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Hundesalon und Hundetraining & Verhaltensberatung. Fair, authentisch, konsequent, freundlich. Wir helfen Euch, Euren Hund zu verstehen.
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16/09/2026

👉 "Der Hund: das defizitäre Wesen par excellence?"

Vermutlich wird bei keiner anderen Tierart so viel über Erziehung geredet, geschrieben, gefilmt und gepostet wie über den Hund. In Buchhandlungen ist eine ganze Abteilung für Hundethemen reserviert. Ich vermute, dort stehen mehr kynologische Bücher herum als Erziehungsratgeber in der Eltern- und Kindecke.

Im Internet sieht es ähnlich aus. Ein kynologisches Paralleluniversum, in dem sich alles um den angeblich besten Freund des Menschen dreht. Hier drängt sich mir bereits die erste Frage auf: Weshalb braucht Freundschaft eine derartige Menge an Verhaltenstipps, Verhaltensanweisungen und Trainingsprogrammen? Weshalb geht es in dieser Freundschaft in erster Linie darum, den anderen mit Anweisungen zuzudecken und ihm Befehle zu erteilen?

🔸Vom Welpenkurs bis zur Seniorenuni
Bereits in Welpenratgebern steht, was ein Hund bis ins Junghundealter zwingend alles kennen und befolgen muss. Sitz, Platz, Fuss, Hier, Aus und mindestens fünfzehn weitere Kommandos. Ansonsten übernimmt der Hund vermutlich irgendwann die Weltherrschaft und alles endet in einer Katastrophe.

Vom Früherziehungskurs bis zur Seniorenuni ist alles zu finden. Nicht selten höre ich in Erstgesprächen den Satz: «Mein Welpe kann schon Sitz, Platz, Fuss, Peng, Aus und Hier.»

Am liebsten würde ich dann antworten, dass mich das gar nicht so sehr interessiert, weil es für mich nicht das Wichtigste ist. Jeder gesunde Hund kann sitzen und liegen. Dafür braucht er weder ein Kommando noch einen Keks. Er tut es von sich aus. Peng, Pfötli und ähnliche Trickli darf ein Hund natürlich lernen, wenn Mensch und Hund Freude daran haben. Für den gemeinsamen Alltag sagen sie allerdings herzlich wenig aus.

🔸Der Hund als Befehlsempfänger auf vier Pfoten
Sind wir Menschen trotz der vielen Informationen inzwischen so weit weg von einem Lebewesen, dass wir Hunde kaum noch als Individuen wahrnehmen? Sehen wir sie vor allem als Befehlsempfänger auf vier Pfoten, die ständig etwas richtig machen sollen?

Wir haben verlernt, zu beobachten. Wir sind es kaum noch gewohnt, einem Hund das Leben zuzutrauen und ihm Leitplanken zu geben, an denen er sich orientieren kann. Stattdessen erteilen wir Anweisungen, bevor der Hund überhaupt die Möglichkeit hatte, eine eigene Idee zu entwickeln.

Dabei wohnt jedem Lebewesen bereits vieles von dem inne, was es für sein Leben braucht. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern. Wir dürfen Lernumgebungen so gestalten, dass ein Welpe oder Junghund über sich hinauswachsen kann. Auch ein erwachsener oder alter Hund darf eigene Erfahrungen machen. Erfahrungen, die ihn in seiner Selbstwirksamkeit stärken und ihm Sicherheit geben.

🔸Sehen, was bereits da ist
Menschen bringen ihre Hunde in die Hundeschule. Schon diese Bezeichnung finde ich fragwürdig. Eigentlich müsste es Menschenschule mit Hund heissen. Denn meistens ist es der Mensch, der lernen darf, genauer hinzuschauen, Zusammenhänge zu erkennen und seinen Hund im Alltag gut zu begleiten.

