22/10/2026
Ich liebe meine Arbeit.
Ich liebe es, richtig abzuliefern. Hinzuschauen. Mitzudenken. Die Extrameile zu gehen.
Daran hat sich nichts geändert.
Was sich geändert hat, ist, dass ich heute weiß, mit welchen Menschen ich arbeiten möchte. Und dass ich nicht jeden Auftrag annehmen muss, nur weil ich ihn bekommen könnte.
Das war für mich ein verdammt schwerer Schritt.
Ich hatte so lange für meinen eigenen Reitstall gearbeitet. Und dann musste ich mir eingestehen, dass ich zwar einen Betrieb hatte, aber von meiner eigenen Arbeit nicht leben konnte.
Ich hatte Angst, auf die nächsten paar Euro zu verzichten. Deshalb habe ich immer noch mehr gearbeitet.
Irgendwann waren es 90 Stunden in der Woche.
Und trotzdem hat es nicht gereicht.
Ende letzten Jahres habe ich meinen Betrieb komplett verändert. Nicht, weil ich weniger für meine Pferde und meine Einsteller tun wollte.
Sondern weil ich meine Arbeit weiterhin so machen möchte, wie ich sie für richtig halte.
Heute habe ich halb so viele Einsteller. Mein Betrieb schreibt schwarze Zahlen. Ich kann wieder schlafen. Ich habe wieder ein Privatleben.
Und ich reite wieder meine eigenen Pferde.
Ich bin immer noch bereit, unglaublich viel für meine Arbeit zu geben.
Aber ich habe aufgehört, mich selbst dabei an die letzte Stelle zu setzen.