Bauer Karl

Bauer Karl Pferde mit Atemwegserkrankungen
Mannheim: ARTEGERECHTE Pferdehaltung ohne Kompromisse

18/06/2026

Gute Herdenchefs werden nicht geboren. Sie wachsen über viele Jahre in ihre Aufgabe hinein.

Heute ist Giliath 20 Jahre alt. Die meisten kennen ihn einfach als Gili. Wenn man ihn heute erlebt, könnte man glauben, er wäre schon immer der Chef gewesen. War er aber nicht.

Ich kenne ihn seit dem Tag seiner Geburt. Als Jungpferd kam er in die Herde und erlebte über die Jahre verschiedene Herdenchefs.

Später bildete er viele Jahre mit einem älteren Wallach eine Doppelspitze. Der ältere Wallach führte die Gruppe, Gili übernahm zunehmend Verantwortung. Als dieser Wallach starb, musste Gili plötzlich allein führen.

Und auch das verlief nicht immer geradlinig.

Es gab Zeiten, in denen andere Wallache sehr präsent waren. In solchen Phasen habe ich oft beobachtet, dass Gili sich eher zurücknahm, statt jeden Konflikt auszutragen. Er musste niemandem ständig beweisen, wer er ist.

Mit zwölf Jahren hatte Gili einen schweren Unfall und stand elf Wochen in der Klinik. Für eine Herde ist das eine lange Zeit.

Als er zurückkam, war nicht sofort alles wie vorher. Es hat zwei, drei Tage gedauert, bis er seinen Platz in der Herde wieder hatte.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie genau ich damals hingeschaut habe.

Gili musste den anderen Pferden erst wieder zeigen, dass er zurück ist. Dass er wieder dazugehört. Und dass er körperlich wieder in der Lage ist, die Verantwortung zu übernehmen, die er vorher getragen hatte.

Dann kam der Moment, an dem alles wieder selbstverständlich wirkte.

Für mich war das einer dieser Momente, die man als Herdenhalter nicht vergisst.

Heute wird Gili von der Herde ganz selbstverständlich akzeptiert.

Und ich gebe ehrlich zu: Ich bin froh darüber, dass er unser eigenes Pferd ist. Wer einen Aktivstall führt, erlebt immer wieder, dass wichtige Pferde die Herde verlassen. Herdenchefs kommen und gehen.

Bei Gili dürfen wir diese Konstanz bis heute erleben.

Nach vielen Jahren Herdenhaltung glaube ich deshalb nicht, dass gute Herdenchefs geboren werden.

Sie wachsen in ihre Aufgabe hinein.

Und genau deshalb ist Gili für mich etwas ganz Besonderes.

15/06/2026

Die größte Herausforderung im Aktivstall ist nicht die Haltung. Es ist die Herde.

Viele Menschen glauben, die schwierigsten Entscheidungen im Aktivstall drehen sich um Fütterung, Liegehallen oder Stalltechnik. Aus meiner Sicht ist das nicht so. Die schwierigsten Entscheidungen treffen wir lange bevor ein Pferd überhaupt einzieht.

Denn in einer Boxenhaltung kann ich ein neues Pferd in eine freie Box stellen und der Einzug ist damit im Wesentlichen abgeschlossen. Im Aktivstall beginnt die eigentliche Arbeit oft erst dann. Jedes neue Pferd, jeder Abgang und jeder Stallwechsel verändern das soziale Gefüge.

Wir bestimmen nicht, wer später Freundschaften schließt, Verantwortung übernimmt oder Orientierung für andere Pferde wird. Aber wir entscheiden, welche Pferde überhaupt zusammenleben sollen. Genau darin liegt die Verantwortung.

Deshalb schauen wir bei einer Anfrage nicht nur auf das Pferd, sondern auch auf den Menschen dahinter. Denn eine funktionierende Herde braucht Besitzer, die verstehen, wie Herdenhaltung funktioniert.

Deshalb sprechen wir vor dem Einzug offen über die Realität einer Integration und darüber, dass eine Herde Zeit braucht, einen Neuzugang anzunehmen.

