Equus-via Reiten im Naturpark Hohe Mark
dem grünen Band zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Komm mit und sei dabei.

- Mobiler Unterricht :
- Kommunikation/ Körpersprache Mensch-Pferd
- Bodenarbeit, Gelassenheitstrainig
- Angstexpertin für Pferd und Mensch
- bilaterale Stimulation Listen to your Horse and lern to understand
„dein Weg ist mein Ziel“
unter diesem Motto begleite ich dich bei der Pferdeausbildung mit Bodenarbeit als Mentaltrainer helfe dir und deinem Pferd wenn Blockaden /Traumata vorliegen. Laß

dich auf dem Rücken deines Pferdes durch eine einzigartige Naturlandschaften führen. Wir bieten vom Einsteigen ins Wanderreiten, Ausritte, Tagesritte, Stern und Wanderritte.

06/09/2026

Bevor jetzt jemand aufschreit: Ich spreche nicht gegen Reitunterricht.
Ich spreche gegen Unterricht bei dem der Reiter nur lernt
was er tun soll ohne zu verstehen, warum!

Die Motivation Reitunterricht zu nehmen ist vielfältig.
-> besser reiten
-> Fehler korrigieren oder einfach Unterstützung bekommen.

Doch nicht jede Reitstunde beschäftigt sich wirklich mit der Biomechanik des Pferdes, seiner Wahrnehmung oder der Kommunikation zwischen Pferd und Reiter.
Manche enden bei:
„Setz dich mal durch!“
„Wenn du nicht willst - kann ich dir auch nicht helfen“
„Du lobst ihn gerade für sein Fehlverhalten!“

Hier beginnt psychologisch etwas interessantes: Kognitive Dissonanz.

Der Reiter vertraut der Person, die ihm Anweisungen gibt und hört irgendwann auf
-> selbst zu hinterfragen.
Ist das gerade wirklich richtig?
Verstehe ich und/oder mein Pferd die Aufgabe?
Kann ich und/oder mein Pferd, daß körperlich und mental überhaupt leisten?

Denn wenn das Pferd nicht reagiert
entsteht beim Reiter schnell das Gefühl,
versagt zu haben und dieses Gefühl möchten wir nicht.
Wir wollen Erfolg. Anerkennung. Belohnung.
Unser Pferd übrigens auch. ❤️

Ich habe selbst erlebt, wie schnell man durch unreflektiertes Befolgen von Anweisungen etwas zerstören kann, das man vorher mühsam aufgebaut hat: Kommunikation, Vertrauen und Sicherheit.

Ich habe mich irgendwann bewusst aus dieser Form des
„Das musst du jetzt so machen“ herausgenommen.
Denn ich kenne mich und meine Pferde.
Ich weiß nicht immer sofort warum etwas nicht funktioniert
–> aber ich beobachte, hinterfrage und nehme ihre Reaktion ernst und entscheide immer zum Wohle meiner Pferde.

Mein Rat:
Wenn du während einer Reitstunde innerlich Widerstand spürst und eine Anweisung deinem Gefühl nicht richtig für dich oder dein Pferd anfühlt,
dann darfst du - Nein - sagen.
Denn wenn durch unbedachtes Handeln das Vertrauen deines Pferdes verspielt ist
trägt die Konsequenz
-> nicht dein Reitlehrer❗️

💬 Hast du dich schon einmal gegen eine Anweisung eines Trainers entschieden ?
Warum?
Was ist daraus entstanden?

03/09/2026

Vor einiger Zeit habe ich ChatGPT aus Spaß eine Frage gestellt:

„Wenn du ein Pferd wärst und…“ 🐴
…täglich ausreichend Futter und jederzeit Wasser zur Verfügung hättest,
…in deiner Herde auf Paddock und Wiese leben könntest,
…dort spielen, grasen, wälzen und soziale Kontakte pflegen könntest,
…Licht, Sonne und Regen erleben würdest,
und dein Mensch mit dir ein Ausreitgelände von ungefähr 56 km²
überwiegend Wald, zur Verfügung hätte…
mit ständig wechselndem Gelände und aller arten natürlicher Böden
Wurzeln, Wege, Steigungen, Wasser, unterschiedliche Böden, Pflanzen, Gerüche und all das, was eine natürliche Waldlandschaft zu bieten hat.

