium und landen nicht immer dort, wo sie landen sollten. Dass ein unerfahrenes Tier dabei in eine urbane Umgebung gerät, die für es völlig ungeeignet ist, ist kein Beweis für eine „neue Wolfsgefahr“. Es ist in erster Linie ein Hinweis darauf, dass Wildtiere nicht nach unseren Stadtgrenzen fragen.

Für mich spricht sehr vieles dafür, dass der Vorfall keine gezielte Attacke war, sondern eine Panikreaktion. Ein Wolf in einer Großstadt, in chaotischer Umgebung, umgeben von Lärm, Menschen, Glas, Enge, Hektik, Wasser, Reizüberflutung und offenbar ohne klaren Fluchtweg – das ist kein „mutiger Problemwolf“, das ist ein Lebewesen im absoluten Ausnahmezustand. Wenn sich in so einer Situation dann ein Mensch nähert oder – vermutlich unabsichtlich – einen Fluchtweg versperrt, kann ein panisches Tier in Abwehr gehen. Nicht aus Jagdverhalten. Nicht aus Angriffslust. Nicht, weil es plötzlich Menschen fressen will. Sondern weil es schlicht keinen Ausweg mehr sieht.

Das war nach meinem Dafürhalten kein Wolfsangriff.
Das war die Panikreaktion eines unerfahrenen Wildtiers in einer für es beängstigenden, unnatürlichen und ausweglosen Situation.
Und genau deshalb ist die Debatte um ein Töten dieses Wolfs für mich nicht nur fachlich fragwürdig, sondern moralisch beschämend. Wenn man diesen Wolf fachlich begleitet, weit weg von der Stadt und in einem geeigneten, dünner besiedelten Gebiet wieder freilassen würde, dann ist es aus meiner Sicht sogar sehr wahrscheinlich, dass gerade dieses Tier künftig einen riesigen Bogen um Menschen machen wird. Nicht trotz dieses Vorfalls – sondern wegen dieses Vorfalls.

Denn was hat dieser Wolf gelernt?
Dass Nähe zum Menschen keine Rettung bringt.
Dass Panik seine Lage nicht verbessert.
Dass selbst eine Abwehrreaktion seine Situation nicht entschärft, sondern alles nur noch schlimmer macht.
Er wurde in einer für ihn völlig falschen Umgebung massiv überfordert. Er landete im Wasser. Er wurde gewaltsam herausgeholt. Er bekam eine Schlinge um den Hals. Er wurde in eine Kiste gebracht. Jetzt sitzt er eingesperrt. Wer ernsthaft glaubt, dass ausgerechnet dieses Tier künftig mit besonderer Gelassenheit in Richtung Menschen laufen würde, hat aus meiner Sicht weder ein Gefühl für Lernprozesse noch für das Verhalten freilebender Wildtiere.

Nach all meiner Erfahrung mit Wölfen – gerade auch durch Beobachtungen an freilebenden, wirklich „wilden“ Wölfen – bin ich mir ziemlich sicher: Gerade dieser Wolf wird in Zukunft eher noch vorsichtiger, noch distanzierter und noch menschenmeidender sein, als Wölfe es ohnehin schon sind.
Und deshalb sage ich es ganz deutlich:
Diesen Wolf zu töten wäre keine Stärke. Kein „Management“. Keine Vernunft.
Es wäre ein moralisches Armutszeugnis.

Ein hilfloses, verängstigtes, empfindungsfähiges Lebewesen wegen seiner Angst und wegen eines Unfalls zu töten, ist keine Lösung. Es ist nur das alte menschliche Muster: Erst bringen wir ein Wildtier in eine völlig absurde Ausnahmesituation, dann reagiert es biologisch nachvollziehbar unter Stress – und am Ende diskutieren wir, ob man es erschießen sollte. Wer das für einen souveränen Umgang mit Natur hält, offenbart vor allem eines: Hilflosigkeit.

Was mich zusätzlich massiv stört, ist das inzwischen vorhersehbare politische Ausschlachten solcher Vorfälle. Wolfshasser, diverse Parteien, jagdnahe Interessenvertreter und andere Lautsprecher sehen sich sofort bestätigt und bauen aus einem verängstigten Jungtier in Rekordzeit ein Symbol für eine angeblich eskalierende Wolfsgefahr. Das ist billig. Das ist durchschaubar. Und das ist intellektuell schwach.