Deshalb sage ich Interessenten oft: Die Entscheidung für den Aktivstall dürft ihr treffen, solange euer Pferd noch nicht integriert ist. Aber wenn die Integration beginnt, sollte die grundsätzliche Entscheidung bereits gefallen sein.

Eine Herde ist für mich nicht einfach eine Ansammlung von Pferden. Für viele Pferde ist sie ihre Familie. Hier entstehen Freundschaften, Bindungen, Sicherheit und Orientierung. Deshalb sollte man bewusst entscheiden, ob man ein Pferd in eine Herde integriert – und genauso bewusst, ob man es wieder aus dieser Gemeinschaft herausnimmt.

Manchmal lehnen wir deshalb auch Anfragen ab. Nicht weil ein Pferd schlecht ist oder ein Besitzer etwas falsch macht. Sondern weil wir Verantwortung für die Pferde tragen, die bereits hier leben.

Eine funktionierende Herde ist etwas Wertvolles. Und wer ein Pferd in eine Herde integriert, integriert es nicht nur in einen Stall. Er integriert es in eine Familie.

11/06/2026

Manche Pferde führen durch Druck. Gili führt durch Vertrauen.

Vor ein paar Tagen schilderte mir eine Einstellerin eine Beobachtung. In unserer kleinen Liegehalle war etwas Unruhe entstanden. Nichts Dramatisches. Aber offenbar genug, dass zwei Pferde beschlossen, die Situation nicht selbst zu klären.

Sie gingen los und holten Gili.

Er lief mit zur Liegehalle, ging hinein, kümmerte sich um die Unstimmigkeit und kurze Zeit später war wieder Ruhe eingekehrt.

Als sie mir das erzählte, musste ich lächeln. Nicht, weil es mich überrascht hat. Sondern weil es so typisch für ihn ist.

Gili ist inzwischen 20 Jahre alt. Ich kenne ihn sein ganzes Leben. Ich hatte seine Oma. Ich hatte seine Mutter. Und ich durfte erleben, wie aus diesem Fohlen der Wallach wurde, der heute für unsere Herde so wichtig ist.

Er hält die Gruppe zusammen. Er bemerkt Veränderungen oft früher als ich. Er möchte wissen, wenn neue Pferde kommen, wenn Pferde die Herde verlassen oder wenn irgendwo etwas anders ist als gestern.

Die Herde ist für ihn nicht einfach eine Gruppe von Pferden.

Sie ist seine Aufgabe.

Dabei ist er kein Chef, der ständig Druck macht. Im Gegenteil. Manchmal treten andere Wallache sehr selbstbewusst auf. Dann zieht er sich zurück, beobachtet und wartet ab. Er muss niemandem etwas beweisen.

Vielleicht ist genau das ein Teil seiner Stärke.

Denn wenn die Aufregung vorbei ist, ist Gili immer noch da.

Ruhig. Präsent. Verlässlich.

Unsere Herde hat im Laufe der Jahre viele Veränderungen erlebt. Pferde sind gegangen. Neue Pferde sind gekommen. Freundschaften haben sich verändert. Und immer wieder musste sich die Herde neu finden. Immer wieder musste sie sich neu sortieren.

Und immer wieder war Gili einer der Gründe, warum aus vielen einzelnen Pferden wieder eine funktionierende Gemeinschaft geworden ist.

Vielleicht ist das das größte Kompliment, das eine Herde einem Pferd machen kann:

Wenn etwas passiert, gehen die anderen los und holen genau ihn. ❤️

08/06/2026

Manchmal frage ich mich wirklich, wer hier eigentlich auf wen aufpasst.

Denn dieses sogenannte „Fluchttier Pferd“ ist im Aktivstall oft alles andere als vorsichtig.

Hier wurde schon:
– der Schlüssel aus der Elektroschubkarre gezogen und quer über den Auslauf getragen,
– an einem Hydraulikschlauch geknabbert und ihn vom Anschluss gezogen,
– ein Stück Schaumstoff aus dem Sitz vom Aufsitzmäher herausgebissen,
– und derselbe Aufsitzmäher später einfach als Aussichtspodest benutzt.

Und wenn irgendwo der Weidemann steht, wird sowieso alles kontrolliert.

Spiegel.
Hebel.
Kabel.
Reifen.

