01/09/2026
Der Huf besteht aus verschiedenen spezialisierten Hornbereichen, die gemeinsam Schutz, Stabilität und Stoßdämpfung gewährleisten. Der Tragrand bildet den unteren Rand der Hufwand. Er trägt bei Belastung einen wesentlichen Teil des Körpergewichts, schützt die empfindlichen Strukturen im Inneren und unterstützt die gleichmäßige Druckverteilung auf den Boden. Die Hufwand wächst von oben nach unten und besteht aus unterschiedlich hartem Wandhorn.
Der Strahl ist ein elastischer, keilförmiger Hornkörper auf der Hufunterseite. Er nimmt bei Belastung Kontakt zum Boden auf, unterstützt den Hufmechanismus und trägt zur Stoßdämpfung bei. Durch seine Druckbelastung werden außerdem die Durchblutung und der venöse Rückstrom im Huf gefördert. Zusätzlich hilft der Strahl, die Trachten auseinanderzuhalten und die Orientierung auf unebenem Boden zu verbessern.
Die Eckstreben sind nach hinten gerichtete Fortsetzungen der Hufwand, die entlang der Strahlfurchen verlaufen. Sie stabilisieren den hinteren Hufbereich, begrenzen die seitliche Ausdehnung der Trachten und unterstützen die Lastverteilung. Bei gesunden Hufen tragen sie außerdem zum Schutz des Strahls und der darunterliegenden Weichteile bei.
Die Lamellen liegen an der Innenseite der Hufwand. Die empfindlichen, lebenden Lamellen greifen in die Hornlamellen der Hufwand ein und bilden eine feste Aufhängung zwischen Hufwand und Hufbein. Dadurch wird das Hufbein im Huf getragen und die Belastung auf eine große Fläche verteilt. Gleichzeitig ermöglichen die Lamellen das kontrollierte Wachstum der Hufwand. Eine Schädigung dieser Verbindung, beispielsweise bei einer Hufrehe, kann zu einer Instabilität und Absenkung oder Rotation des Hufbeins führen.
Zusammen bilden diese Hornbereiche ein funktionelles System, das den Huf schützt, das Körpergewicht trägt, Bewegungen abfedert und die Kräfte beim Auffußen und Abrollen verteilt.