Wir gehen noch immer davon aus, dass der Hund ein defizitäres Wesen ist, das ohne all unsere Befehle und Kommandos hoffnungslos verloren wäre. Mir ist es viel wichtiger, dem Menschen zu zeigen, was sein Hund bereits von sich aus richtig gut macht. Was ihm gelingt. Welches Verhalten wir auch in Zukunft sehen möchten und wie wir dafür sorgen können, dass der Hund dieses Verhalten gerne wiederholt.

Der Hund soll erfahren, dass er gerade der coolste Hund der Welt ist. Gleichzeitig darf der Mensch lernen, freundlich und bestimmt Grenzen zu setzen. Grenzen, die Orientierung geben, ohne einzuschüchtern oder den Hund kleinzumachen.

Was bringt es uns, wenn ein Hund wie eine Marionette bei jedem Wort mit dem Kopf wackelt, im Alltag jedoch völlig verloren in der Welt steht?

🔸Dem Hund das Leben zutrauen
Ein professionelles Training mit Mensch und Hund konzentriert sich für mich auf das Wesentliche. Der Mensch lernt, das Verhalten seines Hundes wahrzunehmen, einzuordnen und erwünschtes Verhalten zu verstärken. Er lernt, seinem Hund das Leben zuzutrauen und ihn in seinen Fähigkeiten zu unterstützen.

Das setzt einen breiten Erfahrungs- und Methodenhintergrund voraus. Um sich auf das Wesentliche beschränken zu können, muss man den ganzen Rest kennen. Und man muss sich sicher fühlen in dem, was man tut.

Wieso also er-ziehen wir dauernd an unseren Hunden herum, anstatt genauer hinzuschauen, was längst in ihnen steckt?

👉 In diesem Sinne: "Trauen wir unseren Hunden das Leben und Lernen zu."

15/09/2026
14/09/2026

Mara ist erst ein paar Tage bei uns – und eigentlich war ein neuer Hund vor unserem Urlaub überhaupt nicht geplant.
Also ist sie einfach mitgefahren. Mit uns, mit drei weiteren Hunden, lange Autofahrt, Fähre, neue Orte, fremde Menschen, laufende Kinder und andere Hunde.
Und dabei merke ich wieder, wie sehr unser Blick auf Hunde inzwischen vom Training bestimmt wird.
Kaum ist ein Hund eingezogen, geht es um Rückruf, Leinenführigkeit, Sitz, Platz, Deckentraining, Impulskontrolle und Orientierung am Menschen.
Ich finde vieles davon wichtig. Aber nicht unbedingt sofort.
Mara ist fünf Monate alt. Sie ist neugierig, erstaunlich stabil, eigenständig und möchte ihre Umwelt kennenlernen. Genau das darf sie im Moment tun.
Ich unterstütze sie, wenn sie mich braucht. Auf der Fähre zum Beispiel bei laufenden Kindern und fremden Hunden. Ich gebe ihr Sicherheit und Abstand, wenn etwas schwierig wird. Aber ich versuche nicht, aus jeder Situation eine Trainingssequenz zu machen.
Sie darf schauen. Sie darf schnüffeln. Sie darf ausprobieren. Sie darf Entscheidungen treffen. Sie darf Erfahrungen sammeln.
Und ganz nebenbei läuft sie bereits ziemlich ordentlich an der langen Leine.
Vielleicht sollten wir bei jungen Hunden manchmal weniger darüber nachdenken, was wir ihnen möglichst schnell beibringen müssen, und mehr darüber, welche Erfahrungen sie brauchen, um sich zu sicheren, kompetenten Hunden zu entwickeln.
Training ist wichtig.
Aber Entwicklung besteht nicht nur aus Training.
Manchmal ist unsere wichtigste Aufgabe einfach, einen Hund gut durch seine Erfahrungen zu begleiten – ohne ständig etwas von ihm zu verlangen.

Ich habe es wieder getan.Mara, 5 Monate alt und aus Rumänien, ist gestern bei uns eingezogen.Dieser Hund hatte Glück. Si...
06/09/2026

Ich habe es wieder getan.