Mit Nase, Lippen und notfalls auch mit den Zähnen.

Nichts bleibt unbeobachtet.

Und ehrlich?
Genau das liebe ich an dieser Haltungsform.

Viele Aktivstallpferde wirken mit der Zeit unglaublich wach, interessiert und mutig im Umgang mit ihrer Umwelt.

Sie beschäftigen sich.
Sie beobachten.
Sie probieren aus.
Und manchmal kommen sie dabei leider auch auf ziemlich kreative Ideen.

Wer Aktivstall hat, weiß:
Man lebt nicht mit Pferden.
Man lebt mitten in einer täglichen Untersuchungskommission.

Und irgendjemand kontrolliert immer gerade Dinge, die definitiv nicht kontrolliert werden sollten.

04/06/2026

Es gibt so Investitionen, über die denkt man jahrelang nach.

Und wenn sie dann endlich umgesetzt sind, fragt man sich hinterher, warum man eigentlich so lange gewartet hat.

Unser neuer Hallenboden ist fertig — und ich glaube, niemand freut sich darüber gerade mehr als ich selbst.

Die Pferde laufen unglaublich schön darauf, die Halle fühlt sich komplett anders an und ehrlich:
Ich gehe im Moment einfach jedes Mal mit einem richtig guten Gefühl dort hinein.

Wir haben uns für einen Stremmer Sand (Kirchhellener Sand) entschieden und sind aktuell wirklich glücklich mit dieser Entscheidung.

Es sind oft genau diese Dinge im Stallalltag, die nach außen gar nicht riesig wirken —
die aber jeden einzelnen Tag einen Unterschied machen.

Und irgendwie steckt genau darin auch ganz viel Bauer Karl:
immer weiter verbessern, weiterentwickeln und versuchen, es für die Pferde noch ein Stück besser zu machen. 🤎

01/06/2026

„Ja … unsere Pferde haben tatsächlich eine Toilette. 😄

Zumindest einen kleinen Bereich im Aktivstall, der genau dafür gedacht ist.

Und das Spannende ist:
Viele Pferde nutzen ihn tatsächlich ziemlich gezielt zum Pi***ln.

Ich finde das immer wieder faszinierend, wie sehr Pferde Routinen lernen und sich an Abläufen orientieren.

Vieles wird in der Herde abgeschaut.
Gerade junge oder neue Pferde beobachten unglaublich viel.

Aber man kann Pferde tatsächlich auch ein Stück weit darauf konditionieren.

Viele unserer Einsteller machen das zum Beispiel über ein ganz ruhiges, gleichmäßiges Pfeifen.
Kein lautes „Pfiff-Pfiff“, sondern eher ein leiser, langgezogener Ton.

Wenn das Pferd beginnt, sich zum Pi***ln zu positionieren, wird dieser ruhige Ton immer wieder genutzt — und irgendwann entsteht tatsächlich eine Verknüpfung.

Das geht teilweise so weit, dass manche Pferde auf dieses ruhige Pfeifen hin anfangen zu pi***ln. 😄

Andere Pferde werden einfach kurz vor dem Rausholen in die P**i-Toilette gestellt und wissen schon genau:
„Ah okay, jetzt einmal P**i und dann geht’s los.“

Und ehrlich gesagt sind genau das die Dinge, die ich am Aktivstallalltag liebe.

Diese kleinen Routinen.
Diese Beobachtungen.
Dieses Zusammenspiel zwischen Mensch, Herde und Gewohnheiten.

Nebenbei hat das natürlich auch praktische Vorteile:
Die Liegeflächen bleiben trockener, Laufwege sauberer und das Stallklima angenehmer.

Und auch für tierärztliche Untersuchungen kann sowas tatsächlich hilfreich sein.
Wenn Pferde gelernt haben, auf bestimmte Abläufe zu reagieren, bekommt man manchmal deutlich entspannter eine Urinprobe als mit stundenlangem Warten. 😄

Viele halten Pferde für kompliziert.
Aber manchmal sind sie erstaunlich pragmatisch.“

28/05/2026

Pferde wollen nicht nur versorgt werden.

