K9/Kaiser

K9/Kaiser Hallo, ich bin zertifizierter Hundetrainer im Raum 07580 Thüringen. Mein Steckenpferd ist das Einzeltraining. Ich arbeite mit allen 4 Methoden des Lernens.

Meine Devise lautet: "Sicherheit -Vertrauen-Freiraum" und mir sind individuelle Lösungen wichtig.

Meine vorläufigen Angebote :) Teilen und Liken gerne erwünscht :) Schönes Wochenende euch allen.
01/05/2026

Meine vorläufigen Angebote :) Teilen und Liken gerne erwünscht :) Schönes Wochenende euch allen.

19/02/2026

In letzter Zeit bemerken wir verstärkt, dass wir bereits ganz tief in genau der "Scheiße" sitzen, die einige Vereine, Tierschützer, Trainer seinerzeit prophezeiten, bzw. erahnten.

Ein nicht unerheblicher Anteil der Hunde erlebt gerade Naivität, Verniedlichung, Selbstüberschätzung, Realitätsverweigerung, Trotz und fragwürdiges Halbwissen bei der Haltung und Anschaffung durch uns als Menschen.

Insbesondere bemerken wir aufgrund der Anzahl der steigenden und dringlichen Abgabeanfragen, dass es immer schlimmer wird. Pro Woche erhalten wir aktuell 10-15 Anrufe mit dem immer gleichen Inhalt. Der Hund muss so schnell wie möglich weg, er hat gebissen, man hat jetzt Angst, oder man ist völlig überfordert. Zu 80% handelt es sich bei unseren Anrufern um Halter von American Bully XL.
Dahinter reiht sich der Cane Corso ein und jüngst auch gelegentlich der Presa Canario. Alles Substitut-Rassen für die in NRW gelisteten Hunde. Die einst "üblichen Verdächtigen" Staff, Pit, Rottweiler, Dogo Argentino etc. werden immer weniger Inhalt unserer Telefonate.

Wir machen diesen Job jetzt seit über 20 Jahren. Wir hatten Hunde von15kg bis 75kg im Heim, wir hatten unfassbar nette und friedliche Hunde und wir hatten auch Hunde, die brandgefährlich waren/sind. Im Laufe der Zeit reden wir von 3.500 bis 4.000 Hunden, die durch uns gehalten, trainiert, eingeschätzt und denen geholfen wurde. Wir durften von und mit Hunden lernen.

Wir sind auch schonmal etwas "flappsig" und nennen unsere Hunde liebevoll die "Pitzi-Kinder". Sie sind uns halt anvertraut und somit ganz wichtige Persönlichkeiten in unserem Alltag. Dennoch würden wir niemals ihre Individualität, Herkunft, Historie Genetik und Epigenetik ausblenden.

Genau das passiert jedoch gerade immer häufiger in diesem Land und insbesondere in Socialmedia. Mit Erschrecken lesen wir täglich Aussagen wie:

- Das böse ist immer am anderen Ende der Leine
- Kein Hund kommt böse auf die Welt
- Das sind doch Nannydogs
- Alles nur Knutschkugeln und Kampfschmuser
- Genetik gibt es nicht, alles Erziehungssache

In Anbetracht dessen, dass immer mehr Menschen durch die von uns durchaus geschätzten Rassen zum Teil schwer und schwerst verletzt werden, sowie der Tatsache, dass stetig mehr Hunde in akuter Not sind, bzw. gar den Tod durch Euthanasie finden, hängen uns diese "Parolen" zum Hals raus.

Wir könnten jetzt zu etlichen Rassen unseren Senf einfließen lassen, jedoch würde das den Rahmen sprengen und außerdem sind unsere Expertisen einfach nicht auf alle Rassen ausgedehnt. Bezug nehmend auf die oben genannten Vertreter jedoch haben wir eine ganz klare Meinung und erkennen erschreckende Tendenzen. Sowohl der Cane Corso, als auch der Presa Canario sind ambitionierte Hunde mit sich ähnelnden Tendenzen im Wesen und sie benötigen ein stabiles, geeignetes Umfeld. Diese Hunde sind ganz sicher nicht für jeden geeignet, insbesondere i.d.R. nicht für Anfänger, Romantiker und "Ego-Rambos".

Besonders kritisch jedoch sehen wir den American Bully XL. Hier wurde in den vergangenen Jahren eine Rasse gehyped, die dem Staffordshire Terrier, oder dem Pitbullterrier ähnlich sieht, jedoch erheblich größer, massiger und schwerer ist, als der AmStaff, oder gar der Pitbull. Aufgrund der hohen Nachfrage durch willige Abnehmer werden diese Hunde immer häufiger "vermehrt" und nicht mehr fundiert und selektiert professionell gezüchtet. In Folge dessen haben wir recht viele Hunde mit äußerst fragwürdiger Genetik und Epigenetik, mit geringerer Reizschwelle und tendenziell erhöhtem Beutefangverhalten auf dem "Markt", welche ungefiltert auf anschaffende Personen stoßen, die sich charakteristisch im zweiten Absatz dieses Postes wiederfinden.