Aber auch die andere Seite nervt mich. Denn viele sogenannte Wolfsfreunde überhöhen den Wolf in einer Art, die mit echter Naturkenntnis ebenfalls wenig zu tun hat. Der Wolf ist kein Kuscheltier. Kein spiritueller Plüschbotschafter der Wildnis. Kein Wesen, das nur deshalb „gefährlich“ wird, weil der Mensch ihn falsch anschaut. Wölfe sind Wildtiere. Hochsoziale, intelligente, sensible Wildtiere – ja. Aber eben auch Fleischfresser. Sie töten andere Tiere, um zu leben. Das ist weder böse noch romantisch. Es ist Natur. Und natürlich können sie sich in Panik- und Bedrohungssituationen wehren. Das kann Verletzungen zur Folge haben. Wer das leugnet, versteht Wölfe am Ende genauso schlecht wie diejenigen, die sie dämonisieren.

Genau deshalb braucht es endlich weniger Lagerdenken und mehr vernünftige Aufklärung. Auch in Städten. Menschen müssen wissen, wie man sich bei einer Wolfsbegegnung verhält. Nicht neugierig näher ran. Nicht filmen, als wäre man in einer Naturdoku für Social Media. Nicht bedrängen. Nicht selbst „retten“ wollen. Keine Fluchtwege versperren. Abstand halten. Ruhe bewahren. Fachleute informieren. Raum geben. So verhindert man Unfälle. Nicht mit hysterischen Schlagzeilen. Nicht mit Abschussfantasien. Und auch nicht mit romantischer Verklärung.
Der Wolf von Hamburg ist für mich kein Beleg für eine neue Gefahr. Er ist eher ein Beleg dafür, wie unfassbar schlecht wir als Gesellschaft mit Wildtieren umgehen, wenn sie plötzlich nicht in unser Wunschbild passen. Entweder Monster. Oder Märchenfigur. Dazwischen scheint es für viele nichts mehr zu geben.

Aber genau da liegt die Wahrheit.
Der Wolf ist weder Dämon noch Kuscheltier.
Er ist ein Wildtier.
Ein junges, vermutlich unerfahrenes Wildtier, das sich verlaufen hat.
Ein Tier, das in Angst gebissen hat.
Und ein Tier, das nach diesem Vorfall mit großer Wahrscheinlichkeit in Zukunft noch mehr Abstand zu Menschen halten wird als zuvor.

Wer daraus jetzt politisches Kapital schlägt, macht sich klein.
Wer daraus ein Monster macht, hat nichts verstanden.
Und wer daraus ein Kuscheltier macht, übrigens auch nicht.

24/02/2026

Grenzen setzen im Hundetraining – ein wissenschaftlicher Blick auf einen unscharfen Begriff

„Grenzen setzen“ gehört zu den meistverwendeten Begriffen in der Hundeszene. Kaum ein Seminar, kaum ein Social-Media-Beitrag, in dem nicht gefordert wird, man müsse dem Hund endlich „klare Grenzen“ zeigen.

Doch was bedeutet das eigentlich – wissenschaftlich betrachtet?

Die kurze Antwort lautet: Der Begriff ist nicht wissenschaftlich definiert. Weder in der Verhaltensbiologie noch in der Lernpsychologie existiert eine klar operationalisierte Definition von „Grenzen setzen“. Es handelt sich um eine alltagssprachliche Metapher – und genau darin liegt das Problem.

Grenzen setzen als hierarchisches Konzept – ein überholtes Modell

In der Praxis wird „Grenzen setzen“ häufig in einem hierarchischen Kontext verwendet. Gemeint ist dann, dass der Mensch dem Hund seinen „Platz“ zuweist, Statusfragen klärt oder Dominanz demonstriert. Diese Denkweise geht historisch auf frühe Wolfsstudien zurück, insbesondere auf Arbeiten von Rudolf Schenkel in den 1940er Jahren, in denen künstlich zusammengesetzte Wolfsgruppen in Gefangenschaft untersucht wurden.

Spätere Feldforschung – vor allem von David Mech – zeigte jedoch, dass freilebende Wolfsrudel überwiegend aus Familienverbänden bestehen und nicht aus dauerhaft um Rang kämpfenden Individuen. Das populäre „Alpha“-Modell gilt heute als stark überinterpretiert oder missverstanden. Mech selbst distanzierte sich von der vereinfachten Alpha-Theorie.

Auch für Haushunde ist das starre Dominanzmodell wissenschaftlich nicht haltbar. Der Begriff „Dominanz“ beschreibt in der Verhaltensbiologie keine Charaktereigenschaft und kein inneres Motiv, sondern eine Beziehungsbeschreibung in einem spezifischen Kontext. John Bradshaw und Kollegen argumentieren, dass die Übertragung linearer Rangmodelle auf Hunde problematisch ist und zu Fehlinterpretationen im Training führen kann.