Mara, 5 Monate alt und aus Rumänien, ist gestern bei uns eingezogen.

Dieser Hund hatte Glück. Sie wurde alleine auf der Straße gefunden und kam anschließend in eine wunderbare Pflegestelle in Rumänien.

Ich habe Mara aufgrund einer Beschreibung und eines Fotos ausgewählt.

Würde ich das jedem empfehlen? Nein.

Denn einen Hund aus dem Auslandstierschutz auf diese Weise auszuwählen bedeutet auch: Man weiß nicht wirklich, wer da einzieht.

Ich habe keine feste Erwartung an einen Hund, der neu zu mir kommt. Er muss nicht sofort funktionieren, freundlich zu jedem sein, problemlos alleine bleiben oder sich vom ersten Tag an in meinen Alltag einfügen.

Ich schaue mir den Hund an, der tatsächlich vor mir steht.

Was bringt er mit?
Was verunsichert ihn?
Was fällt ihm leicht?
Was braucht er?

Mara ist mein fünfter Tierschutzhund aus dem Ausland. Erfahrung hilft dabei enorm – und trotzdem ist jeder Hund anders.

Ein Foto und eine Beschreibung können einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzen aber kein Kennenlernen und sind keine Garantie dafür, wie sich ein Hund in seinem neuen Leben entwickeln wird.

Deshalb ist diese Art, einen Hund auszuwählen, für mich eine bewusste Entscheidung.

Aber sicher keine Option für jedermann.

Und jetzt lernen wir Mara erst einmal kennen. Ohne Programm. Ohne Erwartungen. Schritt für Schritt.

23/08/2026

Hundeschule von Anfang an gehört für mich zur Grundausstattung.
So wie Leine, Geschirr, Futter und Tierarzt gehört auch fachliche Begleitung dazu.

Nicht erst dann, wenn Probleme entstanden sind.

Denn gerade am Anfang werden die Grundlagen gelegt: Wie lernt der Hund? Wie kommuniziert er? Wie gestalte ich Hundekontakte sinnvoll? Wie fördere ich Orientierung, Ruhe, Frustrationstoleranz und Alltagssicherheit?

Natürlich kann man vieles selbst ausprobieren. Aber Versuch und Irrtum bedeutet eben auch, dass sich ungünstiges Verhalten festigen kann. Und manches, was später mühsam „wegtrainiert“ werden soll, hätte sich mit früher Anleitung deutlich leichter verhindern lassen.

Hundeschule ist keine Reparaturwerkstatt für schwierige Hunde. Sie sollte selbstverständlicher Bestandteil eines guten Starts ins gemeinsame Leben sein.

Warum erzählen manche Hundehalter dem Trainer nicht, was wirklich los ist?„Er hat nur mal geschnappt.“„Eigentlich ist er...
18/08/2026

Warum erzählen manche Hundehalter dem Trainer nicht, was wirklich los ist?

„Er hat nur mal geschnappt.“
„Eigentlich ist er ganz lieb.“
„Das macht er sonst nie.“
„Mit Futter ist er ein bisschen speziell.“

Und irgendwann stellt sich heraus:
Der Hund hat bereits gebissen.
Er verteidigt Ressourcen.
Er reagiert massiv auf andere Hunde.
Oder bestimmte Situationen sind längst kaum noch kontrollierbar.

Ich glaube nicht, dass dahinter immer Absicht steckt.

Oft ist es Scham.
Angst vor Bewertung.
Oder die Sorge, als schlechter Hundehalter dazustehen.

Manchmal wurde das Verhalten auch schon so lange verharmlost, dass es sich für den Menschen tatsächlich „gar nicht so schlimm“ anfühlt.

Aber genau hier liegt das Problem:

Ich kann Training nur sinnvoll planen, wenn ich weiß, womit wir es wirklich zu tun haben.