Es ist einfach gefährlich was hier bereits in vollem Gange ist und es ist unfassbar ernüchternd und traurig, dass wir mit großen Schritten auf britische und amerikanische Verhältnisse zusteuern könnten. Fähige Organisationen zur Aufnahme dieser Hunde sind hoffnungslos überfüllt und viele große Tierheime können das gleiche Leid klagen.

Rien ne va plus... Nichts geht mehr! Überlegt euch bitte sehr gut, ob und welche Hunde ihr euch anschafft. Kaum jemand wird euch und euren Hunden zukünftig mehr helfen können, wenn es nicht funktioniert wie erträumt!!!

Die Bilder dienen der Aufmerksamkeit, dennoch sind es Hunde, die aktuell bei uns im Heim sitzen, den erwähnten Rassen angehören und deren Vermittlungschancen aufgrund ihrer Historie und/oder Physis leider recht bescheiden sind.

ROCKY - American Bully, 10 Jahre, 46kg
SIGGI - Cane Corso Mix, 7 Jahre, 64kg
JOHNNY - Presa Canario, 5 Jahre, 55kg

Ein kleiner Probelauf für kommende Dinge ... Seid gespannt. Bald gibt es mehr Neuigkeiten 🤭🤭
14/02/2026

Ein kleiner Probelauf für kommende Dinge ... Seid gespannt. Bald gibt es mehr Neuigkeiten 🤭🤭

18/01/2026








Die Hundeszene ist in den letzten Jahren extrem laut geworden, aber gleichzeitig auch kälter.Ich arbeite seit vielen Jahren als Hundetrainerin und ehrlich ge...

Der Wahnsinn kennt keine Grenzen und die Frage nach dem HundeführerscheinIn Cloppenburg kam es zu einem tödlichen Hundev...
13/01/2026

Der Wahnsinn kennt keine Grenzen und die Frage nach dem Hundeführerschein

In Cloppenburg kam es zu einem tödlichen Hundevorfall. Ein 33 - jähriger Mann wurde regungslos im Straßengraben gefunden - bei ihm sein Hund. Und WIEDER ein Bully. Noch ehe man irgendwas wusste, konnte man überall im Netz Heldenhafte Dinge lesen... Sogar von Tierärzten! Welch noble und edle Tat von dem Hund sein Halter zu beschützen etc.

Was letztendlich zum Geschehen geführt hat, kann kein Außenstehender sagen. Dazu gehört eine unheimlich tiefgreifende Anamnese..... Wozu man aber etwas sagen kann, sind die unsäglichen Kommentare und - für mich- völlig weltfremden, pardon, teilweise völlig entartete Meinungen, die man wieder im rechtsfreien Raum Internet ablassen kann. Da gibt es wirklich Menschen die fabulieren:
- das es kein Hund war
- es war ein anderer Hund
- er wurde misshandelt
- das Herrchen ist zusammengebrochen und der Hund wollte helfen!!!! usw...

Es gibt Sachen die kann man sich nicht vorstellen, man kann gar nicht abstrakt und quer genug denken, um manche Mitmenschen zu verstehen....

Und hier sieht man deutlich: Wir sind soweit von Vernunft entfernt, wie scheinbar noch nie. Ich dachte immer schon dieses Endlosdebatten und Lagerfehden wenn es um die Fütterung geht, positive VS negativ Verstärken, Halsband oder Geschirr, welche Rasse ist die Beste, Züchter oder kein Züchter usw usw sind schon extrem, aber diese Einfältigkeit schockiert und entsetzt mich wirklich.

DAS sind genau die Leute - denen man auf der Runde nicht begegnen will. Völlig weltfremd, emotional aufgeladen, moralische Vernichter, politisierend, resistent gegen jegliche Faktenbasierende Argumentation und weeeeeeiiiiit weg von einem vernünftigen Miteinander... Es macht mir Angst solche Kommentare zu lesen, denn ich hatte meinerseits, die romantische Vorstellung, der Bildungsstandard im Bereich Hund wäre so hoch wie nie, weit gefehlt. Ich war bisher gegen eine allgemeine Sachkundepflicht, aber offensichtlich ist es bitter nötig, das jetzt alles in dieser Richtung angestrebt wird..

Und noch einmal Leute - Der Hund bringt die Veranlagung mit und der Mensch holt diese hervor, ganz gleich ob bewusst oder unbewusst. Würde der Hund nicht veranlagt sein, könnte man ihn nie dazu bringen. Es ist ein Aufeinandertreffen von 2 unglücklichen Faktoren, die zu so Etwas führen...

Und wer mir nicht glaubt, kann sich gerne selbst überzeugen und 3 besonders wertvolle Kommentare lesen....

https://www.welt.de/vermischtes/article6965305a54e8233d6fbdf1b2/niedersachsen-mann-tot-in-strassengraben-gefunden-offenbar-von-eigenem-hund-totgebissen.html

https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/drama-in-lohne-mann-stirbt-offenbar-nach-kampf-mit-eigenem-bulldog-94119798.html






̈fung

Super geschrieben
10/01/2026

Super geschrieben

Weil man es hört und immer wieder anders interpretiert.

