16/10/2026
Günther ,,,,,,,,
Wenn die ganze Welt zerbricht !
Gleich vorne weg , negative Kommentare über die Vorbesitzer werden wir umgehend löschen . !!!!! Auch wenn es schwer fällt ,es nützt niemandem und schon gar nicht dem Hund !
Günthers Geschichte ist tragisch und dennoch passiert sie jeden Tag tausendfach in allen Tierheimen .
Günthers Leben begann schon traurig , als zuviel,ungeliebt und ungewollt in Rumänien geboren , verbrachte er die ersten Lebensmonate in einem rumänischen Auffanglager .
Aber er hatte Glück , durfte ausreisen und kam mit ca 5 Monaten zu uns .
Ein schüchterner , zuckersüßer Kerl der trotz Unsicherheit offen für die neue Welt war .
Er lernte schnell , zeigte sich als lernwillig und eifriger Schüler , sanft ,zugewandt , sensibel und überaus anhänglich zu uns Menschen . Dabei war er fröhlich und lebte richtig in seiner Hunde Gruppe auf .
Günther hat damals alle unsere Herzen erobert, mit seiner lustigen Frisur ,seinen witzigen Einfällen und seiner ausgelassenen Fröhlichkeit .
Nach sorgfältiger Prüfung und sehr engem Nadelöhr fand Günther sehr nette und wie wir meinten, fähige Menschen und zog in sein neues Zuhause .
3 Jahre später liegt seine Welt im Scherbenhaufen…….
Günther kam zurück,,,,,, sein Glück ist Geschichte .
Günther wurde und wird von seinen ehemaligen Menschen geliebt und auch hier gibt es viel Trauer und Schmerz.
An Liebe hat es nicht gemangelt , wohl aber an Verstehen , Grenzen setzten , Verantwortung abnehmen , Training und Durchhaltevermögen .
Günther bekam von klein auf keine konsequente Führung und konsequent heißt , es gibt keine Ausnahme , kein „na ja lass halt „und kein ausnahmsweise Mal .
Führung hat nichts mit Drill oder Kasernen Gehorsam zu tun .
Führung heißt Sicherheit geben , dem Hund Verantwortung abnehmen , dem Hund zeigen lass Dich fallen , ich geh voran ich sorge für uns und deine Sicherheit .
Günther trug Verantwortung ,weil klare Führung und Grenzen fehlten und als man sich Hilfe holte war es schon zu spät .
Günther biss Besucher , Gäste ,den Hunde Trainer , ließ niemanden mehr auf das Grundstück .
Die Nachbarn setzten Günthers Menschen unter Druck , drohten mit Anzeige , eine Tierärztin bot das einschläfern an . ……
Mensch Hund Team verzweifelt , Günther unglücklich ,weil eigentlich wollte er alles richtig machen , aus seiner Sicht hat keiner für Sicherheit gesorgt , seine vermeintliche Freiheit und Liebe die er bekam ,nichts weiter als „ alleine im All „ Oder niemand steht über mir und niemand steht mir bei „
Es war ein Tränenreicher Abschied als Günther zurück kam , seine Menschen absolut einsichtig aber verzweifelt , mutlos und gesundheitlich leider auch gerade nicht belastbar um einen Neustart mit intensivem Training und neuen Hunde Trainern durch zu ziehen .
Ein langes Gespräch in dem mir sehr wichtig war das es nicht Günthers „ Schuld „ ist , nicht seine Genetik , nicht seine Herkunft sondern das führungslose Aufwachsen ohne Grenzen und Orientierung .
Günthers Menschen und Ich sind in Kontakt , denn das Fundament des“ Beziehungs Häuschens „ stimmt , das Fundament ist Liebe ❤️
Aber das Dach ( Führung ) und alle Seitenteile ( Grenzen , Verantwortung ) fehlen ,,,, ohne diese Teile kann keine Mensch Hund Beziehung funktionieren .
Noch besteht eine kleine, winzige Hoffnung das Günther vielleicht einen Neustart bei seinem Menschen beginnen könnte .
Wenn beide ihre Gesundheit stabilisiert haben , wenn sie den Mut gefunden haben auch gegen die aufgebrachte Nachbarschaft zu ihrem Hund zu stehen .
Wenn sie ein völlig neues , sehr intensives Training mit einem ausgesucht guten Hunde Trainer beginnen werden .