Und ihr würdet überwiegend im Schritt unterwegs sein, zwischendurch mal etwas flotter traben oder galoppieren – mit Pausen, in denen du stehen, schauen und von den natürlichen Pflanzen naschen könntest…

Was würde dir als Pferd fehlen?

Ich fand die Frage damals einfach spannend.

Denn manchmal frage ich mich, warum wir immer glauben, dass das Glück unserer Pferde irgendwo in der Ferne liegen muss.
Der nächste Kurs.
Die nächste Methode.
Das nächste Trainingskonzept.
Der nächste besondere Ort.

Dabei liegt so vieles bereits vor unserer Haustür.
Ein Pferd braucht keine spektakuläre Kulisse, um zufrieden zu sein.
Es braucht Bedürfnisse, die erfüllt werden.
Bewegung. Sozialkontakt. Nahrung. Ruhe. Sicherheit. Umweltreize. Abwechslung. Wahlmöglichkeiten und einen Menschen, der bereit ist, sich auf das Pferd einzulassen.

Vielleicht ist das manchmal viel weniger spektakulär, als wir denken.
Vielleicht ist genau das der Punkt:
-> Nicht immer mehr anbieten.
Sondern einmal genauer hinschauen, ob das, was bereits da ist, für dieses Pferd wirklich passend und ausreichend ist. 💚

Denn vielleicht müssen wir gar nicht immer in die Ferne schweifen.
Vielleicht müssen wir nur lernen, wieder zu sehen, was direkt vor uns liegt. 🌳🐴

Und jetzt interessiert mich deine Meinung:
Wenn du dein Pferd wärst –> was würde dir in deinem jetzigen Leben fehlen?

28/08/2026

Heute habe ich beim Aufräumen und Aussortieren die Abschwitzdecke von unserem Little gefunden.
Sie lag unter ein paar Decken, die seit dem Sommer noch zum Waschen dort lagen.

Ich nahm sie in den Arm und roch daran.
Und plötzlich war alles wieder da…

Momente voller Freude und Glück.
Momente voller Sorgen und Bangen.
Momente, die längst vergangen sind und sich für einen Augenblick
wieder ganz nah anfühlen.

Die Decke ist übrigens nicht schmutzig oder verdreckt.
Sie ist sauber mit ein paar Haaren.
Für mich ist sie so viel mehr als nur eine Decke.

Sie ist eine Erinnerung.
Erinnerungen sind etwas Besonderes.
Sie begleiten uns. Sie prägen uns. Sie geben uns manchmal sogar eine Richtung vor einen Weg den wir weitergehen möchten oder
den wir vielleicht nicht beschreiten wollen.

Manchmal komme ich an bestimmte Orte und bleibe einfach stehen.
Ich lasse die Zeit an mir vorbeiziehen – wie auf einem Zeitstrahl.
Und für einen Moment bin ich wieder dort.

Bei den Menschen.
Bei den Pferden.
Bei den Erlebnissen.

Es gibt ein altes Sprichwort:

„Solange wir uns an Menschen, Wesen und Orte erinnern, bleiben sie für uns unsterblich und wenn wir ihren Namen aussprechen, werden sie für uns wieder fühlbar.“

Vielleicht bewahren wir deshalb so viele Dinge auf.
Eine Decke.
Ein Halfter.
Ein Foto.
Ein altes Spielzeug.
Einen Brief.

Für andere vielleicht nur ein Gegenstand.
Für uns ein Stück Geschichte. ❤️
Vielleicht ist genau das die Aufgabe von Erinnerungsstücken:

Sie bewahren etwas von dem, was einmal war, wenn wir es mit den Händen nicht mehr festhalten können.

Little ist nicht mehr hier.
Aber dieser Moment mit seiner Decke hat mir heute gezeigt:
Manchmal braucht es nur einen Geruch oder einen Gegenstand
und plötzlich ist die Erinnerung wieder ganz nah. 🐴

💚 Welches Erinnerungsstück bewahrst du auf, das für andere vielleicht bedeutungslos wäre, für dich aber eine ganze Geschichte trägt?