Der seriöse Züchter!

Und jeder versteht was anderes drunter.
Ich habe viel Kontakt zu anderen Züchtern und auch Zugriff zu anderen Sichtweisen. Deswegen möchte ich gerne einen Blick darauf werfen. Jeder kann sich ja seine Meinung zurechtbasteln, wie er möchte. Das steht ja jedem frei. Definitiv ist das Wort „seriös“ für Nichtzüchter ein Kampfwort geworden, mit dem um sich geschlagen wird, als gäbe es nur eine Meinung. Für das Wort „seriös“ gibt es noch nicht mal eine wirklich taugliche „Übersetzung“. Es wird gerade in Sozial Network verwendet, wo man von Züchtern und deren Welpen hört. Lasst uns mal einen Blick darauf werfen.

Gleich vorneweg.
Der Welpe aus der Zucht vs. der Hund aus dem Tierheim.
Es gibt viele Leute, die immer wieder laut schreien, man möge sich doch einen Hund aus dem Tierheim holen, die wären voll. Züchter würden das Leid noch verschlimmern.
Nein. Tun wir nicht. Ganz, ganz selten befinden sich wirklich Hunde in Tierheimen, die einer Rasse angehören, die meisten Hunde sind Mischlinge. Oft Hunde mit Vorgeschichte, Hunde, mit der falschen Zugehörigkeiten, Hunde die krank sind oder die zugebissen haben. Jeder, der einen Hund aus dem Tierheim holt, verdient meinen vollsten Respekt. Allerdings zeigt es sich, dass Hunde, die krank, ungut oder gar bissig sind, oft ein lebenslanges Ticket im Tierheim gebucht haben und ihr Zwingerzuhause vermutlich nie verlassen werden. Zudem haben manche Tierheime auch ein eher seltsames Vergabekonzept. Ob es wirklich Sinn macht, Familienstand, Beziehungsstatus, Einkommen und Kontostand als Vergabekriterium zu verwenden, weiß ich nicht. Ist doch sehr persönlich.
Bei einem Hund vom Züchter weiß man zumindest, was man bekommt. Sucht man sich einen Dackelzüchter, wird man einen Dackel bekommen. Das weiß man. Sucht man sich einen Welpen aus einem Aussiwurf, wird man einen Aussi großziehen, weiß man auch. Sucht man sich einen Dalmatiner, weiß man auch, was auf einen zukommt. Bei einem Hund aus dem Tierheim, selbst wenn es ein Welpe oder ein sehr junger Hund ist, weiß man oft nichts. Dieses Dings kann ein Überraschungspaket sein, dem man gerecht werden muss.

Aber was macht jetzt aus einem Züchter einen „seriösen“ Züchter? Was muss der haben, was muss der tun? Da gehen die Meinungen weit auseinander. Lasst mal anfangen:

Der seriöse Züchter hat eine ewig lange Warteliste!
Ich bin immer wieder erstaunt, wie man auf die Idee kommen kann, dass ein Züchter, der etwas auf sich hält, eine Warteliste haben muss. Obliegt es nicht dem Züchter, ob er eine machen will oder nicht? Das sagt doch gar nichts über seine Qualität aus? Manche Züchter haben wirklich endlos lange Wartelisten und nicht mal ansatzweise so viele Welpen, um das abdecken zu können. Stellt sich jetzt die Frage, wie lange man als „Kunde“ auf seinen Wunschwelpen warten will. Zwei Jahre, drei? Ganz ehrlich, die meisten Menschen, die einen Welpen suchen, suchen ihn jetzt oder in nächster Zeit. Aber Jahre zu warten, ist etwas, was die wenigstens wollen. Oft lassen sich Züchter noch nicht geborene, oftmals noch nicht mal gezeugte Welpen anzahlen. Man muss also für etwas bezahlen, was noch gar nicht existiert? Ich meine, es kann jetzt jeder denken, was er will, aber ich finde es fairer, über etwas zu sprechen, was es schon gibt. Nicht nur das Hündinnen nach der Paarung leer bleiben könnten, Tragzeit und Geburt sind ein enormes Risiko, bei dem alles oder auch nichts passieren kann. Immer zu glauben, dass bei einer Geburt alles gutgeht, ist ein falscher Glaube. Es geht oft genug etwa daneben und Welpen sterben wesentlich öfter, als man glaubt. Allerdings wird über diese Dinge fast nie gesprochen. Wenn ein Züchter mit einer Wartelist arbeiten möchte … alles gut, wenn nicht, ist er nicht schlecht oder böse, er arbeitet nur anders.