Wenn „Grenzen setzen“ also bedeutet, eine hierarchische Ordnung durchzusetzen, dann basiert dieses Verständnis auf einem wissenschaftlich überholten oder zumindest stark vereinfachten Modell.

Was stattdessen wissenschaftlich beschrieben werden kann

Was im Alltag als „Grenzen setzen“ bezeichnet wird, lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht wesentlich präziser fassen:

1. Operantes Konditionieren
Nach B. F. Skinner verändert sich Verhalten in Abhängigkeit von seinen Konsequenzen. Verhalten, das verstärkt wird, tritt häufiger auf; Verhalten, das nicht verstärkt oder bestraft wird, nimmt ab. Hier geht es nicht um Status oder Macht, sondern um funktionale Zusammenhänge zwischen Verhalten und Konsequenz.

2. Stimulus-Kontrolle
Ein Verhalten wird unter bestimmten Bedingungen gezeigt, weil gelernt wurde, dass ein Signal eine bestimmte Konsequenz ankündigt.

3. Management
Die Umwelt wird so gestaltet, dass unerwünschtes Verhalten gar nicht erst ausgelöst wird.

4. Aufbau von Alternativverhalten
Statt ein Verhalten nur zu unterdrücken, wird ein funktional passendes Verhalten aufgebaut.

Nimmt man das Beispiel „Kot fressen verhindern“, dann ist Umlenken, Management oder Alternativverhalten kein hierarchisches „Grenzen setzen“, sondern schlicht angewandte Lernpsychologie.

Warum der Begriff Grenze problematisch ist

Das Wort „Grenze“ hat eine moralische und soziale Aufladung. Es klingt nach Führung, Stärke, Klarheit. Doch wissenschaftlich betrachtet sagt es nichts darüber aus, welcher Mechanismus genutzt wird.

Eine „Grenze“ kann bedeuten:
• Ein Abbruchsignal mit klarer Kontingenz
• Negative Strafe (Entzug einer Ressource)
• Positive Verstärkung eines Alternativverhaltens
• Umweltmanagement
• Oder auch aversive Einwirkung

Der Begriff selbst bleibt unspezifisch. Genau deshalb ist er anfällig für ideologische Deutung.

In fachlichen Diskussionen entsteht dadurch ein erhebliches Missverständnispotenzial: Zwei Personen sprechen über „Grenzen setzen“, meinen aber völlig unterschiedliche Prozesse.

Wissenschaftliche Redlichkeit im Sprachgebrauch

Wenn ein Begriff nicht klar definiert und nicht operationalisierbar ist, sollte er im wissenschaftlichen Kontext mit Vorsicht verwendet werden. Wissenschaft arbeitet mit präzisen, überprüfbaren Beschreibungen – nicht mit Metaphern.

Statt zu sagen:
„Man muss dem Hund Grenzen setzen.“
wäre wissenschaftlich sauberer:
• „Das Verhalten wird durch konsistente Kontingenzen beeinflusst.“
• „Die Umwelt wird so gestaltet, dass das Verhalten nicht verstärkt wird.“
• „Ein alternatives Verhalten wird systematisch aufgebaut.“

Das klingt weniger eindrucksvoll für Meinungsblasen – ist aber deutlich genauer und seriöser.

Fazit
„Grenzen setzen“ ist kein wissenschaftlicher Fachbegriff.
Wird er hierarchisch verstanden, stützt er sich häufig auf veraltete Dominanzmodelle. Wird er lernpsychologisch verstanden, beschreibt er lediglich funktionale Zusammenhänge zwischen Verhalten und Konsequenzen – und ist damit durch präzisere Fachbegriffe ersetzbar.

Wer fachlich arbeiten möchte, sollte deshalb vorsichtig mit diesem Begriff umgehen. Nicht weil Struktur oder Klarheit unwichtig wären – sondern weil wissenschaftliche Genauigkeit verlangt, Mechanismen klar zu benennen statt Metaphern zu verwenden.

Quellen
Bradshaw, J. W. S., Blackwell, E. J., & Casey, R. A. (2009). Dominance in domestic dogs—useful construct or bad habit? Journal of Veterinary Behavior, 4(3), 135–144.
Hiby, E. F., Rooney, N. J., & Bradshaw, J. W. S. (2004). Dog training methods: their use, effectiveness and interaction with behaviour and welfare. Animal Welfare, 13, 63–69.
Mech, L. D. (1999). Alpha status, dominance, and division of labor in wolf packs. Canadian Journal of Zoology, 77, 1196–1203.
Overall, K. L. (2013). Manual of Clinical Behavioral Medicine for Dogs and Cats. Elsevier.
Skinner, B. F. (1953). Science and Human Behavior. Macmillan.

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