Ich brauche keine geschönte Version deines Hundes.

Ich brauche die ehrliche.

Ein Erstgespräch ist kein Bewerbungsgespräch.
Niemand muss beweisen, dass sein Hund besonders unkompliziert, nett oder gut erzogen ist.

Ganz im Gegenteil:
Gerade die unangenehmen Dinge gehören auf den Tisch.

Hat dein Hund geschnappt?
Sag es.

Hat er gebissen?
Sag es.

Verteidigt er Futter, Spielzeug oder Menschen?
Sag es.

Kannst du ihn in bestimmten Situationen kaum noch halten oder ansprechen?
Sag es.

Das ist kein Grund, sich zu schämen.

Aber es zu verschweigen, kann Training erschweren und im schlimmsten Fall andere Menschen oder Hunde gefährden.

Gutes Hundetraining beginnt nicht mit einem perfekten Hund.

Sondern mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme.

HundebegegnungenWann sind normale Hundebegegnungen eigentlich zum Problem geworden?Hund in Sicht – und sofort beginnt da...
07/08/2026

Hundebegegnungen

Wann sind normale Hundebegegnungen eigentlich zum Problem geworden?

Hund in Sicht – und sofort beginnt das Managementprogramm.

Leine kürzer.
Futter raus.
Abstand.
Bogen.
Straßenseite wechseln.
Bloß keinen Kontakt.

Ich frage mich zunehmend:

Trainieren wir wirklich entspannte Hundebegegnungen – oder trainieren wir unseren Hunden gerade an, dass jeder andere Hund ein Ereignis ist?

Natürlich gibt es Hunde, die Schutz, Abstand und gezieltes Management brauchen. Das steht überhaupt nicht zur Diskussion.

Aber inzwischen wird dieses Vorgehen teilweise auf nahezu jeden Hund übertragen.

Kein Kontakt an der Leine.
Kein spontaner Kontakt.
Kein fremder Hund soll näherkommen.
Alles kontrolliert, geplant und abgesichert.

Und dann wundern wir uns, wenn Hunde andere Hunde hochspannend finden.

Sozialkompetenz entsteht nicht dadurch, dass wir jede soziale Situation verhindern.

Sie entsteht durch Erfahrungen.

Durch Annäherung und Distanz.
Durch Beobachten.
Durch Ausweichen.
Durch höfliche Kommunikation.
Auch dadurch, dass ein anderer Hund einmal sagt:
„Bis hierhin und nicht weiter.“

Nein, Hunde müssen nicht „alles unter sich klären“.

Und nein, ein unangeleinter Hund hat keinen Freifahrtschein, ungefragt in jeden anderen Hund hineinzurennen.

Rücksichtnahme ist keine deutsche Übervorsicht, sondern schlicht gutes Benehmen.

Aber zwischen Rücksichtnahme und permanenter Abschirmung liegt ein ziemlich großer Unterschied.

In anderen Ländern erlebt man Hundehaltung teilweise deutlich selbstverständlicher: Hunde laufen, begegnen sich, gehen wieder auseinander. Nicht jede Begegnung wird zum Trainingssetting erklärt.

Vielleicht sollten wir uns deshalb einmal fragen, ob wir hierzulande manchmal ein Problem mit erzeugen, das wir anschließend aufwendig wegtrainieren wollen.

Denn wenn bei jedem Hund am Horizont sofort die komplette Aufmerksamkeit des Menschen auf die Situation springt, lernt der Hund ziemlich zuverlässig:

Da ist ein Hund. Jetzt wird es wichtig.

Mein Ziel wäre ein anderes:

Da ist ein Hund.

Na und?

Manchmal gehen wir vorbei.
Manchmal gibt es Kontakt.
Manchmal möchte einer keinen Kontakt.
Manchmal wird Abstand gehalten.

Fertig.

Und übrigens:

Ein sozial kompetenter Hund muss nicht jeden Hund mögen.