Der seriöse Züchter hat nur wenige Hunde und wenige Würfe im Jahr.
Ich habe Kontakt zu Züchtern mit sehr vielen Hunden und auch zu solchen, die nur wenige Hunde haben. Ich kenne welche, die nur ab und zu einen Wurf haben und auch solche, die regelmäßig Würfe großziehen, und ich kenne auch solche, die mit den Würfen den Aufbau ihrer gesamten Zucht finanzieren. Diese Kontakte erstrecken sich über die gesamte EU bis hin nach Amerika. Dabei habe ich folgendes festgestellt. Nicht jeder Züchter, der wenige Hunde hat, ist automatisch seriös, nicht jeder, der viele Hunde hat, automatisch ein Vermehrer und nicht jeder, der von seiner Zucht lebt, automatisch ein Gauner und ein Ausbeuter.
Was ich erlebt habe.
Züchter mit den „ab und zu Würfen“ oder sehr wenigen Würfen haben kaum bis keine Erfahrung. Sie machen oft keinen schlechten Job, sind bemüht, aber ihre Erfahrung hält sich in Grenzen. Wie sollen sie die auch kriegen?
Züchter mit vielen Hunden haben einen unglaublichen Erfahrungsschatz und können Dinge erzählen, die sonst niemand zu erzählen hat. Sie sind nicht automatisch schlecht, nur weil sie viele Hunde haben, aber sie wissen Sachen, die man in keinem Fachbuch zu lesen bekommt. Eben weil es Dinge gibt, die selten sind und die man erleben muss. Ein Züchter mit vielen Hunden muss nicht zwangläufig schlecht sein. Nein, er hat einfach mehrere Hunde und hat sich der Zucht verschrieben. Daran ist nichts Verwerfliches und solche Leute frage auch ich gerne, ob dies oder jenes in ihrer Laufbahn schon mal vorgekommen ist. Oft sind deren Tipps die weit besseren, als jene vom Tierarzt oder von sonst jemanden.
Dann gibt es auch noch jene, die von ihrer Zucht leben. Von diesen Leuten gibt es mehr als man glaubt. Den größten Züchter, den ich kenne, hat über sechzig Hunde, entsprechend viele Welpen und eine Organisation, die es in sich hat. Solche Leute sagen oft: Es mag nicht jeder hören, aber irgendwie muss sich eine Hundezucht auch finanzieren. Sechzig Hunde zu versorgen, kostet ein kleines Vermögen. Will man für jeden Hund da sein, alte Hunde kastrieren, junge Hunde durchuntersuchen, nebenbei auch noch Sport mit diesen Hunden betreiben, selbst leben und für die Dogs 24/7 da sein, dann weiß man, wo all die Dollars hinlaufen.
Das alles hat nichts mit einem Vermehrer zu tun, der Hündinnen in irgendwelche Kellerboxen sperrt und ohne jede Vorsorge ständig Welpen produzieren, die dann in unsauberen Verhältnissen lieblos heranwachsen, um dann vertickt zu werden. Sowas sollte sich nicht Züchter nennen, denn selbst wenn ein Züchter viele Hunde hat, kümmert er sich um sie und sichert ihre Bedürfnisse.