Es wäre nicht das erste Mal das so etwas gelingt und aus diesen Krisen geschüttelten Mensch Hund Beziehungen werden echte Symbiosen .
Aber der Weg dorhin ist lang ,schwer , kostet Kraft , Geld und verlangt sehr viel Liebe .
Liebe wird aus Mut gemacht , wir wissen nicht ob es gelingt .
Und Günther ?
Es bricht mir jedes Mal ,auch nach vielen Jahren immer wieder ein Stück aus meinem Herz heraus wie unendlich solche „ wieder-da -ich - bin- ein Retoure - Hund „ leiden .
Sie fallen ins Bodenlose , stürzen in den Abgrund , so unendlich alleine , so unfassbar unglücklich .
Für Hunde ist das Verlieren ihres Rudels schon alleine genetisch wie sterben .
Wenn Günther ein umgänglicher , fröhlicher Kerl gewesen wäre der Umständehalber ( Umzug , Allergie ) sein Zuhause verloren hätte , dann wäre ein Großteil Tragik gar nicht vorhanden .
Er hätte nach kurzer Trauer schnell neue Menschen gefunden und wäre erneut in sein Glück ,an das er fest glauben würde ,gezogen .
Günther hat das nicht gelernt , nicht erlebt das Menschen stark sind , ihm Sicherheit geben , das Grenzen toll sind ,weil Hund sich dahinter entspannen kann .
Die Fotos zeigen genau den Moment letzte Woche ,als sich die Zimmer Tür wieder hinter ihm schließt , dieser Blick …… wer Hunde lesen kann sieht diese Abgrundtiefe Traurigkeit .
Dieses es wird nie , nie wieder gut …..
Aber Günther ist in seiner Rolle gefangen , er trägt Maulkorb weil er uns 3 Tage lang höchst aggressiv und völlig verzweifelt angegriffen hat .
Das war kein kleines Schnappen ,sondern klare zielgerichtete Angriffe in Schulter Höhe des Menschens .
Es ist die einzige Lösungsmöglichkeit die er gelernt hat, Angriff , weil ihm niemand beisteht wenn es unheimlich wird .
Günther frass 3 Tage nicht , trauerte extrem und war nicht ansprechbar , obwohl wir ihn jeden Tag in den Auslauf holten und jeden Tag seine Angriffe an uns abperlen ließen .
Angst darf niemals bestraft werden , wir zeigen ihm das Angriff nun nicht mehr zum Ziel führt .
Natürlich trägt Günther durchgehend den Maulkorb und kann damit auch fressen , was er zum Glück jetzt auch tut .
Günther ist nun ein Problemhund und wie alle Hunde die 1000 fach als problematisch in Tierheimen sitzen so ! Nicht auf die Welt gekommen ,,,, !
Diese Hunde haben ,sind wir ehrlich ,kaum noch eine Chance das Tierheim jemals wieder zu verlassen . Sie werden vermutlich niemals mehr „ Jemands Hund „ sein , niemals das Gefühl haben zu jemandem zu gehören und sicher und geliebt zu sein .
Aus diesem Grund kämpfen wir um jede reelle Möglichkeit ein Zuhause zu erhalten , oder neu zu starten .
Nicht um jeden Preis ,aber um jede noch so kleine Hoffnung .
Günther lebt nun seit 2 Tagen in einer gemischten Hunde Gruppe und hier zeigt sich das er tief drinnen so gerne Führung und Richtung annimmt .
Die Hunde Gruppe hat ihn klar und unmissverständlich in die dritte Reihe eingenordert und Günther ist nun recht gerne ein „ Schwarm Fisch „ der mit den anderen mitschwimmt .
Ein winzig kleiner Schritt .
Es gäbe noch viel mehr zu schreiben , aber das würde eher ein ( vielleicht drittes Buch ) füllen ….
Bis hier erst Mal genug , nächste Woche mehr über Günther und denkt an Eure Kommentare alles negative gegen die Vorbesitzer werden wir nicht tolerieren .
Wenn überhaupt jemand die Schuld /Verantwortung für diese Geschichte trägt , dann sind wir es durch unsere Vermittlung
.
Diese Erkenntnis macht das Ganze nicht leichter für uns , erklärt aber vielleicht warum unser Nadelöhr bei der Vermittlung immer enger wird .
Wie schön wäre es manchmal wir könnten es leichter haben ,,,,
KHöfer