26/08/2026

Erst gestern war ich wieder mit meinem Pferd im Wald.
Ob auf seinem Rücken oder neben ihm, es ist einer dieser Orte, an denen ich merke, wie langsam meine Gedanken werden.

Im Wald darf mein Kopf einfach sein.

Gedanken kommen, andere verschwinden.
Manchmal tauchen Dinge auf, von denen ich gar nicht wusste,
dass sie noch immer da sind !?

Vielleicht brauchen wir genau das.
Nicht immer neue Gedanken,
sondern manchmal einfach Raum, damit alte gehen können.

Mit einem Pferd am Strand zu galoppieren, hat für mich etwas Wildes.
Durch eine offene Landschaft zu reiten, etwas Freiheitsliebendes.

Aber der Wald?
Der Wald bedeutet für mich Ruhe.

Dabei war der Wald für den Menschen früher ein geheimnisvoller und gefährlicher Ort. Gleichzeitig war er lebensnotwendig: Holz, Kräuter, Früchte, Pilze, Wild.
Heute hat er eine weitere Bedeutung bekommen: Erholung!

Wir wissen inzwischen, dass ein Aufenthalt im Wald Stress reduzieren,
die Herzfrequenz senken und unsere Wahrnehmung beruhigen kann.
Nicht nur durch die Luft und die Duftstoffe, sondern durch das Zusammenspiel aus Licht, Geräuschen, Bewegung und Natur.

Und ich frage mich oft:

Spüren Pferde das auch?
Meine Pferde wirken im Wald häufig ruhiger, gelöster,
sogar sicherer als in der offenen Landschaft.
Vielleicht ist genau das die schönste Form von Verbindung:

Nicht alles erklären zu müssen.
Nicht ständig etwas erreichen zu wollen.
Nicht trainieren zu müssen.
Sondern einfach gemeinsam da zu sein.

Gestern bin ich wieder eine Weile neben meinem Pferd gegangen.
Ich habe nichts von ihm verlangt.
Er nichts von mir.
Wir waren einfach dort.

Und irgendwann habe ich gemerkt,
dass ich gar nicht mehr über das nachgedacht habe,
was mich vorher beschäftigt hatte.

Mein Pferd hatte nichts für mich tun müssen, damit es mir gut geht.
Seine Nähe allein war genug.

Vielleicht ist das es, was wir manchmal vergessen:
Wir brauchen unsere Pferde nicht immer, um etwas mit ihnen zu erreichen.

Manchmal brauchen wir sie einfach,
um wieder bei uns selbst anzukommen. 🌲🐎

Wo reitest du am liebsten ?
Wald
Strand
Freie Landschaften …

25/08/2026

Nicht jeder Traum vom eigenen Seelenpferd entwickelt sich zu einer lebenslangen Geschichte, manchmal wird aus dem Traum sogar ein Alptraum.

Menschen verändern sich. Pferde verändern sich. Vertrauen kann entstehen, aber auch verloren gehen und manchmal entwickelt sich eine Beziehung nicht zueinander, sondern voneinander weg.

Dann versuchen wir oft noch mehr:
- Training
- Verschiedene Methoden,
- neue Trainer.

„Wir müssen das doch schaffen.“

Ich kenne diese Frage selbst, auch ich stand schon vor der Frage:
-> Abgeben oder durchhalten?

Mein Jamie entwickelte sich völlig anders, als ich es zu erwarten war.
Lange brauchte ich, um ihn wirklich als „mein“ Pferd zu sehen.

Es lag nicht am Training.
Nicht daran, was er getan oder nicht getan hat.

Es lag an meiner Erwartungen

Heute ist Jamie mehr als ein Pferd zum Reiten. Er ist Freund, Clown, Gesellschafter, Zuhörer und ich liebe ihn genau für das, was er ist.

Aber manchmal gelingt dieser Weg nicht.

In den vergangenen Jahren habe ich Mensch-Pferd-Teams dabei begleitet, getrennte Wege zu gehen. Heute sind alle glücklich. Die Menschen mit ihren neuen Pferden und die Pferde mit neuen Menschen und Aufgaben.

Warum also verurteilen wir Menschen dafür, wenn sie sich für eine Trennung entscheiden?

Verantwortung bedeutet nicht immer, bis zum bitteren Ende festzuhalten. Manchmal bedeutet Verantwortung auch loszulassen.

Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil man ehrlich erkennt:

„Wir tun uns gegenseitig nicht mehr gut.“

Wir müssen raus aus dem Gedanken:
„Wenn ich mein Pferd wirklich liebe, muss ich für immer bei ihm bleiben.“

Manchmal bedeutet Liebe zu bleiben.
Manchmal bedeutet Liebe, etwas zu verändern.
Manchmal bedeutet Liebe, loszulassen.

Vielleicht müssen wir manchmal viele Prinzen küssen,
bevor sich der Prinz in den Schimmel verwandelt. 🤍

Es ist kein Versagen, oder wie siehts du das?

24/08/2026

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie es hier weitergeht.

Denn das Leben mit Pferden ist so viel mehr, als nur über meine bisherige Nische zu erzählen und vor allem ist es nicht jeden Tag Sonnenschein.

Wer Pferde hat, weiß das:
Wir beschäftigen uns mit Ängsten, Krankheiten, Verletzungen, Entscheidungen, Kosten, Abschied, Veränderungen, manchmal mit Enttäuschungen und mit Momenten
in denen wir uns fragen, ob wir gerade überhaupt noch wissen, was richtig ist.

Manchmal ist das Leben mit Pferden wunderschön leicht
und manchmal ist es verdammt schwer.

Aber ich glaube nicht, dass wir uns davon davon abhalten lassen dürfen, das Leben mit unseren Pferden zu genießen.

Im Gegenteil.

Gerade dann müssen wir lernen, herauszufinden, was uns Kraft gibt.

Was uns wieder ins Hier und Jetzt bringt.
Was uns die Verbindung zu unserem Pferd spüren lässt.
Was uns hilft, nach schwierigen Tagen wieder aufzustehen und weiterzugehen.

Deshalb möchte ich hier künftig mehr Raum geben für das,
was das Leben mit Pferden wirklich ausmacht.

Für die schönen Momente.
Für die Schwierigen.
Für Gedanken, die vielleicht unbequem sind.
Für Psychologie.
Für die Beziehung zwischen Mensch und Pferd
Für Angst und Vertrauen.
Für Entscheidungen, bei denen es nicht die eine richtige Antwort gibt.
Für Verantwortung und manchmal auch für das Loslassen.

Mein Grundthema bleibt: Psychologie, Pferde und Menschen.
Aber es darf größer werden näher an dem, was das Leben mit Pferden tatsächlich ist.

Nicht jeden Tag Sonnenschein, aber unglaublich viel Leben.💚


10/08/2026

Es fällt mir in den letzten Wochen sehr schwer, etwas zu schreiben.
Nicht, weil ich nichts zu sagen hätte, sondern weil ich für manche Themen einfach nicht die passenden Worte finde -> da ich am liebsten nur schreien möchte …

Mich frustriert ungemein, dass Menschen immer wieder davon ausgehen:
Das Pferde einfach nur zu funktionieren haben, dass sie die Erwartungen des Menschen zu erfüllen haben. Punkt.

Ich arbeite seit über zwei Jahrzehnten in meiner Nische und wenn ich nicht diese hohe Erfolgsquote hätte, die ich habe, hätte ich meine Handschuhe wahrscheinlich schon längst in die Ecke geschmissen, aber ich gebe nie auf - Ich lerne - höre zu.

Gerade letzte Woche habe ich drei tolle Rückmeldungen bekommen von Menschen, deren Pferde einen neuen Start bekommen haben und die heute sich selbst und ihre Menschen glücklich machen.

✅Darum geht es für mich❗️

Es geht nicht um Zwang.
Es geht um Gefühl.
Es geht um Verständnis.
Und vor allem darum, beide Seiten zu verstehen.

Das Pferd und den Menschen.

Denn wenn wir wirklich anfangen zuzuhören, statt nur funktionieren zu verlangen, kann etwas entstehen, das weit über „Gehorsam“ hinausgeht. Etwas, das sich für beide Seiten richtig anfühlt. ❤️

10/08/2026

Viele Equiden könnten deutlich mehr leisten,
als wir ihnen überhaupt zutrauen.