Der seriöse Züchter gehört einem Club an, bei dem es strenge Regeln gibt.
Mit diesem Satz bewerben sogar Züchter ihre eigene Zucht und wer dem ganzen noch eins draufsetzen will, nennt die FCI mit dem für das Land zuständigen Verband. ÖKV, VDH, CMKU oder MEOESZ.
Definition:
Die FCI (Fédération Cynologique Internationale) ist eine internationale kynologische Dachorganisation, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit nationaler Hundezuchtverbände zu koordinieren, Rassestandards festzulegen und zu verwalten sowie die internationale Anerkennung von Zuchtbüchern und Abstammungen sicherzustellen. Zugegeben, diese Dachorganisation ist mächtig, allerdings ist dort auch nicht alles Gold was glänzt.
Gäbe es gewisse Rassestandards nicht, müsste wir uns heute keine Gedanken über Qualzuchtmerkmale machen, die lange Zeit das Markenkennzeichen einiger Rasse waren und heute verteufelt werden.
Fragt man einen Züchter, wie diese „strengen Regeln“ denn aussehen, wird einem sehr schnell klar, dass die Regeln fallweise sehr lückenhaft sind.
Generell liegt die Verantwortung einer Zucht immer beim Züchter, nie bei einem Verband oder Verein, denn wenn es Probleme in dieser einen Zucht gibt, ist allein der Züchter für seine Welpen verantwortlich und muss dafür geradestehen. Der Verband wird nicht für ihn die Verantwortung übernehmen.
Somit sollte sich auch der Züchter mit mehr als nur mit vorgegebenen Regeln und der Zuchtzulassung beschäftigen. Ein Züchter, der hinter seiner Zucht steht, egal über welchen Verein oder Verband er züchtet, wird sich Gedanken machen und sich mit Vererbung und Genetik auseinandersetzen. Früher sortierte man Zuchthunde nach äußerem Erscheinungsbild. Der Ausstellungssieger, abgesegnet durch einen Formwertrichter, wurde dabei das ultimative Sinnbild der Rasse und die Vorgabe für viele andere Züchter. Mit Linienzucht (weiter entfernte Inzucht) wurde dann versucht, auf schnellstem Wege diesem Sinnbild so nahe wir möglich zu kommen, um ebenfalls einen Ausstellungssieger präsentieren zu können. Seit man Gene „sehen“ kann, hat sich allerdings einiges verändert, denn diese Form der Selektion nach äußerem Erscheinungsbild birgt die Gefahr der genetischen Verarmung, was bei Rassen wie Collie oder Dobermann zu sehen ist, die bereits eine derart enge Genetik haben, dass es kaum noch Zuchtpartner gibt, die nicht miteinander verwandt sind.
Ein namhaftes Pedigree und die Eintragung in einem speziellen Verband garantiert noch lange keinen gesunden Hund, denn die Sache mit genetischen Screenings (Test auf genetische Erkrankungen) und der Nachweis der Elternschaft hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Was auf dem Papier steht, muss nicht zwangsläufig stimmen. Um es genau zu sagen, die Mehrheit der FCI Pedigrees weltweit sind bis heute nicht DNA verifiziert und ob da jetzt immer alles stimmt was drinnensteht, sei mal dahingestellt. Ist überdies mit Pedigrees anderer Vereine genauso. Eine Elternschaftsüberprüfung beim Welpen wollen viele nicht.
Die „strengen Regeln“ sollte man sich sehr genau ansehen, wenn man sich mit Zucht auseinandersetzt und ergänzen, was noch fehlt oder was wichtig wäre.
Genetik ist ein interessanter Gamechanger geworden, denn seit man den Inzuchtkoeffizienten und die genetische Vielfalt testen kann, weiß man, wie es eigentlich um die Rasse, die man züchten möchte, bestellt ist. Testet man dann auch noch sämtliche genetischen Erkrankungen durch (große Testpakete werden bereits von mehreren Laboren angeboten) und nicht nur jene, die für die Rasse bekannt sind, könnte es durchaus passieren, dass man eine relevante Erkrankung findet, von der man aktuell in der Rasse noch gar nichts gewusst hat. Was man nicht testet, kann man nicht finden.
Diese Verantwortung tragen aber Züchter, sonst niemand. Ein Züchter mit Wissen macht vielleicht etwas mehr als vorgegeben, lässt einen kompletten Farbcode erstellen, weiß über genetische Erkrankungen in seiner Rasse Bescheid, testet aber mehr, um sicherzugehen, und weiß auch um den IK-Wert bzw. die Heterozygotie.
Verwirrt?
Ganz ehrlich. Wenn ich mich bei Züchtern melde und von diesen Dingen spreche, kommen viele nicht mehr mit, ganz egal, welchem Verband oder Verein sie angehören und ein DNA-Profil mit Abstammungsgutachten, was meiner Meinung nach zu jedem Pedigree dazugehört, wurde mir erst ein einziges Mal ausgehändigt, und dieser Hund war kein FCI-Hund.

Wirkliches Fachwissen über Zucht haben meist jene Züchter mit sehr vielen Hunden und sehr vielen Würfen, als jene, die nur ein oder zwei Würfe im Jahr haben. Wenn ich ehrlich bin, auch ich brauche öfter einen Rat oder suche Problemlösungen, aber die fand ich noch nie bei kleinen Züchtern, sondern bei den ganz großen, weil diese Leute einfach einen unglaublichen Erfahrungsschatz haben.

Fazit:
Wie man seine Meinung über den „seriösen Züchter“ formuliert, ist jedem selbst überlassen, aber „seriös“ hat was mit Ehrlichkeit zu tun und auch das muss ich zugeben: Nirgends wird mehr gelogen und geschwindelt als in der Hundezucht, und vermutlich wird auch nirgends mehr unsinniger Blödsinn betrieben, wenn man sich so manche dubiosen Rasseneufindungen ohne jegliches Fundament anschaut.
Persönlich glaube ich, dass es eine Berufung ist, Züchter zu sein und die Priorität sollte auf Gesundheit und genetische Vielfalt gelegt werden und nicht auf das neue Farbmuster oder den tollen Ausstellungssieger, der zwar schick aussieht, aber genetisch eine arme Sau sein kann.

09/01/2026

Ich habe nicht wegen des Einbrechers meine Sachen gepackt. Ich bin gegangen, weil mein Hund auf ihrem weißen italienischen Teppich verblutet ist und mein Schwiegersohn als Erstes gefragt hat, wer die professionelle Reinigung bezahlt.

Ich heiße Rolf. Dreißig Jahre lang habe ich Menschen gesucht, wenn sie in den Bergen verschwunden sind. Ich habe Leute aus Schluchten gezogen, habe Spuren im Schneetreiben gelesen, habe stundenlang nur auf Wind, Atem und das leise Zittern einer Leine gehört.

Und in den letzten sechs Monaten habe ich in einer sogenannten Einliegerwohnung gelebt in der Neubau-Burg meiner Tochter Katrin am Rand von München, wo alles weiß ist, alles glatt, alles leise.

