Reitstall Gründler

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Ich liebe meine Arbeit.Ich liebe es, richtig abzuliefern. Hinzuschauen. Mitzudenken. Die Extrameile zu gehen.Daran hat s...
22/10/2026

Ich liebe meine Arbeit.

Ich liebe es, richtig abzuliefern. Hinzuschauen. Mitzudenken. Die Extrameile zu gehen.

Daran hat sich nichts geändert.

Was sich geändert hat, ist, dass ich heute weiß, mit welchen Menschen ich arbeiten möchte. Und dass ich nicht jeden Auftrag annehmen muss, nur weil ich ihn bekommen könnte.

Das war für mich ein verdammt schwerer Schritt.

Ich hatte so lange für meinen eigenen Reitstall gearbeitet. Und dann musste ich mir eingestehen, dass ich zwar einen Betrieb hatte, aber von meiner eigenen Arbeit nicht leben konnte.

Ich hatte Angst, auf die nächsten paar Euro zu verzichten. Deshalb habe ich immer noch mehr gearbeitet.

Irgendwann waren es 90 Stunden in der Woche.

Und trotzdem hat es nicht gereicht.

Ende letzten Jahres habe ich meinen Betrieb komplett verändert. Nicht, weil ich weniger für meine Pferde und meine Einsteller tun wollte.

Sondern weil ich meine Arbeit weiterhin so machen möchte, wie ich sie für richtig halte.

Heute habe ich halb so viele Einsteller. Mein Betrieb schreibt schwarze Zahlen. Ich kann wieder schlafen. Ich habe wieder ein Privatleben.

Und ich reite wieder meine eigenen Pferde.

Ich bin immer noch bereit, unglaublich viel für meine Arbeit zu geben.

Aber ich habe aufgehört, mich selbst dabei an die letzte Stelle zu setzen.

19/10/2026

Ich weiß noch genau, wie sich das angefühlt hat.

Du kommst in den Stall, hast dir für heute etwas mit deinem Pferd vorgenommen. Und dann wird daraus doch wieder eine Reitstunde in der Abteilung.

Ich bin selbst oft genug hinter acht Reitschülern hergeritten. Nicht, weil ich das wollte, sondern weil ich mein Pferd an diesem Tag sonst gar nicht hätte bewegen können.

Diese Erfahrung habe ich nicht vergessen.

Heute habe ich meinen eigenen Stall. Mit zwei Reithallen, einem Außenplatz und einem Longierzirkel für maximal 16 Pensionspferde.

Und das ganz bewusst.

Ich möchte, dass meine Einsteller nach Feierabend in den Stall kommen und ihre Zeit mit ihrem Pferd so verbringen können, wie sie es sich vorgestellt haben.

Ohne erst überlegen zu müssen, wo gerade Platz ist oder wann sie an der Reihe sind.

Denn manchmal ist das Schönste am Stallalltag einfach, seine Zeit selbst gestalten zu können.

Manchmal wäre es schön, eine Arbeit einfach nur zu erledigen.Abäppeln. Fertig. Nächste Aufgabe.Aber so funktioniert mein...
17/10/2026

Manchmal wäre es schön, eine Arbeit einfach nur zu erledigen.

Abäppeln. Fertig. Nächste Aufgabe.

Aber so funktioniert mein Kopf im Stall nicht.

Ich sehe ein Pferd stehen und frage mich, ob es heute anders steht als sonst.

Ich sehe die Heuraufe und rechne im Kopf, wann ich sie wieder auffüllen muss.

Ich denke an das Pferd, das vorhin wenig getrunken hat. Und daran, dass ich später noch einmal nach ihm schauen wollte.

Und während ich das alles im Kopf habe, schiebe ich immer noch dieselbe Schubkarre.

Das ist der Teil meiner Arbeit, der mich manchmal am meisten fordert.

Nicht das Misten. Nicht das Schleppen. Nicht die körperliche Arbeit.

Sondern dass ich gedanklich selten einfach einen Haken hinter etwas setzen kann.

