23/08/2026
🤝🏻 Mehr Miteinander, weniger Bashing: Warum Vielfalt im Hundetraining eine Chance ist
🫨 Viele Hundehaltende, die sich vielleicht verzweifelt, vielleicht erschöpft und doch voller Hoffnung an uns wenden, erzählen oftmals etwas unsicher von den Trainer*innen, von denen sie bisher schon begleitet wurden.
▪️ War der bisherige Weg „richtig“?
▪️ War es „falsch“, sich Hilfe an mehreren Stellen zu holen?
▪️ Oder folgt nun der Moment, in dem jemand alles auseinanderpflückt, was bisher aufgebaut wurde?
🤝🏻 An diesem Punkt wünsche ich mir in unserer Branche mehr Verständnis. Mehr Offenheit. Mehr echtes Miteinander. Denn Hundetraining ist kein Wettkampf. Es geht nicht darum, wer die einzig wahre Methode, oder die lauteste Meinung hat. Es geht um Menschen und Hunde. Um ihre Beziehung und um ihre Entwicklung.
🖼️ Manchmal verstehen unsere Kund*innen erst durch eine bestimmte Erklärung wirklich, worum es geht. Und das liegt oftmals nicht daran, dass es vorher nicht gesagt wurde, sondern weil wir alle unterschiedlich sprechen, unterschiedlich wahrnehmen und unterschiedliche Zugänge schaffen. Manche brauchen Bilder im Kopf. Andere klare Strukturen. Wieder andere müssen etwas erleben, fühlen oder mehrfach hören, bis ein Gedanke landen darf. Was bei dem einen Trainer ein erster Samen war, wird bei einer anderen Trainerin vielleicht plötzlich greifbar. Und oft ergibt erst die Mischung verschiedener Perspektiven ein vollständiges Bild.
💡 Was bisher schon erarbeitet wurde, was gut funktioniert hat, was sich stimmig angefühlt hat oder wo vielleicht Fragezeichen geblieben sind, sind wichtige Informationen für uns. Und zwar NICHT, um bisheriges abzuwerten, sondern um zu verstehen. Denn Entwicklung baut oft auf Entwicklung auf.
📈 Vielleicht war ein Team vor einigen Monaten noch gar nicht bereit für einen bestimmten Schritt. Vielleicht fehlte Sicherheit im Handling. Vielleicht fehlte Vertrauen in sich selbst. Vielleicht fehlte einfach der passende Moment oder ein anderes Wording. Lernen verläuft auch hier nicht linear. Es wächst und verbindet Erfahrungen miteinander.
😮💨 Wenn wir (als Kolleg*innen und nicht als Konkurrent*innen) würdigen, was bisher erarbeitetet wurde, müssen sich Hundehaltende nicht mehr rechtfertigen. Sondern dürfen ankommen mit allem, was sie bereits ausprobiert haben. Mit ihren Erfolgen. Mit ihren Umwegen. Mit ihren Fragen. Ohne das Gefühl, sich entscheiden zu müssen, wer von uns Trainer*innen nun Recht hatte.
✋🏻 Und mal Hand aufs Herz: wer von uns bildet sich denn an nur einer Stelle fort? Wir gehen doch auch alle zu unterschiedlichen Kolleg*innen. Hören zu, nehmen verschiedene Perspektiven ein und prüfen, was zu unserer Haltung und unserer Arbeit passt. Dabei fühlt sich nicht immer jeder Ansatz stimmig an. Und gleichzeitig steckt in jedem Ansatz so viel Wertvolles!
🧰 Und am Ende wünschen wir Hundetrainer*innen uns doch alle einen gut gefüllten Werkzeugkoffer, statt eines einzigen Hammers für jedes Problem. Denn jedes Mensch-Hund-Team bringt seine eigene Geschichte mit. Seine eigene Persönlichkeit. Seine eigene Dynamik. Was das eine Team stärkt, braucht das Andere gerade noch gar nicht oder auch schon nicht mehr. Und manchmal fehlt zu diesem Zeitpunkt nur ein klitzekleines Puzzlestück, damit plötzlich etwas in Bewegung kommen darf.
🙃 Vielleicht würde unserer Branche etwas mehr gegenseitige Wertschätzung guttun. Weniger Ego. Weniger erhobene Zeigefinger, dafür mehr echtes Interesse füreinander. Mehr Fokus auf die Aufgabe, die uns alle eint:
❤️ Menschen in ihre Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit zu begleiten. Ihnen Zusammenhänge verständlich zu machen. Ihre Sicherheit wachsen zu lassen. Damit sie ihren Hund immer besser lesen, verstehen und letztlich zufrieden miteinander leben können. Vor allem dann, wenn wir längst nicht mehr neben ihnen stehen.
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