28/08/2026
Schwefelblüte - die Putzkolonne des Pferdekörpers
Weiter geht’s in der Reihe der „vergessenen Heilmittel“ für Pferde. Schwefelblüte ist ein Mengenelement, welches zu den sieben körpereigenen Mineralstoffen gehört. Sie ist eine anorganische Schwefelverbindung, die im Vergleich zur Schwefelverbindung MSM – nicht vom tierischen Organismus aufgenommen wird. Schwefelblüte wird nach Erfüllung ihrer Funktion, restlos ausgeschieden.
Anorganischer Schwefel (Schwefelblüte) ist Schwefel in Reinform. Er ist mit keinem anderen Stoff verbunden. Der organische Schwefel (MSM) enthält dagegen Sauerstoff und Kohlenstoff.
In der traditionellen Behandlung (auch bei Menschen) ist Schwefelblüte schon seit Jahrhunderten für seine entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Schwefel ist ein grundlegender Mineralstoff. Im Pferdeorganismus ist er Bestandteil von Zellen, Geweben und beteiligt an vielen Stoffwechselvorgängen.
Insbesondere im Zusammenhang mit Parasitenbefall (Milben/Würmer) und damit verbundenen Entwicklungen von Ekzemen (oft Milbenbefall), kann die Schwefelblüte innerlich und äußerlich gute Dienste leisten.
Aber auch bei Mauke, Haut- und Hufproblematiken und nicht zuletzt zur Darmsanierung, kann Schwefelblüte sehr hilfreich sein. Der Schwefelblüte wird nachgesagt, dass sie in der Lage ist, Gifte zu binden, beispielsweise Alkohol oder im körperinneren entstehende Gärstoffe und Toxine. Schwefel in ausserdem in der Lage, Schwermetalle zu binden und auszuscheiden.
Im Fall einer Darmsanierung, sollen durch Schwefelblüte die „schlechten“ Darmbakterien bekämpft werden und so Platz schaffen für die gesunden, lebenswichtigen Darmbakterien. Zudem soll der Schwefel für eine intakte Darmwand sorgen und diese auch wieder herstellen können. Auch bei Borrelliose soll die Schwefelblüte hilfreich ausleiten.
Schwefel kann auch die Heilungsprozesse der Haut anregen, weil es mit Haut-Bausteinen wie Keratin eng verbunden ist.
Darüber hinaus kann eine Schwefelkur, Parasiten aus dem Pferdekörper vertreiben. Die Funktion dahinter besteht in einer recht hoch dosierten Zufütterung von Schwefelblüte, die dazu führt dass die im Pferd befindlichen Parasiten vermuten, dass der Wirt stirbt. Sie verlassen daraufhin den Pferdekörper, was sich meist in Schuppenbildung betroffener Hautstellen und einer Linderung des Juckreizes zeigt. Leider sind die Angaben der Hersteller zur Menge der Fütterung, meist viel zu niedrig dosiert, was dann oft zu ausbleibender Funktion führt. Empfohlen werden meist etwa 5mg - meiner Erfahrung nach braucht es etwa 2 gehäufte Esslöffel täglich über 4-6 Wochen, um Wirkung zu erzielen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Diese Dosierung empfiehlt sich auch, um den Darm auf die Sprünge zu helfen. Dabei sollte man je nach Pferd umsichtig beginnen. Denn ein belasteter Darm, wird durch die Schwefelblüte angeregt, zu entgiften, was je nach Schwere der Belastung zu Blähungen führen kann. Die Ausscheidungen beginnen „sauer“ zu riechen und auch Durchfall kann entstehen. In der Heilpraxis geht man davon aus, so lange Schwefelblüte zu füttern, bis die Ausscheidungen aufhören „sauer“ zu riechen.
Bei Mauke oder äußerlichen Anwendungen auf der Haut, empfiehlt sich eine Schwefelpaste, angerührt aus Olivenöl und Schwefelblüte (2:1). Häufig stellt sie mit einer Schwefelblüte-Paste schnell eine Linderung der Beschwerden ein. Daher ist sie auch bei der äußerlichen Anwendung von Ekzemen bewährt. Wichtig: Bitte nicht auf Schleimhäute auftragen.
Auch in dem allseits beliebten Colosan ist und einigen Zusatzmitteln zur Magen-Darmgesundheit oder Haut/-Huf-Regeneration, ist Schwefel enthalten. Oftmals kann man sich teure Futtermittel sparen, wenn man zurück zum Ursprung schaut. Ich hoffe die Informationen helfen einigen von euch weiter.
Bleibt gesund ❤️
Eure EquineEwen