Ich habe zwei Dinge mitgebracht: eine Sporttasche mit Flanellhemden und Kuno.

Kuno ist zwölf. Ein Mischling aus Bracke und Schäferhund, wie sie früher oft neben einem standen, wenn es ernst wurde. Ein Ohr sieht aus wie eine zerknitterte Landkarte.

Das hat er sich geholt, als in der Dämmerung ein Keiler aus dem Dickicht brach – genau in dem Moment, als wir ein vermisstes Kind gefunden hatten. Kuno stellte sich dazwischen, ohne zu überlegen. Er riecht nach nasser Fichte, nach altem Fell und nach Tagen, die man nicht mehr zurückdrehen kann. Wenn es regnet, humpelt er ein bisschen.

Für meinen Schwiegersohn Tobias ist Kuno ein „Hygienerisiko“.

Tobias ist, wie man so sagt, ein guter Mann auf dem Papier. Er arbeitet irgendwas mit Daten, Optimierung, Prozessen. Er hat ein Haus, in dem die Lampen angehen, bevor man den Raum betreten hat.

In dem die Heizung „mitdenkt“. In dem eine Stimme aus der Wand dir sagt, wie viel Hafermilch noch da ist. Tobias liebt Dinge, die man wegwischen kann. Dinge, die man stumm schalten kann. Dinge, die sich nicht überraschend verhalten.

„Rolf“, sagte er letzten Dienstag in der Küche, als würde er gleich eine Präsentation starten, „wir müssen über den Hund reden.“

Kuno lag unter dem Tisch und schnarchte leise, dieses alte, rasselnde Schnarchen, das eher klingt wie ein Versprechen: Ich bin noch da.

„Was ist mit ihm?“, fragte ich und trank meinen Kaffee schwarz, weil alles andere mir vorkommt wie eine Ausrede.

Tobias schob seine Brille höher. „Er… er tut sich schwer. Die Krallen zerkratzen das Parkett. Er haart. Und Mats hat Angst.“

Ich sah zu meinem Enkel Mats. Acht Jahre alt. Er saß auf dem Sofa, mit so einer VR-Brille auf dem Kopf, und fuchtelte in der Luft herum, als würde er gegen Drachen kämpfen. Mats hatte keine Angst vor Kuno. Mats wusste nur nicht, was man mit einem Lebewesen macht, das nicht blinkt und nicht zurückpiept.

„Ich habe da was gefunden“, fuhr Tobias fort und legte ein Hochglanzblatt auf die Kochinsel aus Stein. „Eine Seniorenbetreuung für Tiere. Warm. Rund um die Uhr. Man kann per Kamera gucken. Wir würden das bezahlen. Es ist sicherer für alle.“

„Kuno ist kein Möbelstück“, sagte ich. Meine Stimme war ruhig, aber ich spürte, wie etwas in mir hart wurde. „Er ist mein Partner. Den stellt man nicht ab, weil er alt wird.“

Katrin kam rein, Handy am Ohr, als würde sie auf der Stelle gebraucht werden, um die Welt zu retten. „Papa, das ist doch keine Strafe. Das ist… Verantwortung. Er ist ein Risiko. Was, wenn er schnappt? Er kommt aus dem Wald. Er ist nicht… na ja…“

Sie suchte nach dem Wort, das in dieses sterile Wohnzimmer passt.

„Zivilisiert“, sagte Tobias leise, als hätte er es gefunden.

Zivilisiert.

Ich sah mich um. Grau. Weiß. Glas. Nichts, was nach Leben aussah. Keine Krümel. Keine Macken. Nicht mal ein Foto, das schief hängt. Nur dieses Summen von Technik, die immer wach ist.

Wenn das hier Zivilisation sein sollte, war ich offenbar der falsche Mensch.

Zwei Nächte später kam der Sturm.

Nicht dramatisch im Fernsehen. Kein Weltuntergang. Nur ein echtes, dreckiges Unwetter, das das Netz zerriss wie eine alte Plane. Strom weg. Internet weg. Das Haus, das sonst alles konnte, wurde plötzlich stumm.

Ich lag unten, in der Einliegerwohnung, mit einer Kerze, einem Buch und Kuno an meinen Füßen.

Dann hob Kuno den Kopf.

Er knurrte nicht. Er bellte nicht. Er wurde einfach nur… still. So still, dass die Luft im Raum schwer wurde. Das Fell auf seinem Rücken stand hoch, jede Narbe an ihm schien plötzlich zu erzählen.

Und dann hörte ich es.

Schritte oben. Schwer. Nicht die leichten Schritte meiner Tochter. Nicht das schnelle Trippeln von Mats. Stiefel auf Dielen.

Ich griff nach der Taschenlampe und dem alten Baseballschläger, den ich mir aus Gewohnheit neben das Bett gelegt hatte. Nicht weil ich Ärger suche. Sondern weil ich mein Leben lang gelernt habe: Wenn es dunkel wird, willst du etwas in der Hand haben, das dir nicht verspricht, sondern hält.