Weil die Pferde keine Aufgaben auf einer Liste sind.

Ich kenne sie. Ich weiß, wie sie sich normalerweise verhalten. Und wenn mir etwas auffällt, möchte ich dem nachgehen.

Das kostet Zeit. Manchmal auch die Zeit, die ich eigentlich für etwas anderes eingeplant hatte.

Aber genau diesen Blick möchte ich mir erhalten.

Denn wenn jemand sein Pferd bei mir einstellt, übernimmt er nicht nur einen Platz in meinem Stall.

Er vertraut mir ein Lebewesen an, das ihm unglaublich viel bedeutet.

Und dieses Vertrauen nehme ich mit in jeden einzelnen Stalltag.

20 Pferde. Heu rund um die Uhr. Und keines ist zu dick.Darunter sind auch leichtfuttrige und stoffwechselsensible Pferde...
15/10/2026

20 Pferde. Heu rund um die Uhr. Und keines ist zu dick.

Darunter sind auch leichtfuttrige und stoffwechselsensible Pferde.

Dass das bei uns so funktioniert, liegt für mich ganz wesentlich an unserem Heu.

Wir produzieren es selbst und achten dabei auf einen hohen Rohfasergehalt und wenig Energie. Die aktuelle Analyse bestätigt uns, dass wir genau diese Qualität geerntet haben.

Was mich besonders freut: Unsere Tierärzte sind immer wieder erstaunt, dass keines unserer Pferde übergewichtig ist, obwohl alle jederzeit Heu fressen können.

Auch unsere Pferdezahnärzte nehmen den guten Zustand der Zähne wahr. Meist gibt es nur kleinere Kanten oder Haken zu korrigieren. Sie sehen darin auch einen Zusammenhang mit dem vielen Kauen unseres rohfaserreichen Heus.

Für mich sind das wichtige Rückmeldungen. Denn am Ende zählt, wie es den Pferden mit dieser Fütterung tatsächlich geht.

Ich sehe jeden Tag, dass sie fressen, Pausen machen und später wieder zur Raufe zurückkehren.

Und genau so möchte ich das haben.

Heu ad libitum funktioniert bei uns. Auch mit Pferden, bei denen ich besonders auf den Futterzustand achte.

12/10/2026
Ich glaube ans Visualisieren.Und ich weiß, dass das für manche ziemlich esoterisch klingt.Für mich fühlt es sich anders ...
11/10/2026

Ich glaube ans Visualisieren.

Und ich weiß, dass das für manche ziemlich esoterisch klingt.

Für mich fühlt es sich anders an.

Ich habe schon als Kind unglaublich viel Zeit damit verbracht, mir mein späteres Leben vorzustellen.

Wenn ich in der Schule saß und eigentlich nur raus wollte.
Auf Autofahrten.
In meiner Freizeit.
Und sogar in meinen Träumen.

Pferde waren darin immer da.
Ein eigener Hof.
Viele Pferde.
Freiheit.
Selbst entscheiden können.

Natürlich stand irgendwann kein Reiterhof mit einer roten Schleife vor meiner Tür.

Aber es haben sich in meinem Leben immer wieder Möglichkeiten ergeben. Türen sind aufgegangen. Menschen sind mir begegnet. Dinge haben sich gefügt.
Und ich musste entscheiden, ob ich diese Möglichkeiten ergreife.

Nicht jede Vorstellung von früher hat sich als richtig herausgestellt. Manche Dinge wollte ich unbedingt, habe sie bekommen und später festgestellt: Das bin ich doch nicht.

Dann habe ich sie wieder verändert.

Aber wenn ich heute auf mein Leben schaue, kann ich es für mich nicht einfach mit Zufall oder „Glück gehabt“ erklären.

Zu vieles davon habe ich schon gesehen, als es nur in meinem Kopf existiert hat.

Und manchmal trifft mich diese Erkenntnis mitten im Alltag.