Sie möchten sich schubbern.
Kratzen.
Kraulen.
Sich beschäftigen.
Dinge entdecken.
Einfach Pferd sein dürfen.

Und genau deshalb versuchen wir im Aktivstall nicht nur Fläche bereitzustellen —
sondern einen Alltag zu schaffen, den die Pferde wirklich nutzen können.

Mit Bewegungsanreizen.
Mit unterschiedlichen Bereichen.
Mit Sozialkontakt.
Und eben auch mit solchen kleinen Wohlfühlorten.

Der Kratzbaum gehört bei uns inzwischen fest dazu.
Genauso wie Baumstämme zum Schubbern oder kleine Ecken, die von den Pferden täglich genutzt werden.

Und ehrlich:
Manchmal sagen solche Szenen mehr über Pferdehaltung aus als jede Hochglanz-Stallanlage.

Denn wenn Pferde anfangen, ihre Umgebung aktiv zu nutzen,
sich gegenseitig zu kraulen,
sich genüsslich zu schubbern
oder einfach sichtbar wohlzufühlen —
dann wird aus einem Stall mehr als nur ein Platz zum Unterbringen.

Und genau das möchten wir schaffen.

25/05/2026

Beim Ausritt schnell noch ein paar Zweige mitnehmen.
Die Brombeeren im Aktivstall stutzen.
An Weiden knabbern.
Hagebutten abzupfen.
Junge Triebe suchen.

Und nein:
Das machen Pferde nicht einfach nur aus Langeweile.

Der natürliche Speisezettel eines Pferdes ist deutlich vielfältiger, als viele denken.

Wildlebende Pferde verbringen einen Teil ihrer Fresszeit nicht nur mit Grasaufnahme, sondern auch mit dem gezielten Fressen von Blättern, Zweigen, Kräutern, Rinde oder jungen Trieben.

Und genau dieses Verhalten sieht man auch bei unseren Pferden ständig.

Viele Pferde scheinen dabei erstaunlich selektiv zu wählen:
mal Brombeere,
mal Weide,
mal Hagebutte,
mal bestimmte Kräuter oder junge Triebe.

Nicht komplett wahllos.
Sondern oft sehr gezielt.

Das Spannende daran:
Diese Pflanzen enthalten natürliche Stoffe wie Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherische Öle oder andere sekundäre Pflanzenstoffe, die aktuell intensiv erforscht werden.

Man vermutet, dass diese Vielfalt physiologisch relevanter sein könnte, als lange angenommen wurde.

Vielleicht erklärt das auch, warum Pferde draußen oft nicht einfach nur „grasen“, sondern ihre Umgebung regelrecht erkunden und beknabbern.

Natürlich bedeutet das nicht:
„Alles aus dem Wald ist gesund.“
Es gibt auch giftige Pflanzen und ungeeignete Gehölze.

Aber die Vorstellung, Pferde würden natürlicherweise ausschließlich Gras oder Heu fressen, greift wahrscheinlich deutlich zu kurz.

Unsere Pferde zeigen uns oft ziemlich deutlich, wie komplex ihr natürliches Fressverhalten eigentlich ist. 🌿

21/05/2026

Aktivstallhaltung ist keine Trendentscheidung.

Sie ist eine Werteentscheidung.

Denn wer sich für diese Art der Haltung entscheidet, entscheidet sich nicht nur für mehr Bewegung oder eine andere Haltungsform.

Sondern für Gemeinschaft.
Für Verantwortung.
Für Miteinander.

Und genau deshalb sind es oft nicht nur die Pferde, die einen Aktivstall tragen.

Sondern die Menschen dahinter.

Menschen, die bereit sind mitzudenken.
Die nicht sofort aufgeben, wenn Herausforderungen entstehen.
Die offen bleiben.
Die weiterdenken.
Und die nicht nur fragen:
„Wie werde ich das Problem los?“
sondern:
„Wie finden wir gemeinsam eine Lösung?“

Vielleicht ist genau das das Besondere an echter Aktivstallgemeinschaft.

Dass Herausforderungen nicht automatisch bedeuten,
dass jemand gehen muss.

Sondern dass Menschen anfangen,
gemeinsam nach Wegen zu suchen.

