17/03/2018
Hallo liebe Hundefreunde,
heute stelle ich einmal einen Beitrag in eigener Sache ein. In den vielen Jahren in denen ich ehrenamtlich als Trainer tätig war, gab es immer wieder Situationen in denen ich aus unterschiedlichen Gründen nicht wirklich glücklich war. Manchmal waren die Gruppen einfach zu groß in anderen Fällen habe ich das Training für das jeweilige Mensch – Hund Team nicht zielführend gehalten. Damals habe ich mir geschworen, sollte ich mich einmal selbstständig machen, so werde ich nie etwas machen von dem ich nicht wirklich überzeugt bin. Mit gutem Gewissen kann ich sagen, dass ich das bisher auch durchgehalten habe – wissend, dass ich dadurch schon den einen oder anderen Kunden verloren habe.
Nachdem ich letzte Woche eine lange Diskussion mit einer Tierschützerin zum Thema Kastration beim Hund hatte, will ich dieses Thema einmal aufgreifen. Ich habe wirklich großen Respekt vor der Arbeit der Tierschützer und unterstütze diese auch so oft es geht. Beim Thema Kastration läuft im Tierschutz leider aber immer noch vieles schief. Das Problem ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass die Tierschützer häufig nicht zwischen der Situation in Deutschland und den teilweise katastrophalen Umgebungsbedienungen im Ausland unterscheiden. Wir haben bei uns kein Problem mit ungewollten Trächtigkeiten von Hündinnen – in den vielen Jahren meiner Tätigkeit kenne ich genau einen !! Fall indem es zu ungewollten Nachwuchs kam. Menschen die ohne Sinn und Verstand Hunde vermehren wollen werden das leider auch in Zukunft tun. Aus meinem Hundeschulen Alltag weiß ich, dass mindesten 90 % aller Hunde die irgendwelche Auffälligkeiten zeigen kastriert sind (oft im 1. Lebensjahr) . Aus meiner Erfahrung kann man von einer Kastration aus Verhaltensgründen oder aus Bequemlichkeit nur abraten. (ein medizinischer Hintergrund muss natürlich anders eingeschätzt werden.) Abgesehen davon stellt eine Kastration ohne medizinischen Hintergrund einen klaren Verstoß gegen das geltende Tierschutz Gesetz dar.
Je intensiver sich die Forschung mit dem Thema beschäftigt umso deutlicher werden die möglichen Konsequenzen. Inkontinenz vor allem bei den Hündinnen, HD > bedingt durch ein zu schwaches Bindegewebe, große Unsicherheit / Ängste und damit verbundene Aggressionen sind nur wenige Beispiele dazu.
Bitte nutzen Sie die zahlreich vorhandene Fachlektüre z.B. von Udo Gansloßer und informieren Sie sich vor einem solchen Eingriff auch auf jeden Fall bei Ihrem Tierarzt, Hundetrainer / Hundeschule. Ein Tierarzt sollte Sie hier umfassend beraten – einen Tierarzt der hier ohne Nachfragen mit einem Dollarzeichen im Gesicht die sprichwörtlichen Messer wetzt sollten Sie umgehend wechseln.
Lg Andi Grimm