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SATTELTEST HIDALGO Sattel hatte eine Aktion, in der Pferdetherapeuten ein Sattel zur Testung für 14 Tage zur Verfügung g...
23/09/2026

SATTELTEST
HIDALGO Sattel hatte eine Aktion, in der Pferdetherapeuten ein Sattel zur Testung für 14 Tage zur Verfügung gestellt werden würde. Ich ließ mir einen Sattel schicken der Anfang September 2026 bei mir ankam.
Ein Dressursattel, Chicago mit 18 Zoll Sitzfläche.

In der Praxis sehe ich immer wieder Pferde, deren Körperbau es schwierig macht, einen passenden Sattel zu finden und die Probleme aufgrund eines unpassenden Sattels haben.

Die Besonderheit bei dieser Sattelreihe von Hidalgo liegt im Inneren verborgen - ein Lederbaum. Dieser ist steif genug, um das Reitergewicht flächig zu verteilen und passt sich nach mehrmaliger Nutzung durch die Körperwärme des Pferdes und das Gewicht des Reiters der Rückenform des Pferdes an. Dadurch erhält man einen Sattel mit einem auf das Pferd passenden Baum.

Zusätzlich gibt es klettbare, mit Memoryschaum gefüllte Sattelkissen.

Für den Satteltest haben zwei Islandpferde sich zur Verfügung gestellt. Ein kräftiger, rundlicher Fuchswallach, leicht überbaut mit einer, selbst für einen Isländer, extrem kurze Sattellage. Und ein schmalerer Scheckwallach mit leichtem Senkrücken.

Bei beiden Pferden lag der Sattel ohne Brückenbildung. Der Wirbelsäulenkanal kann individuell breit genug geklettet werden. Aufgrund der kurzen Sattellage kamen hier gerade mal 45 cm lange Kissen mit breiter Auflagefläche zum Einsatz.
Ich habe die Kissen so angebracht, dass das Schulterblatt des Pferdes ungehindert rotieren kann.

Der Sattel sitzt sich bequem und unterscheidet sich ansonsten nicht von dem eines üblichen englischen Reitsattels. Die Bewegungen des Pferdes lassen sich gut erspüren. Auch die Pferde liefen abschnaubend unter dem Sattel und fühlten sich wohl.

Nach dem Absatteln zeigt sich bei dem Fuchswallach ein glattes Fell und in der Thermographie eine gleichmäßige Oberflächenwärme in der Sattellage.

Bei dem Scheckwallach ist die Oberflächentemperatur auf der linken Seite leicht höher als rechts, während die Sattelunterseite eine recht gleichmäßige Wärmeverteilung zeigte. Hier würde ich die Sattelkissen nochmal etwas anders anbringen und schauen, ob sich das Wärmebild verändert.

Der Sattel selber ist tadellos verarbeitet. Es gibt zwei lange Gurtstrippen auf jeder Seite, wobei wahlweise die vordere Strippe weiter vorne oder mittig angebracht werden kann. Es empfiehlt sich Mono-Steigbügelriemen zu verwenden.

Als Fazit kann ich sagen, dass mir das Sattelkonzept sehr gut gefällt. Ich habe selber bereits alles durch: Gebrauchtsattel, Neusattel, Neusattel vom Sattler, baumlose Sättel und Fellsattel. Ich denke, dass dieser Lederbaumsattel die Brücke schlägt zwischen dem Sattel von der Stange und einem Maßsattel. Ein Sattel, dessen Baum nicht zum Pferderücken passt, kann nicht durch Umpolstern passend gemacht werden. Hier liegt die Stärke des Lederbaums, der sich mit der Zeit dem Pferderücken anpasst und trotzdem das Reitergewicht flächig auf den langen Rückenmuskel verteilt.

Da es doch einiges an Wissen zu Anatomie und Biomechanik des Pferdes gehört, sollte ein Lederbaumsattel immer von einem Experten angepasst werden.

Ein Hund mit Hitzeschlag - wankend, nicht mehr ansprechbar - gehört als Erstmaßnahme mit dem ganzen Körper ins Wasser ge...
26/08/2026

Ein Hund mit Hitzeschlag - wankend, nicht mehr ansprechbar - gehört als Erstmaßnahme mit dem ganzen Körper ins Wasser getaucht. Radikal.
Bei der Vorstufe, der Überhitzung, hilft schon freiwilliges Eintauchen des Kopfes unter Wasser zur Temperaturregulation.