Er darf Grenzen haben.
Er darf ausweichen.
Er darf kommunizieren.
Er darf auch einmal deutlich werden.

Sozialkompetenz bedeutet nicht:

„Mein Hund ist mit jedem verträglich.“

Sozialkompetenz bedeutet:

„Mein Hund kann angemessen mit sozialen Situationen umgehen.“

Vielleicht brauchen wir deshalb weniger Angst vor ungeplanten Begegnungen.

Weniger Drama.

Weniger Mikromanagement.

Und wieder etwas mehr Vertrauen darin, dass Hunde auch lernen dürfen, Hunde zu sein.

Die entscheidende Frage ist nicht: Kontakt oder kein Kontakt?

Sondern:

Haben unsere Hunde überhaupt noch ausreichend Gelegenheit, normale Hundebegegnungen zu lernen?

Bedürfnisse vor Gehorsam.Die Bedürfnispyramide nach Maslow wurde ursprünglich für Menschen entwickelt. Trotzdem lässt si...
28/07/2026

Bedürfnisse vor Gehorsam.

Die Bedürfnispyramide nach Maslow wurde ursprünglich für Menschen entwickelt. Trotzdem lässt sie sich als Denkmodell sehr gut auf unsere Hunde übertragen.

Denn auch beim Hund gilt: Wer grundlegende Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt bekommt, kann auf höheren Ebenen nur eingeschränkt lernen, sich orientieren oder Verhalten kontrollieren.

Ganz unten stehen die körperlichen Grundbedürfnisse: Futter, Wasser, Schlaf, Ruhe, Bewegung, Gesundheit und die Möglichkeit, sich zu lösen.

Darauf folgt Sicherheit: ein verlässlicher Alltag, Schutz vor Überforderung, angemessene Distanz zu angstauslösenden Reizen und Menschen, die Sicherheit geben statt zusätzlichen Druck aufzubauen.

Dann kommen die sozialen Bedürfnisse: Bindung, Nähe, gemeinsames Erleben und – je nach Hund – passende Kontakte zu Artgenossen.

Darüber stehen Selbstwirksamkeit und Kompetenz. Hunde brauchen die Erfahrung, dass ihr Verhalten etwas bewirken kann. Sie dürfen Probleme lösen, Entscheidungen treffen, erkunden, ausprobieren und erfolgreich sein.

Und schließlich geht es um individuelle Entfaltung: Ein Jagdhund möchte suchen und Spuren verfolgen. Ein Retriever trägt gerne. Ein Terrier möchte erkunden und graben. Ein Hütehund beschäftigt sich mit Bewegung.

Natürlich müssen wir nicht jedes Bedürfnis ungefiltert ausleben lassen. Aber wir sollten verstehen, was hinter Verhalten steckt und passende Möglichkeiten schaffen.

Und genau hier beginnt gutes Hundetraining.

Wenn ein Hund draußen nicht ansprechbar ist, ständig hochfährt, bellt, zieht oder nicht zur Ruhe kommt, ist die erste Frage nicht:

„Wie korrigiere ich dieses Verhalten?“

Sondern:

Was braucht dieser Hund gerade?

Hat er ausreichend Schlaf?
Fühlt er sich sicher?
Ist die Situation zu schwierig?
Kann er Abstand herstellen?
Darf er erkunden?
Hat er Schmerzen?
Versteht er überhaupt, was von ihm erwartet wird?

Verhalten entsteht nicht im luftleeren Raum.

Bedürfnisse sind keine Belohnung für gutes Verhalten. Sie sind die Grundlage dafür, dass Lernen überhaupt möglich wird.

Deshalb sollte Hundetraining nicht nur fragen:

Was soll der Hund tun?

Sondern viel häufiger:

Was braucht dieser Hund, damit er es leisten kann?

26/07/2026

Training beginnt nicht erst beim Fehler.

Impulskontrolle. Frustrationstoleranz. Orientierung. Signalsicherheit. Alltagstauglichkeit.