Weil man nicht nur das Pferd sieht.
Sondern auch den Menschen dahinter.

Menschen,
die Teil dieser Gemeinschaft geworden sind.
Die mittragen.
Mitdenken.
Und bereit sind,
auch unkonventionelle Wege mitzugehen,
wenn dadurch vielleicht etwas erhalten bleiben kann,
das allen wichtig geworden ist.

Ich sage zurzeit oft:
Ich bin lösungsorientiert.
Nicht problemorientiert.

Probleme treten auf.
Bei Menschen genauso wie bei Pferden.

Die entscheidende Frage ist nicht,
ob Herausforderungen entstehen.

Sondern wie man ihnen begegnet.

Mit Druck?
Oder mit Offenheit und dem ehrlichen Wunsch,
eine Lösung zu finden?

Denn genau dann passiert oft etwas Spannendes:

Wenn Druck nachlässt,
öffnet sich plötzlich wieder der Geist.

Dann entstehen neue Blickwinkel.
Neue Wege.
Neue Ideen.

Das Schönste daran:
Genau durch einen ehrlichen Social-Media-Beitrag über unser eigenes Stallthema wurde plötzlich ein neuer Denkansatz sichtbar.

Ein Gedanke,
auf den wir selbst vielleicht nie gekommen wären.

Und vielleicht beschreibt genau das,
was Gemeinschaft wirklich bedeutet.

Nicht,
dass immer alles einfach ist.

Sondern,
dass Menschen gemeinsam anfangen zu denken.

18/05/2026

Wenn ein Wallach deckt, ist die Situation selten so einfach, wie Außenstehende denken.

Denn dann geht es irgendwann nicht mehr nur um „Pferdeverhalten“.

Sondern um Verantwortung.
Um emotionale Belastung.
Und manchmal um Entscheidungen, die niemand wirklich treffen möchte.

Da ist die Stutenbesitzerin,
die ihr Pferd immer wieder mit Hämatomen, Verletzungen oder Rückenschmerzen sieht.
Die Angst hat, dass die Situation irgendwann schlimmer endet.
Die vielleicht sogar tierärztliche Behandlungen braucht, weil Entzündungen oder Infektionen entstehen können.
Gerade wenn bereits Infektionen vorhanden sind, besteht das Risiko, dass diese auf weitere Stuten übertragen werden — oft mit tierärztlichen Behandlungen und zusätzlichen Kosten als Folge.

Da ist der Wallachbesitzer,
der sein Pferd liebt.
Der sein Pferd eigentlich optimal im Offenstall halten möchte.
Der aber gleichzeitig weiß, dass sein Pferd durch das Decken immer wieder Unruhe in die Gruppe bringt.

Und dazwischen steht oft der Stallbetreiber.

Zwischen Verständnis,
Sorgen,
wirtschaftlichem Druck,
Pferdewohl
und Gruppenfrieden.

Denn manchmal gibt es keine perfekte Lösung.

Ja, manche Wallache wären in reinen Wallachgruppen vermutlich besser aufgehoben.
Aber auch das ist nicht automatisch konfliktfrei.

Denn manche deckenden Wallache zeigen nicht nur gegenüber Stuten ein starkes Verhalten,
sondern auch generell:
Dominanzverhalten,
Kontrollverhalten,
Stress in Gruppen,
Aufreiten unter Wallachen
oder eine massive Fixierung auf einzelne Pferde.

Gruppendynamik bleibt individuell.
Und genau deshalb brauchen solche Situationen oft Beobachtung, ehrliche Gespräche und gutes Management.

Das sind die Momente, über die kaum jemand spricht.

Weil Offenstallhaltung nach außen oft wie völlige Harmonie wirkt.

Aber gute Gruppenhaltung bedeutet nicht,
dass niemals Probleme entstehen.

Sondern:
hinsehen,
abwägen,
Verantwortung übernehmen
und manchmal auch schwere Entscheidungen treffen.

Nicht gegen Menschen.
Sondern für langfristige Ruhe und Stabilität in der Gruppe.

Und genau diese Entscheidungen sind emotional oft deutlich belastender, als viele von außen vermuten.

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Marderweg 60
Mannheim
68219

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