11/06/2026
Heute möchten wir einmal mehr eine Lanze für Stadttauben brechen.
Für viele Menschen gehören Tauben zum Stadtbild, allerdings oft verbunden mit Vorurteilen: Dreck, Ärger, Krankheiten.
Wir fragen uns: Warum eigentlich?
Stadttauben wirken auf den ersten Blick manchmal ungepflegt. Viele Tiere haben Verletzungen, Probleme an den Füßen oder wirken geschwächt. Auch weicher Kot wird häufig als Argument gegen sie angeführt. Aus Hörensagen werden Vorurteile weitergegeben, und vielerorts gelten Tauben als unerwünscht. Manche Städte reagieren sogar mit Vergrämungsmaßnahmen oder anderen schlimmeren Methoden, um die Bestände zu reduzieren.
Doch man muss bedenken:
Stadttauben sind die Nachkommen ehemaliger Haus- und Brieftauben, die vom Menschen gezüchtet und ihrem Schicksal überlassen wurden. Viele Generationen der Tiere kämpfen täglich ums Überleben: mit Nahrungsmangel, ungeeignetem Futter aus menschlichen Abfällen, Verletzungen durch Müll oder einschneidende Schnüre an ihren empfindlichen Füßen. Hinzu kommen Schwäche und leider manchmal sogar gezielte Grausamkeiten durch Tierhasser.
Und dafür sollen die Tauben selbst verantwortlich sein?
Wir finden: Nein.
Es gibt längst bewährte und tierfreundliche Wege, das Zusammenleben von Mensch und Taube zu gestalten. Ehrenamtliche Taubenhilfen und Vereine machen es seit Jahren vor: betreute Taubenschläge, regelmäßige Fütterung mit artgerechtem Körnerfutter und der Austausch von Eiern zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle.
Auf dem Tierheimgelände befinden sich zwei Taubenhäuser und ein Taubenturm. Regelmäßig werden geschwächte, verletzte Tiere oder unerwünschte Jungvögel zu uns gebracht. Jede einzelne Taube verdient Hilfe und Versorgung.
Tatsächlich übertragen Tauben nicht mehr Krankheiten als viele andere Tiere und bei einer guten Ernährung setzen sie überwiegend festen Kot ab. Viele Probleme, die ihnen zugeschrieben werden, sind in Wahrheit Folgen schlechter Lebensbedingungen, nicht die Schuld der Tiere.
Besonders dankbar sind wir den ehrenamtlichen Taubenfreunden, die auch bei uns oft die Tauben versorgen und betreuen.
Dankeschön an alle Menschen, die sich für die übersehenen und missverstandenen Tiere einsetzen.