09/09/2026
Tasthaare: Kein Fell wie jedes andere – bei keiner Tierart
Ob Hund, Katze oder Pferd: Die Tasthaare, auch Vibrissen genannt, rund um Nase, Maul und Augen sind keine gewöhnlichen Haare, sondern Teil eines hochsensiblen Sinnesorgans. Jede Wurzel ist von einem sogenannten Blutsinus umgeben und mit zahlreichen Nervenfasern verbunden. So können schon kleinste Luft- oder Druckveränderungen registriert werden. Die Funktion ist je nach Tierart etwas unterschiedlich, aber immer wichtig: Hunde nutzen sie zur Orientierung im Dunkeln und zur Einschätzung von Entfernungen, da sie im Nahbereich der Schnauze schlecht sehen. Katzen erspüren damit feinste Bewegungen ihrer Beute. Pferde gleichen mit den Tasthaaren rund um Maul und Augen ihre großen toten Winkel aus und ertasten z. B. Futter oder Hindernisse, die sie nicht direkt sehen können.
Wichtig zu wissen: Das Kürzen, Scheren oder Rasieren von Tasthaaren aus optischen Gründen, für einen bestimmten Rassestandard oder beim Pferdeclipping rund um Augen, Nüstern und Maul gilt als tierschutzwidrig. Rechtlich wird es als vorübergehende Amputation von Gewebe gewertet. Erlaubt ist ein Kürzen nur, wenn es tierärztlich notwendig ist wie z.B. bei einer Verletzung. Beim nächsten Friseur-, Schur- oder Putztermin also: Tasthaare bitte unangetastet lassen.