Aus der Neurobiologie wissen wir, dass sich ein Gehirn nicht nur durch Erfahrungen entwickelt. Neue Reize, soziale Interaktionen, Problemlösen und eine abwechslungsreiche Umwelt fördern die Bildung neuer neuronaler Verbindungen.
-> Ein Gehirn möchte lernen.

Fehlen diese Reize über einen langen Zeitraum, wird nicht das Potenzial ausgeschöpft das eigentlich vorhanden wäre.
🧐Genau darüber gibt es spannende Forschung.

Bei verwilderten Eseln wurde festgestellt, dass sie im Durchschnitt größere Gehirne besitzen als dauerhaft domestiziert gehaltene Esel. Die Forschenden führen dies unter anderem auf die deutlich höheren Anforderungen ihrer Umwelt zurück. Verwilderte Esel müssen täglich Entscheidungen treffen, Nahrung finden, Gefahren einschätzen, soziale Beziehungen gestalten und ständig neue Situationen bewältigen.

Natürlich lassen sich diese Ergebnisse nicht eins zu eins auf unsere Pferde übertragen.
Die Fragestellung dahinter finde ich jedoch unglaublich spannend.
Was macht eine reizarme Umwelt langfristig mit einem Gehirn?

Stell dir zwei Fohlen vor.
Das eine wächst in einer abwechslungsreichen Umgebung auf.
Es lernt verschiedene Pflanzen kennen, bewegt sich auf wechselnden Untergründen, lebt in einer altersgemischten Herde und muss jeden Tag neue Entscheidungen treffen.

Das andere verbringt sein Leben überwiegend auf denselben Flächen, erlebt täglich denselben Ablauf und bekommt nur wenige Möglichkeiten, eigene Erfahrungen zu sammeln.
❓Welches Gehirn wird wohl häufiger gefordert?
In der Psychologie sprechen wir vom
-> erfahrungsabhängigen Lernen.

Das Gehirn eines Pferdes verändert sich durch das, was es erlebt.
Jede neue Erfahrung kann bestehende neuronale Netzwerke stärken oder neue Verbindungen entstehen lassen.
-> Dieses Prinzip wird als Neuroplastizität bezeichnet.

Genau deshalb halte ich Unterforderung für ein häufig unterschätztes Problem.
Nicht nur körperlich.
Sondern auch geistig.
Viele Pferde kennen nur wenige Aufgaben.
Sie laufen dieselben Wege.
Sehen dieselben Reize.
Lösen kaum neue Probleme.

Dabei sind Pferde erstaunlich gute Beobachter.
- Sie erkennen Muster.
- Sie lernen voneinander.
- Sie passen ihr Verhalten an neue Erfahrungen an.
und manchmal beginnen genau dort die Missverständnisse.

Ein Pferd, das eigenständig mitdenkt, Entscheidungen hinterfragt oder zunächst beobachtet, wird schnell als stur, dominant oder schwierig bezeichnet.
Vielleicht ist es aber gar nicht schwierig.
Vielleicht nutzt es einfach die Fähigkeiten, die die Natur ihm mitgegeben hat.

💚 Für mich bedeutet gute Pferdehaltung deshalb nicht nur genügend Bewegung oder hochwertiges Futter.
Sie bedeutet auch: das Gehirn zu fordern.
- Neugier zu fördern.
- Problemlösen zuzulassen.
Und einem Pferd die Möglichkeit zu geben, seine Welt mitzugestalten.
Denn Intelligenz erkennt man nicht daran, wie gehorsam ein Pferd ist,
sondern daran, wie flexibel es denken, lernen und sich an neue Situationen anpassen kann.

Wie lernt dein Pferd etwas wirklich Neues ?

Nachtreten statt Nachruf…Was ist eigentlich in unserer Pferdewelt los?Ein Pionier verlässt die Bühne und kaum ist die Na...
04/08/2026

Nachtreten statt Nachruf…

Was ist eigentlich in unserer Pferdewelt los?

Ein Pionier verlässt die Bühne und kaum ist die Nachricht da,
haben manche nichts Besseres zu tun, als nachzutreten.

Ja… aus heutiger Sicht sind viele Methoden nur schwer nachzuvollziehen. Manche sollten wir heute mit Recht ablehnen. Manche waren hart, brutal sogar grausam und haben Pferden geschadet.

