27/08/2026
Je länger ich mit Tieren arbeite, desto wichtiger finde ich etwas, das eigentlich ganz einfach klingt:
Aufmerksam bleiben.
Natürlich gehe auch ich mit einer Idee in einen Termin. Mit Erfahrungen, einem Befund, vielleicht einem Therapieplan und einer Vorstellung davon, was heute sinnvoll sein könnte.
Aber eben nur mit einer Idee.
Denn dann steht da dieses eine Tier vor mir. An genau diesem Tag und in genau diesem Moment.
Und vielleicht ist heute etwas ganz anderes wichtig. Vielleicht geht etwas, das beim letzten Mal noch nicht möglich war. Vielleicht zeigt mir das Tier aber auch ganz deutlich, dass das, was ich geplant hatte, heute nicht passt.
Gerade wenn ich ein Tier schon länger kenne, finde ich das besonders wichtig.
Denn aus Erfahrung sollte nicht irgendwann Erwartung werden.
Nicht: „Ich kenne dich, ich weiß schon, was wir heute machen.“
Sondern immer wieder neu hinschauen.
Wie geht es dir heute? Was ist heute möglich?
Ein Therapieplan gibt mir eine Richtung. Aber wie der Weg an diesem Tag aussieht, entsteht im Zusammenspiel mit dem Tier.
Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum ich diese Arbeit nach wie vor so gerne mache.
Weil keine Begegnung ganz gleich ist.
Weil Tiere uns immer wieder überraschen können.
Und weil es immer noch etwas Neues zu entdecken gibt. 🤍