Kuno war schon unterwegs.

Er bewegte sich nicht wie ein alter Hund. Nicht wie ein Tier, das bei Regen humpelt. Er bewegte sich wie ein Schatten, der sich erinnert.

Ich rannte die Treppe hoch. Mein Herz hämmerte, als würde es gegen Rippen schlagen, die zu eng geworden sind.

Ich hörte Katrin schreien.

Ich hörte Tobias rufen: „Hey! Wer sind Sie?“

Und dann dieses dumpfe Geräusch – Faust auf Gesicht, Körper auf Boden.

Als ich oben ankam, schnitt der Lichtkegel meiner Taschenlampe durch das Dunkel.

Ein Mann im Hoodie stand über Tobias, in der Hand etwas Metallisches – ein Brecheisen oder eine Eisenstange. Tobias lag halb auf dem Teppich, keuchend, orientierungslos. Mats kauerte hinter dem Sofa, klein wie ein Bündel Angst.

Der Mann hob die Stange.

„Zurück!“, kreischte er. Seine Stimme war dünn, scharf, viel zu hoch für einen Erwachsenen. Da war Verzweiflung drin. Und etwas, das nach Kontrollverlust roch.

Dann schoss aus dem Flur ein grauer Körper.

Kuno prallte gegen ihn, achtzig Pfund Fell, Knochen und Wille. Es war kein sauberer „Diensthund“-Griff. Es war nichts Geübtes, nichts Vorzeigbares. Es war das, was ein alter Hund tut, wenn er versteht, dass jetzt jemand aus seinem Rudel sterben könnte.

Kuno packte den Unterarm des Mannes.

Der Mann schrie auf. Er riss am Brecheisen, holte aus, schlug zu.

Ein trockener Knall.

Ich hörte etwas brechen. Kuno ließ nicht los.

Er knurrte nicht wie ein Tier aus Filmen. Es war ein Laut aus der Tiefe, aus einem Ort, den man nicht erreicht, wenn man sein Leben damit verbringt, Böden zu polieren.

Der Mann trat nach ihm, fluchte, riss sich los. Ich schlug mit dem Schläger, mehr Instinkt als Kraft. Es reichte. Nicht weil ich stark war, sondern weil der Mann plötzlich Angst hatte – nicht vor mir. Vor diesem alten Hund, der sich nicht wegschalten ließ.

Er stolperte zur Terrassentür. Die war so ein elektronisches Ding, das sich normalerweise automatisch verriegelt, wenn alles läuft. Ohne Strom stand sie halb offen, als hätte das Haus selbst kurz vergessen, was „Sicherheit“ bedeutet.

Der Mann verschwand in die Nacht, in den Regen, in das Dröhnen des Sturms.

Und dann war es still.

So still, dass ich meinen eigenen Atem hörte, als wäre er fremd.

„Licht!“, rief Tobias, reflexhaft, als würde eine Stimme aus der Wand gleich antworten.

Nichts.

Ich kniete neben Kuno. Er lag auf der Seite. Sein Brustkorb hob und senkte sich flach, schnell, feucht. Am Schulterblatt klaffte eine Wunde, und sein Blut – warm, rot, ehrlich – sickerte in den weißen Teppich.

Den weißen Teppich, den Katrin sich aus irgendeinem Design-Laden ausgesucht hatte, weil er „Ruhe“ ausstrahlt.

„Kuno“, flüsterte ich und presste meine Hände auf die Wunde. „Bleib bei mir. Hörst du? Bleib bei mir.“

Katrin hielt ihre Handytaschenlampe hoch. Der Lichtkegel wackelte. Sie leuchtete Tobias ab, Mats, die zerwühlte Couch.

Dann traf das Licht Kuno.

Und den Teppich.

„Oh Gott“, sagte Katrin. Sie schlug sich die Hand vor den Mund. „Das Blut…“

Tobias stand auf, wankte, rieb sich den Kiefer. Er ging näher, beugte sich nicht zu Kuno runter. Er sah nicht in seine Augen. Er sah… nach unten.

„Ist er… ist er tot?“, fragte er, und ich hoffte für eine Sekunde, dass er es ernst meinte.

Aber dann kam es, ganz nüchtern, ganz sauber: „Rolf, der Teppich. Das kriegt man nie wieder raus. Wer bezahlt die Spezialreinigung? Das ist doch… das ist Bio… wir können jetzt keine…“

Ich wurde kalt.

Mein Hund lag da, mit gebrochenen Rippen, weil er Tobias’ Leben zwischen seinen Zähnen festgehalten hatte und Tobias dachte an Flecken.

„Gib mir die Autoschlüssel“, sagte ich.

„Papa, wir müssen… wir müssen erst Hilfe rufen“, stammelte Katrin. „Und… und das alles…“

„Schlüssel“, sagte ich. Und da war er, dieser Ton, den ich früher gebraucht habe, wenn Leute in Panik geraten sind und du sie trotzdem bewegen musst.