Für den überhitzten Hund: Der „Voluntary Head Dunk“, der „freiwillige Kopftunker“ - In meinem Tiermedizin-Blog finden Sie Beiträge mit ehrlichen Einblicken hinter die Kulissen der Tiermedizin.

Wirklich wichtige Info!Letztens sah ich ein Pärchen bei 37 Grad Außentemperatur mit einem schwarzen Hund in der Prallen ...
13/07/2026

Wirklich wichtige Info!

Letztens sah ich ein Pärchen bei 37 Grad Außentemperatur mit einem schwarzen Hund in der Prallen Sonne auf dem Bürgersteig laufen.

Leute, das geht nicht. Hunde schwitzen lediglich über Hecheln und Pfotenunterseite. Wenn ein Hund auf dem brüllend heißen Bürgersteig laufen muss, verbrennen die Pfoten und Kühlung bringt das auch nicht. Noch dazu strahlt die Bodenhitze den Hund von unten an und von oben haut ungeschütz die Sonne drauf und erhitzt das schwarze Fell unsäglich.

Der Hund kann einen Hitzeschlag erleiden, an dem er sterben kann.

Bietet euren Hunden schattige, kühle und luftige (nicht zügige) Plätze. Ermöglicht dem Hund jederzeit zu trinken . Achtet darauf, dass das Trinkwasser maximal Zimmerwarm ist und nicht von der Sonne aufgeheizt ist. Geht, wenn nötig im schattigen Wald spazieren und vielleicht findet ihr einen Bachlauf, wo der Hund kühles Nass an die Pfoten bekommt.

Kurzer Reminder: Die Hitzebelastung macht unseren Tieren noch viel stärker zu schaffen als uns Menschen. Die Tiere können im Gegensatz zu uns kaum schwitzen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Was jetzt wirklich hilft? Mal kürzer treten und einfach Nichtstun.

Auch wenn der Sommer für uns Menschen häufig eine Zeit der Aktivität ist – im Zusammenleben mit unseren Heimtieren ist jetzt die Zeit für Ruhe und Entspannung. Weniger ist oft mehr, denn Hitze kann schnell gefährlich werden.

🐕 Hunde: Große Spaziergänge sollten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden stattfinden. Im Laufe des Tages reichen kurze Löserunden. Achtung: Asphalt heizt sich sehr stark auf und kann Hundepfoten empfindlich verbrennen. Ebenfalls gefährlich wird es, wenn wir die Hunde mitnehmen und Ausflüge bspw. zu anstrengend für sie werden. Keinesfalls dürfen Hunde bei Hitze auch nur wenige Minuten alleine im Auto zurückgelassen werden, da hier nach kürzester Zeit tödliche Temperaturen erreicht werden.

🐈 Katzen: Sie suchen sich selbst die kühlsten Ecken. Hilf ihnen mit Kühlmatten oder feuchten Handtüchern als Unterlage. Katzen, die in den Freigang gehen, suchen sich ebenfalls selbstständig Orte, an denen sie sich abkühlen können. Dass ein solcher Ort sicher und in unmittelbarer Nähe zum eigenen Zuhause zur Verfügung steht, kann verhindern, dass die Tiere sich in Garagen oder offenstehenden Kellerräumen aufhalten und dann versehentlich eingesperrt werden.

🐹 Kleine Heimtiere: Kaninchen/Meerschweinchen, die draußen leben, sollten in diesen Tagen unbedingt Zugang zu Sträuchern, Erdbauten oder anderen schattigen Bereichen haben. Keinesfalls dürfen Gehege ohne Schutz in der Sonne, z. B. auf dem Balkon, stehen. Leben die Tiere drinnen, achte drauf, dass keine Zugluft abbekommen, z. B. vom Ventilator.

Für alle Vierbeiner gilt:
✅ immer frisches Wasser bereitstellen
✅ kühle Rückzugsorte anbieten
✅ mehr Ruhe statt Aktivität

Die meisten Hunderassen leiden unter einem viel zu kleinen Gen-Pool, mit allen bekannten folgen. Der Artikel regt an, si...
04/02/2026

Die meisten Hunderassen leiden unter einem viel zu kleinen Gen-Pool, mit allen bekannten folgen. Der Artikel regt an, sich weitergehend mit diesem Thema zu befassen.

