19/10/2025
Hallo liebe Hunde-Freunde,
in seinem Roman "25Uhr" schrieb Gheorgiu C. Virgil im Jahr 1950 schon von der "Dehumanisierung", indem wir die Lebensgewohnheiten unserer elektronischen Sklaven annehmen. Das erste Symptom der Dehumanisierung ist die Missachtung des Menschlichen.
Die Entfremdung vom Mensch-Sein. Das Gefühl vom Miteinander, das Mitgefühl. Längst ist das "höher-schneller-weiter" zu "gewaltiger-superlativer-unfassbarer" geworden. In den Nachrichten werden Aufnahmen gezeigt, in denen Menschen versuchen, ein unter Beschuss liegendes Krankenhaus zu evakuieren, während eben diese plötzlich durch eine Rakete getötet werden. Diese "Szene" wird dann von lustigen Werbejingels abgelöst und es geht nahtlos in einen spannenden Krimi über. Berichterstattung übers Weltgeschehen soll hier gar nicht Thema sein. Es geht um so viel mehr, nämlich ums Gefühl. Das hat nur keinen Raum mehr und man merkt es eben deutlich, dass viele Menschen sich nicht mehr fühlen oder artikulieren können in diesem Bereich. Das Gefühl fehlt einfach und bei manchen sogar an den Daumen, denn vom ewigen Wischen auf Bildschirmen hat sich längst Hornhaut gebildet.
Jetzt brauchen wir viele Worte und Anleitungen fürs Bauchgefühl, was gar nicht so einfach ist. Oder wer kann so einfach das Gefühl von Angst erklären, damit das Gegenüber eben diese fühlt?! Angst machen lässt sich aber leicht und hier greift die unendliche Gewalt der Industrie. In den Medien wird ja postuliert, wie man ein guter Hundehalter:in wird. Man muss also zum Glück nichts fühlen, umlenken und Geld ausgeben - scheint als "moderner"-Aderlass zu reichen.
Bei den vielen Accessoires, dem Hunde-Schwimmkurs, beste Lecklies, orthopädische Betten, Umwelt-Detox-Waschprogamme im Hundesalon, Online-Kurse für Halter:innen, die "ALLES" richtig machen wollen, und den nicht zu vergessenen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen (welche auch immer das sind und wer auch immer sie dem Haushund erklärt, der schon tausende Jahre bei uns lebt und schon ganz gespannt ist auf unser neues pädagogisches"-pathologisches" Konzept), kann einem schnell der Durchblick fehlen.
Es ist eine schier unglaubliche Irrfahrt und ein, wie wir finden, unmoralisches Spiel mit den Emotionen der Halter:innen, wodurch man jetzt ganz besonders toll wird für den Hund und was man machen muss, damit es dem "besten Freund des Menschen" gut geht. Eine verschobene Wahrnehmung der Dinge und die Dehumanisierung spielt der Wirtschaft natürlich hier das Ass noch zu, ein Schelm wer hier Kausalitäten erkennt.
Nur steht dann plötzlich doch wieder der Begriff "BEZIEHUNG" unumgänglich und mahnend im Raum. Im Bereich von Kindern und Hunden kommt man in diesem Bereich um Erziehung dann auch nicht umher. Erziehung ist natürlich ebenso eine ewig spaßige und Freud' bringende Angelegenheit, sofern man den Theoretikern, Funk- und Fernsehen und der Wirtschaft glauben mag. (Zwischen Frauen und Männern kommt Erziehung auch vor, hierbei ist aber oft durch einseitige Renitenz leider wenig Erfolg verborgen.)
Wir wünschen uns ein Stück mehr Mensch sein, ein Stück mehr Menschlichkeit.
Der Moment, in dem man auf einer Bank sitzt, in die Ferne schaut und eine Träne über die Wange rinnt. Aus einem Gefühl und dem Zauber vom Sein, einfach ein Gefühl, welches wir so nötig hätten...