10/09/2026
Tiermedizin bedeutet, Leben zu retten. Doch wer kümmert sich eigentlich um die Menschen, die jeden Tag für und um unsere Tiere kämpfen?
Tierärzt:innen und ihre Teams arbeiten unter enormen emotionalem und organisatorischem Druck. Lange Arbeitszeiten, schwierige Entscheidungen, Notfälle, Verantwortung über Leben und Tod und gleichzeitig die Erwartungen von Tierhalter:innen.
Doch manchmal geht die Belastung noch weiter.
Beleidigungen. Rufschädigung. Öffentliche Hetze. Stalking. Drohungen bis hin zu Morddrohungen.
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Aggression und Gewalt durch Tierhalter:innen in der Veterinärmedizin keineswegs Einzelfälle sind. In einer deutschen Befragung berichteten mehr als die Hälfte der teilnehmenden Tierärzt:innen von verbaler oder körperlicher Gewalt durch Tierhalter:innen.
Und betroffen ist dabei nicht nur die Tierärztin oder der Tierarzt.
Auch die:der TFA.
Und die Person, die am Empfang sitzt.
Die Person, die nachts im Notdienst arbeitet.
Die Person, die versucht, einen Patienten zu stabilisieren.
Das gesamte Team, das hinter einer Behandlung steht.
Natürlich darf jede:r eine Behandlung hinterfragen oder mit einer Entscheidung unzufrieden sein.
Kritik ist legitim. Gewalt, Einschüchterung und persönliche Angriffe sind es nicht!
Sie können Menschen nachhaltig belasten und zu Angst, Stress, Burnout, dem Wunsch führen, den Beruf zu verlassen – im schlimmsten Fall bis hin zu Suizidgedanken, Suizidversuchen und Suizid.
Die psychische Belastung in der Veterinärmedizin ist alarmierend: Tierärzt:innen haben laut Studien der Freien Universität Berlin und des Universitätsklinikums Leipzig ein etwa fünfmal höheres Suizidrisiko als die Allgemeinbevölkerung.
Hinter dieser Zahl stehen Menschen.
Menschen, die ihr Bestes geben.
Menschen, die Fehler machen.
Menschen, die schwierige Entscheidungen treffen müssen.
Menschen, die nicht alles allein tragen können.
Und Menschen, die das Recht haben, sich bei ihrer Arbeit sicher, respektiert und geschützt zu fühlen.
Seht hin. Fragt nach. Hört zu. Unterstützt einander. Und setzt Grenzen, wenn Grenzen überschritten werden.
Denn auch diejenigen, die sich um unsere Tiere kümmern, brauchen Fürsorge.🤍