17/05/2026
📌 Ugandischer Tierschutz-Betrüger verhaftet: Das Geschäft mit dem inszenierten Tierleid
Hunde werden absichtlich verletzt. Gefilmt. Auf TikTok hochgeladen. Dann kommen die Spenden.
In Mityana, Uganda, haben junge Männer ein System entwickelt, das auf einem einzigen Prinzip basiert: Je mehr ein Tier leidet, desto mehr Geld fließt. Fake-Shelter dienen als Kulisse für inszenierte Rettungsvideos. Accounts fluten Social Media mit Botschaften wie „our dogs are hungry" und generieren Millionen Aufrufe. Das Geld fließt nicht zu den Tieren, sondern direkt in die Taschen der Betreiber.
Was wirklich hinter den Kulissen passiert
Ein BBC-Undercover-Team hat das System jetzt öffentlich gemacht. Journalisten posierten als Neueinsteiger im Fake-Rescue-Geschäft und dokumentierten, wie die Shelter funktionieren: Tiere werden an mehrere Content Creator vermietet, die Eintrittsgebühr zahlen, um mit den Hunden zu filmen. Wenn der Content ausgeht, werden Tiere absichtlich verletzt, um neue Spendenaufrufe zu produzieren.
Der bekannteste Fall: Ein Hund namens Russet mit schwer verletzten Hinterbeinen tauchte innerhalb von drei Wochen in Hunderten Spendenaufrufen auf mindestens einem Dutzend Accounts auf. Tausende Dollar wurden gesammelt. Tierärzte, die seine Verletzungen untersuchten, stellten fest, dass das Bruchmuster der Knochen wahrscheinlich nicht durch einen Unfall entstanden ist. Russet überlebte nicht.
Die Zahlen sprechen für sich
In fünf Jahren flossen über 730.000 Dollar allein über GoFundMe an ugandische Tierheime. Fast 40 % aller analysierten Spendenaufrufe stammen aus einer einzigen Stadt: Mityana. In nur sechs Wochen dokumentierte die Social Media Animal Cruelty Coalition über 1.000 Fake-Rescue-Links mit insgesamt 572 Millionen Aufrufen.
Der Hauptverdächtige
Shelter-Betreiber Owen Godfrey Membe wurde am 10. Mai 2026 in den frühen Morgenstunden von der Mityana Police verhaftet. Die Anklage lautet auf Tierquälerei. Er plädiert auf nicht schuldig. Zwei weitere Verdächtige sind flüchtig.
Der Fall wird als Privatklage durch das Animal Justice Center Uganda geführt, finanziert von der britischen Aktivistgruppe „We Won't Be Scammed". Deren Gründerin Nicola Baird bringt es auf den Punkt: „Die Spenden haben sein Leid verlängert. Hätten die Menschen nicht gespendet, hätte Russet nicht so lange gelitten."
Was du tun kannst
Bevor du das nächste Mal spendest, prüfe: Gibt es ein Impressum? Ist die Organisation gemeinnützig anerkannt? Gibt es einen öffentlichen Jahresbericht? Wird über eine offizielle Website gezahlt, nicht über privates PayPal oder Cash App? Tauchen dieselben Tiere immer wieder in neuen Notfällen auf?
Echter Tierschutz braucht echtes Vertrauen. Teile diesen Beitrag, damit mehr Menschen die Warnsignale kennen.