27/06/2026
🐴 Heute haben Anton und seine Reiterin am Schenkelweichen gearbeitet.
Das Schenkelweichen gehört zu den wichtigsten Grundlagen einer feinen Hilfengebung und einer klaren Kommunikation zwischen Reiter und Pferd.
Viele sehen darin lediglich eine Seitwärtsbewegung. Tatsächlich entsteht hier die Sprache, mit der sich Reiter und Pferd später in allen weiterführenden Lektionen verständigen.
Für den Reiter beginnt hier das Verständnis der diagonalen Hilfengebung.
Der innere Schenkel gibt den seitwärtstreibenden Impuls. Der äußere Zügel begrenzt die Schulter, nimmt über die halbe Parade Einfluss auf Gleichgewicht, Takt und Vorwärtsenergie und verhindert, dass das Pferd über die äußere Schulter ausweicht. Der innere Zügel dient ausschließlich der feinen Stellung – niemals dazu, das Pferd seitwärts zu ziehen. Erst wenn Schenkel, Sitz und Hände unabhängig voneinander und dennoch harmonisch zusammenwirken, entsteht eine feine Kommunikation.
Diese Fähigkeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für nahezu alle weiteren Lektionen der klassischen Dressur.
Für das Pferd bedeutet das Schenkelweichen, die Hilfen differenziert zu verstehen und den eigenen Körper bewusster einzusetzen.
Durch das kreuzende Übertreten der Gliedmaßen werden die Beweglichkeit und Koordination der Hintergliedmaßen verbessert. Dabei arbeiten insbesondere die Adduktoren und Abduktoren der Hinterbeine sowie die Muskulatur rund um Hüft-, Knie- und Sprunggelenk intensiver zusammen. Gleichzeitig stabilisieren die schräge Bauchmuskulatur, die tiefe Rumpfmuskulatur und die rumpftragenden Muskelketten den Körper. Schultergürtel, Brustkorb und Becken müssen ihre Bewegungen präzise aufeinander abstimmen.
Gerade diese koordinierte Zusammenarbeit verbessert die laterale Beweglichkeit des Pferdes, fördert die Balance und trägt dazu bei, den gesamten Bewegungsapparat gleichmäßiger zu belasten. Das ist einer der Gründe, weshalb korrekt gerittenes Schenkelweichen einen wichtigen Beitrag zur gesunderhaltenden Gymnastizierung leisten kann.
Deshalb geht es beim Schenkelweichen nicht darum, ein Pferd einfach nur seitwärts zu bewegen.
Es geht darum, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln – eine Sprache, in der sich Reiter und Pferd mit immer feineren Hilfen verstehen.
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