Tobias warf mir die Schlüssel zu – zu meinem eigenen alten Geländewagen, den sie nicht in die Einfahrt lassen wollten, weil er „nicht zum Gesamtbild passt“. Er stand immer an der Straße, wie ein Hund, den man nicht reinlassen will.

Ich hob Kuno hoch. Er war schwer. Schwerer als früher. Aber ich spürte das Gewicht kaum, weil in mir nur noch ein Gedanke war: Nicht hier. Nicht auf diesem Teppich. Nicht unter diesen Blicken.

Kuno wimmerte leise und leckte mir über das Kinn, als würde er sich entschuldigen, dass er gerade stört.

Ich fuhr durch den Regen zur nächsten Tierklinik mit Notdienst, irgendwo hinter der Stadt, wo die Straßen dunkel sind und die Leute echte Nachtarbeit kennen.

Ich saß stundenlang auf dem Linoleumboden im Wartebereich und hielt eine Pfote, rau wie Schmirgelpapier. Ich redete leise mit ihm, so wie man mit jemandem redet, der schon viel für dich getan hat, auch wenn du nie sicher warst, ob er deine Worte braucht.

Er hat es geschafft.

Zwei gebrochene Rippen, Nähte, Schmerzmittel. Die Tierärztin sagte, sein Herz sei „stark wie ein Ochse“, und ich lachte kurz, weil ich wusste: Das war kein Herz wie ein Ochse. Das war ein Herz wie ein Hund, der verstanden hat, was Loyalität bedeutet.

Am Morgen fuhr ich zurück. Ich ging nicht ins Haus. Ich ging zur Garage und lud meine Werkzeuge ein. Meine Kisten. Meine Flanellhemden. Alles, was wirklich meins war.

Das Haus war wieder wach. Es summte. Es blinkte. Als hätte es nichts gemerkt.

Tobias kam raus, Kaffeebecher in der Hand, als wäre der Abend davor eine Störung gewesen, die man jetzt aus dem System löschen kann.

„Rolf“, sagte er vorsichtig. „Wegen gestern… es tut mir leid. Das war der Schock. Wir sind dankbar. Wirklich.“

Er machte eine Pause, und ich wusste, was kommt, noch bevor er es sagte.

„Aber… Katrin und ich haben geredet. Nach dieser… Aggressivität… wir glauben, dass der Hund zu unberechenbar ist, gerade mit Mats. Wenn er einen Menschen angreifen kann, ist das ein Risiko.“

Ich sah ihn an. Ich sah einen Mann, der dachte, Sicherheit entsteht durch Kameras und Apps und makellose Oberflächen.

„Er hat niemanden angegriffen“, sagte ich und zog den Spanngurt fest. „Er hat sein Rudel geschützt. Etwas, das du offenbar nicht verstehst.“

„Wohin willst du?“, fragte Tobias.

„Nach Hause“, sagte ich.

„Aber du hast doch kein richtiges Zuhause mehr…“

„Doch“, sagte ich. „Ich habe mir vor Monaten eine kleine Hütte im Wald gekauft. Holzofen. Zugige Fenster. Dielen, die knarren. Dreck, der nicht sofort ein Drama ist.“

Tobias verzog das Gesicht. „Das ist doch nicht sicher. Du kannst nicht allein…“

Ich stieg ein. Kuno lag auf dem Beifahrersitz, Seite geschoren, bandagiert, halb benommen. Als er mich sah, schlug sein Schwanz einmal gegen die Sitzkante. Nicht viel. Gerade genug.

„Sicherheit ist kein Smart-Schloss“, sagte ich, ließ den Motor an und spürte, wie der alte Wagen unter mir lebendig wurde. „Sicherheit ist zu wissen, wer dir den Rücken freihält, wenn alles ausgeht.“

Ich legte den Gang ein.

„Grüß Mats von mir“, sagte ich. „Sag ihm: Wenn er irgendwann lernen will, wie echte Treue aussieht – dann weiß er, wo er uns findet.“

Ich fuhr los. Ich schaute nicht zurück auf das Haus. Ich schaute zu Kuno. Er legte seinen schweren Kopf an meine Schulter und seufzte, als würde er sagen: Endlich.

Wir haben uns ein Leben gebaut, das so sehr nach Komfort giert, dass es alles verlernt, was Mühe kostet. Wir behandeln Loyalität wie eine Dienstleistung und schieben weg, was alt wird, laut wird, unbequem wird.

Aber wenn die Dunkelheit kommt und sie kommt, früher oder später, dann zählt am Ende nicht, wie weiß der Teppich war.

Dann zählt nur der Herzschlag von dem, der bereit ist, für dich zu bluten.

Ich bin fertig mit „smart“.

Ich nehme einen treuen Hund und einen Fleck, der die Wahrheit erzählt – jeden Tag.

Urheber Claudia Mauer

Adresse

Beethovenstraße 12
Ronneburg
07580

Öffnungszeiten

Montag 11:00 - 17:00
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