27/05/2026
Ein Hochmoor (auch Regenmoor genannt) ist ein faszinierendes, nasses Ökosystem, das sich ausschließlich durch nährstoffarmes Regenwasser speist und im Laufe von Jahrhunderten uhrglasförmig in die Höhe wächst. Weil es völlig den Kontakt zum grundwasserführenden Boden verliert, herrschen dort extrem saure und nährstoffarme Bedingungen.
Speisung: Ausschließlich durch Niederschläge, weshalb sie extrem mineralarm sind.
Wachstum: Extrem langsam, die Torfschicht legt pro Jahr nur etwa 1 Millimeter zu.
Bodenmilieu: Hochmoore sind extrem sauer mit pH-Werten, die bis auf den Wert 2 sinken können.
Aufbau: Typisches Mosaik aus erhöhten Pflanzeninseln (Bulten) und wassergefüllten Senken (Schlenken).
Im Gegensatz zum Hochmoor ist ein Niedermoor (oder Flachmoor) an das Grund- oder Oberflächenwasser angeschlossen.
Wegen der extremen Lebensbedingungen sind Hochmoore relativ artenarm, bieten aber hochspezialisierten Lebenskünstlern eine Heimat:
Torfmoose: Sie sind die Baumeister des Moores. Sie wachsen an der Spitze weiter, während sie unten absterben und zu Torf werden. Sie entziehen der Umgebung Nährstoffe und geben Säure ab.
Sonnentau: Eine fleischfressende Pflanze, die Insekten fängt, um ihren Bedarf an Stickstoff zu decken.
Wollgras: Bekannt für seine markanten, weißen und watteartigen Fruchtstände.
Spezialisierte Insekten: Gefährdete Arten wie die Hochmoor-Mosaikjungfer (eine Libellenart) oder der Hochmoor-Glanzflachläufer.
Obwohl Moore weltweit nur einen kleinen Teil der Landfläche bedecken, sind sie gigantische Kohlenstoffspeicher. Sie binden im nassen Zustand deutlich mehr CO₂ als die Wälder der Erde. In Deutschland sind jedoch rund 95 Prozent der Moore entwässert worden – oft für die Landwirtschaft oder den Torfabbau. Trockengelegte Moore setzen riesige Mengen an Treibhausgasen frei. Aus diesem Grund laufen heute viele Projekte zur Moor-Renaturierung und Wiedervernässung.