All das entsteht nicht dadurch, dass wir Hunde bewusst in Situationen laufen lassen, die sie noch nicht bewältigen können – um anschließend ihr Verhalten zu korrigieren.

Wir schaffen Situationen, in denen Lernen möglich ist.

Neue Orte. Neue Reize. Unterschiedliche Anforderungen. Aber immer so gestaltet, dass der einzelne Hund die Chance hat, erfolgreich zu sein.

Denn was für den einen Hund eine leichte Übung ist, kann für den anderen bereits eine echte Herausforderung bedeuten.

In diesem Training arbeiten wir deshalb individuell: an Orientierung am Menschen, an Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, Signalsicherheit und daran, auch unter Ablenkung handlungsfähig zu bleiben.

Dabei wird jeder Hund dort abgeholt, wo er gerade steht, und so viel unterstützt, wie er in diesem Moment benötigt.

Nicht Fehler provozieren und korrigieren.
Sondern Verhalten vorbereiten, begleiten und festigen.

Genau daraus entsteht Alltagstauglichkeit.

Hundeschule erst dann, wenn es schwierig wird?Genau das erlebe ich leider häufig.Der Hund zieht.Er pöbelt an der Leine.D...
26/07/2026

Hundeschule erst dann, wenn es schwierig wird?

Genau das erlebe ich leider häufig.

Der Hund zieht.
Er pöbelt an der Leine.
Der Rückruf funktioniert nicht.
Begegnungen werden anstrengend.
Besuch wird zum Problem.
Der Spaziergang ist nur noch Stress.

Und dann kommt der Satz:

„Jetzt müssen wir wohl doch mal zur Hundeschule.“

Dabei sollte Hundeschule nicht erst dann beginnen, wenn Probleme längst zum Alltag gehören.

Eine gute Hundeschule ist keine Reparaturwerkstatt. Sie gehört m.E. zur Grundausstattung.

Sie ist ein Lernort für Mensch und Hund.

Hier können Situationen geübt werden, bevor sie draußen schwierig werden:

Hundebegegnungen.
Warten und Ruhe halten.
Ansprechbarkeit unter Ablenkung.
Leinenhandling.
Passieren von Menschen und Hunden.
Orientierung am Menschen.
Neue Situationen gemeinsam bewältigen.

Der große Vorteil:

Diese Situationen können geplant, angepasst und wiederholt werden.

Abstände können verändert werden.
Schwierigkeiten können langsam gesteigert werden.
Der Mensch kann lernen, bevor er unter Stress reagieren muss.

Denn im Alltag wartet niemand darauf, bis wir bereit sind.

Der Jogger kommt.
Der Hund taucht um die Ecke auf.
Das Fahrrad fährt vorbei.

Dann sollten Grundlagen bereits vorhanden sein.

Und nein – Hundeschule ist nicht nur etwas für Ersthundehalter.

Auch wer seit vielen Jahren Hunde hält, bekommt nicht immer denselben Hund.

Jeder Hund bringt andere Voraussetzungen, Erfahrungen, Bedürfnisse und Herausforderungen mit.

Erfahrung hilft.

Aber sie ersetzt nicht automatisch neues Lernen.

Auch soziale Kontakte spielen eine Rolle.

Menschen treffen andere Hundehalter, können beobachten, Fragen stellen und voneinander lernen.

Und Hunde können erfahren, dass andere Hunde einfach da sein dürfen – ohne Kontakt, ohne Spiel, ohne Aufregung.

Hundeschule bedeutet nicht, einen Hund möglichst schnell „funktionieren“ zu lassen.

Sie bedeutet, Mensch und Hund auf einen gemeinsamen Alltag vorzubereiten.

Und dafür ist der beste Zeitpunkt nicht dann, wenn bereits alles schwierig geworden ist.

Sondern vorher.

Adresse

An Der Stetze 8
Kreuztal
57223

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