25/08/2026
Wenn chronischer Durchfall zur echten Herausforderung wird 🧐🧠
🐕 Vor 2 Wochen wurde uns eine 13 Jahre alte Hündin vorgestellt, welche bereits seit zwei Monaten unter starkem, wässrigem Durchfall litt und bisher nichts so richtig geholfen hatte. Sie fraß schlecht, war schlapp, hatte abgenommen und trank auffällig viel.
Im Bauchultraschall zeigten sich deutliche Veränderungen der Darmwand, sogenannte „Tiger Stripes“. Die Magenwand war ebenfalls verändert. Zusammen mit den Blutwerten aus vorherigen Untersuchungen bestand der dringende Verdacht auf eine Protein-Losing-Enteropathy (PLE).
📚 Bei einer PLE werden Proteine aus der Nahrung über den erkrankten Darm nicht ausreichend aufgenommen. Dadurch sinkt der Eiweißspiegel im Blut. Diese Eiweiße (vor allem das sog. Albumin) sind aber unter anderem dafür zuständig, den Druck innerhalb und außerhalb der Zellen zu regulieren. Fehlen sie, tritt Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem ins Gewebe aus. In Folge dessen kommt es zu Wassereinlagerungen (Ödeme), und Flüssigkeitsergüssen in den Körperhöhlen (sog. Aszites).
Zunächst stellten wir Ellis Fütterung auf eine streng fettarme, hochverdauliche Diät um und leiteten eine unterstützende Therapie ein. Außerdem wurden regelmäßige Kontrollen der Blutwerte und des Bauchumfangs vereinbart.
Bei der Kontrolle wenige Tage später hatte sich Ellis Zustand jedoch weiter verschlechtert. Im Bauchraum war nun freie Flüssigkeit (Aszites) sichtbar. Deshalb erweiterten wir die Behandlung und begannen zusätzlich mit Cortison, um die Entzündung im Darm zu reduzieren und den Eiweißverlust zu begrenzen.
Kurz darauf kam endlich die erste gute Nachricht: Elli wurde wieder fröhlicher und interessierter. Nach langer Zeit gab es sogar wieder den ersten festeren Hundehaufen. 💚
Unsere Patientin ist noch nicht über den Berg. Bei einer PLE sind eine passende Ernährung, regelmäßige Kontrollen und eine individuell angepasste Therapie besonders wichtig. Dennoch haben wir uns mit ihrer Familie sehr über diesen kleinen Erfolg gefreut. ☺️