Dann stehe ich auf meinem Hof, zwischen meinen Pferden, und denke:
Verdammt.
Ich bin wirklich hier.

Und dafür bin ich unglaublich dankbar.

08/10/2026
07/10/2026

Ich kenne meine Pferde.

Nicht nur ihre Namen, ihre Futterrationen oder das, was irgendwo aufgeschrieben ist.

Ich sehe sie jeden Tag. Beim Füttern, Rausstellen, Misten, Fegen, Wasser auffüllen und Abäppeln.

Und dabei bekomme ich mit, wie sie sich verhalten.
Wer frisst wie immer.
Wer heute ruhiger ist.
Wie die Box aussieht.
Ob jemand anders steht oder liegt als sonst.

Das passiert bei mir nebenbei den ganzen Tag.

Denn um zu merken, dass heute etwas anders ist, muss ich wissen, wie es gestern war.

Und genau diesen Blick auf jedes einzelne Pferd möchte ich in meinem Stall haben.

Am Freitag war das Veterinäramt bei mir im Stall.Ich wusste seit dem Vortag, dass eine Kontrolle kommt. Kontrolliert wur...
03/10/2026

Am Freitag war das Veterinäramt bei mir im Stall.

Ich wusste seit dem Vortag, dass eine Kontrolle kommt.

Kontrolliert wurden Futtermittel und Tierhaltung.

Und natürlich freut es mich, wenn jemand von außen durch meinen Betrieb geht und am Ende so positiv auf das reagiert, was er sieht.

Auf die Pferde draußen.
Auf den Platz.
Auf den sauberen und ordentlichen Stall.
Auf unser Futter und seine Lagerung.

Besonders hängen geblieben ist bei mir sinngemäß ein Satz:
Das sieht man sonst nicht oft.

Ich habe meinen Stall jeden Tag vor Augen. Für mich sind viele Dinge darin selbstverständlich, weil wir sie jeden Tag genauso machen.

Umso schöner ist es, wenn jemand von außen kommt, genau hinschaut und mir damit einmal wieder bewusst macht, was wir hier eigentlich geschaffen haben.

Das hat mich wirklich gefreut.

Im November habe ich angefangen, einiges in meinem Leben zu verändern.Und vieles davon war alles andere als angenehm.Ich...
02/10/2026

Im November habe ich angefangen, einiges in meinem Leben zu verändern.

Und vieles davon war alles andere als angenehm.

Ich war sehr lange gut darin, mich selbst hintenanzustellen.
Für den Stall. Für die Pferde. Für meine Einsteller. Für Menschen, denen ich es recht machen wollte.

Noch ein bisschen mehr arbeiten. Noch irgendwo eine Lösung finden. Noch einmal entgegenkommen. Noch ein Ja, obwohl ich eigentlich längst Nein sagen wollte.

Ich habe das lange für Einsatz gehalten.
Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ein Teil davon schlicht Selbstausbeutung war.
Und dass sich daran nichts ändert, solange ich selbst immer diejenige bin, die zurücksteckt.

Also habe ich angefangen, Nein zu sagen.

Das kam nicht gut an. Manche Menschen waren nicht begeistert davon. Und ich musste erst lernen auszuhalten, dass ich nicht für alles und jeden eine Lösung finden muss.

Gleichzeitig habe ich meinen Betrieb neu aufgestellt.
Gerade weil ich meinen Stall liebe und weil ich diesen Betrieb führen möchte, ohne mich selbst dafür aufzubrauchen.

Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit habe ich angefangen, mich selbst an erste Stelle zu setzen.

Dass ich seit November auch 20 Kilo abgenommen habe, ist für mich ein Ergebnis davon

Adresse

Am Bahnhof 7a
Salzatal
06198

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 17:00
Dienstag 09:00 - 22:00
Mittwoch 09:00 - 22:00
Donnerstag 07:00 - 22:00
Freitag 07:00 - 22:00
Samstag 07:00 - 22:00
Sonntag 07:00 - 22:00

Telefon

+4915737929918

Website

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