08/01/2026
🐾 Lenox mein Pflegehund 🐾
Im Juli erhielt ich eine Anfrage für einen Hund, bei dem niemand mehr wusste, wohin mit ihm. Endstation Tierheim!
Lenox, Herdenschutzhund mal Malinois, kommt aus Nordmazedonien und wurde hier in Deutschland an eine Familie vermittelt. Dort blieb er jedoch nicht lange und hatte innerhalb eines Jahres mehrere Anlaufstellen, nirgends für lange Zeit. Seine „Themen“ wurden immer deutlicher. Beißvorfälle mit Menschen standen auf seiner Liste. Draußen war er kaum händelbar. Trotz Trainern und Gutachtern kam niemand mit ihm weiter. So bekam er einen Stempel und galt als nicht sozialisierbar. Sein Verein gab die Hoffnung jedoch nicht auf und so landete er bei mir.
Ja, er ist kein Anfängerhund. Aber er ist auch kein hoffnungsloser Fall. Ich habe in Lenox einen Hund gesehen, dem niemand unsere Welt erklärt hat. Er war völlig überfordert und unverstanden und hat letztendlich auf seine Genetik zurückgegriffen, weil ihm nichts anderes übrig blieb.
Nach genau zwölf Wochen konnte ich ihn ableinen, absolut zuverlässig. Er greift keine Menschen, Fahrradfahrer, Jogger, Hunde oder Autos mehr an. Er hat verstanden, dass er nicht jagen darf, und kann jetzt über Wiesen und Felder rennen, schnüffeln, spielen und einfach Hund sein.
Ist er jetzt „geheilt“? Jein. Seine Genetik ist da und wird immer bleiben. Er braucht einen Menschen, der für ihn einsteht und Situationen vertrauensvoll für ihn übernimmt. Dann ist er dieser lustige und lebensfrohe Hund, den ich heute kenne.
Aktuell kann er noch nicht vermittelt werden, da noch Hintergründe geklärt werden müssen. Wenn das erledigt ist, suchen wir genau dieses Zuhause, das er verdient hat. Bis dahin darf er so lange bei mir bleiben, wie er es braucht.
„Ein schwieriger Hund ist oft nur ein unverstandener Hund“