Wir züchten Hunde kaputt – und nennen es Liebe
Hunde gelten als die besten Freunde des Menschen. Kaum ein anderes Tier lebt so eng mit uns zusammen, teilt unseren Alltag, unsere Wohnungen, unsere Emotionen. Und doch ist es ausgerechnet der Mensch, der seinen treuesten Begleiter systematisch in eine Krise geführt hat – nicht aus Grausamkeit, sondern aus Liebe, Tradition und dem Wunsch nach Kontrolle.

Die moderne Rassehundezucht ist kein Naturphänomen, sondern ein kulturelles Projekt. Erst seit rund 150 Jahren werden Hunde nach festen Standards gezüchtet, katalogisiert, bewertet. In dieser kurzen Zeitspanne haben wir etwas geschafft, wozu natürliche Evolution Jahrtausende benötigt: Wir haben Genpools extrem verengt, Körperformen überzeichnet und Verhaltensmerkmale radikal spezialisiert. Die Folgen sind heute wissenschaftlich gut dokumentiert – und dennoch gesellschaftlich erstaunlich wenig verinnerlicht.

Der sogenannte genetische Flaschenhals ist dabei eines der zentralen Probleme. Viele heutige Rassen gehen auf eine sehr kleine Zahl von Gründertieren zurück. Als Zuchtbücher geschlossen wurden, war genetische Vielfalt plötzlich kein Ziel mehr, sondern ein Störfaktor. Fortan zählten Reinheit, Einheitlichkeit und Standardkonformität. Was dabei verloren ging, war die genetische Reserve – jene Vielfalt, die Organismen widerstandsfähig macht. Studien zeigen, dass zahlreiche Rassen heute Inzuchtgrade aufweisen, die biologisch hochproblematisch sind. Erkrankungen wie die dilatative Kardiomyopathie beim Dobermann, die massive Krebsanfälligkeit beim Berner Sennenhund oder bestimmte Tumorhäufungen beim Golden Retriever sind keine bedauerlichen Einzelfälle, sondern direkte Konsequenzen dieser genetischen Verarmung.

Doch Zuchtprobleme enden nicht bei inneren Organen. Besonders sichtbar sind sie dort, wo Körper nicht mehr funktionieren, sondern nur noch gefallen sollen. Brachyzephale Hunde, deren kurze Schädel als niedlich gelten, leiden häufig unter chronischer Atemnot, Überhitzung und Schlafstörungen. Viele von ihnen können sich nicht einmal auf natürlichem Weg fortpflanzen. Auch andere Rassen tragen die Handschrift menschlicher Ideale auf ihren Körpern: überlange Rücken, überwinkelte Hinterhand, übermäßige Hautfalten. Es sind keine Krankheiten, die hier zufällig auftreten – es sind Zuchtziele, die Leid produzieren.

Wesentlich seltener thematisiert, aber nicht minder gravierend, ist die mentale Seite dieser Entwicklung. Zahlreiche Gebrauchshunde wurden über Generationen auf extreme Leistungsbereitschaft und Reaktivität selektiert. Eigenschaften, die in hochspezialisierten Arbeitskontexten sinnvoll erscheinen mögen (aber auch dort Leid verursachen), führen im normalen Alltag zu chronischer Überforderung. Hunde wie der Border Collie oder der Belgische Malinois verfügen oft über Nervensysteme, die kaum zur Ruhe kommen. Studien belegen erhöhte Stressreaktivität, geringe Frustrationstoleranz und eine erhöhte Anfälligkeit für Angst- und Aggressionsprobleme. Diese Hunde sind nicht schwierig, nicht dominant, nicht falsch erzogen – sie sind biologisch auf ein Leben eingestellt, das von der Natur nicht vorgesehen war.

An diesem Punkt wird die Frage unausweichlich, die gerne vermieden wird: Dürfen wir das überhaupt? Hunde sind eindeutig fühlende Wesen. Sie erleben Schmerz, Stress, Freude, Angst. Wenn wir Tiere züchten, deren Körper dauerhaft beeinträchtigt sind oder deren Nervensysteme unter normalen Lebensbedingungen leiden, dann ist dieses Leid kein Unfall. Es ist menschengemacht. Hochspezialisierte Rassen – sei es für Sport, Beruf oder Prestige – sind ethisch schwer zu rechtfertigen, wenn ihre Existenz an Bedingungen geknüpft ist, die für die meisten von ihnen nicht erfüllbar sind.