Aber haben wir vergessen, in welcher Zeit all das entstanden ist?

Damals gab es vieles von dem Wissen, das wir heute ganz selbstverständlich nutzen noch gar nicht.

Es waren Menschen die angefangen haben neue Wege zu gehen. Sie haben ausprobiert, beobachtet und Methoden entwickelt. Genau darauf bauen wir heute auf.

Entwicklung bedeutet doch nicht, die Vergangenheit auszulöschen.
Entwicklung bedeutet, aus ihr zu lernen.

Auch ich habe einmal mit dem Parelli-System begonnen. Damals war ich überzeugt davon , doch je mehr ich über Pferde, Verhalten und Kommunikation gelernt habe,
desto deutlicher wurde mir, dass ich mein Pferd nicht über mentalen Druck zu einem Verhalten zwingen möchte bis es nur noch funktioniert.

Ich wollte ein Pferd, das versteht
und genau an diesem Punkt habe ich meinen eigenen Weg eingeschlagen.

💚Für mich liegt darin der größte Unterschied:

Wer einfach nur ein System übernimmt, sucht oft nach Funktion❗️

-> Wer beginnt zu fühlen, zu beobachten, kritisch zu hinterfragen und auch sich selbst infrage zu stellen, beginnt sich weiterzuentwickeln.

Es hat alles seine Zeit.
Auch Methoden.
Auch Erkenntnisse.
Und auch wir verändern uns.

❓Warum also das, was gestern einmal als Fortschritt galt,
heute nur noch schlechtreden?
❓Warum nicht anerkennen, dass genau diese Schritte notwendig waren, damit wir heute weiter sein können?

Ich glaube, unsere Pferde brauchen keine Menschen, die sich gegenseitig verurteilen.

Sie brauchen Menschen, die niemals aufhören zu lernen.

💚 Das ist für mich echte Entwicklung.
Nicht Nachtreten.
Sondern Verstehen.

02/08/2026

Ich bin ein Kind der 70er- und 80er-Jahre. Wir waren draußen. Wir bauten Hütten im Wald, kletterten auf Bäume, spielten auf Wiesen und Feldern. Wir verkleideten uns als Cowboys/girls, Piraten oder Prinzessinnen und tauchten mit unserer Fantasie in andere Welten ein.
Wir machten Erfahrungen, gute und schlechte.
Genau daran sind wir gewachsen.

Und die Pferde?
Sie waren Pferde.

Sie arbeiteten, trugen Reiter, lebten in ihren Herden und wurden als das betrachtet, was sie sind: hochsensible Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Natürlich gab es Krankheiten, Verletzungen und Schmerz. Aber nicht jede Verhaltensauffälligkeit wurde sofort zu einer Diagnose.
Pferderassen blieben in ihrer dafür vorgesehenen Nutzung.

Heute beobachte ich etwas anderes.
Ein unruhiges Pferd braucht eine Therapie.
Ein schreckhaftes Pferd bekommt eine Diagnose.
Ein sensibler Charakter wird schnell zum „Problemfall“.

Versteh mich nicht falsch: Moderne Tiermedizin, Physiotherapie oder fundierte Verhaltenstherapie sind wertvoll, manchmal sogar unverzichtbar.
Doch ich frage mich, ob wir manchmal vergessen zuerst das Offensichtliche zu betrachten.

Nicht jedes Verhalten ist eine Krankheit.
Nicht jede Unsicherheit ist ein Trauma.
Und nicht jedes Pferd muss „repariert“ werden.

Ich sehe viele gesunde Pferde.
Ich sehe aber auch
wie menschliche Ängste, Erwartungen und Unsicherheiten auf sie übertragen werden. Wie wir beginnen, normales Verhalten zu pathologisieren, anstatt es verstehen zu wollen.

Pferde brauchen keine Schubladen.

Sie brauchen Menschen: die hinschauen, Verantwortung übernehmen und lernen ihre Sprache zu lesen.

💚 Vielleicht sollten wir wieder öfter fragen:
„Was möchte mir mein Pferd sagen?“
… bevor wir fragen:
„Welche Therapie braucht es?“

💬 Wie empfindest du diese Entwicklung?

Adresse

Oer-Erkenschwick
45739

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