Dabei zeigt ein Blick auf weniger extreme Rassen, dass es auch anders geht. Hunde mit breiterer genetischer Basis, ohne überzeichnete Körpermerkmale und ohne extreme Spezialisierung sind nachweislich robuster – körperlich wie mental. Nicht übertypisierte Pudel, solide gezüchtete Rassen vom Urtyp (Spitze etc.) oder genetisch vielfältige Mischlinge haben oft eine höhere Lebenserwartung, weniger Erbkrankheiten und eine größere Anpassungsfähigkeit. Sie müssen keine Funktion erfüllen, die sie permanent an ihre Grenzen bringt. Sie dürfen Hund sein.

Dieses Essay ist kein Angriff auf einzelne Halter oder Liebhaber bestimmter Rassen. Es ist ein Plädoyer für Ehrlichkeit. Denn solange wir Leid romantisieren, Tradition über Wohl stellen und Probleme individualisieren, wird sich nichts ändern. Die moderne Rassehundezucht steht an einem ethischen Wendepunkt. Entweder wir halten an Idealen fest, die Hunde krank machen – oder wir beginnen, Zucht radikal vom Tier her zu denken.
Hunde sind keine Designs, keine Projekte, keine Werkzeuge. Sie sind Leben. Und Leben verlangt Verantwortung, nicht Rechtfertigung.

19/01/2026

Unsitte Hundeauskämmen im Wald

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Nachdem ich in letzter Zeit wieder vermehrt über Hundehaarbüschel stolpere, die großzügig im Wald verteilt sind, zum wiederholten Mal der Hinweis:

Einige heimische Vogelarten fangen bei günstigen Witterungsbedingungen schon Ende Januar, Anfang Februar mit dem Nestbau an. Fast gleichzeitig werden die ersten Zecken aktiv und viele Hunde bekommen Ektoparasitika (SpotOns oder Halsbänder), um sie gegen diese Parasiten und die von ihnen übertragenen Krankheiten zu schützen.

Vögel, die ihre Nester bauen, nehmen im Wald herumliegende Hundehaare gerne als Nistmaterial an. Wurde aber der Hund, von dem diese Haare stammen, mit einem Ektoparasitikum gegen Zecken behandelt, können diese Wirkstoffe die Küken das Leben kosten. Ich finde, dass das eine ganz einfach zu verstehende Info ist.

Zusätzliches Problem: Selbst die Haare eines nicht mit Ektoparasitika behandelten, aber langhaarigen Hundes können zu einer Gefahr für die Küken werden, wenn sie sich darin verwickeln oder sich damit die Beine abschnüren. Hat man als Tierarzt alles schon gesehen!

Also, kämmt doch bitteschön Eure Hunde zu Hause aus und entsorgt die anfallenden Haare über den Müll!

Noch eine Anmerkung: Einen Hund mit einem wirksamen Präparat gegen Ektoparasiten wie Zecken und Flöhe zu schützen, ist aus tiermedizinisch-wissenschaftlicher Sicht eine vernünftige Vorgehensweise. Dieser kurze Text beschäftigt sich einzig und allein mit der Gefahr, die von den willentlich im Wald verteilten Haaren solcherart behandelter Hunde für Vogelküken ausgeht. Wer auch immer in den Kommentaren versucht, den Ektoparasitenschutz für Hunde zu diskutieren, wird blockiert!

Wieder was dazu gelernt: Dorntherapie (oder besser Therapie nach Dieter Dorn) am Pferd. Nachdem ich diese Therapie als s...
17/10/2025

Wieder was dazu gelernt: Dorntherapie (oder besser Therapie nach Dieter Dorn) am Pferd.
Nachdem ich diese Therapie als sehr wirkungsvoll am Hund erlebt habe, freue ich mich, die Techniken für die Behandlung am Pferd erlernt zu haben.
Wenn sich das Pferd vertreten hat, Fehlbelastungen durch das Geritten werden ausgleichen muss, unter Arthrose oder Muskelverspannungen leidet, kann mit Anwendung der Dorntherapie sanft, sicher und effektiv geholfen werden.

Du meinst, du brauchst professionelle Hilfe mit deinem Hund?Dann lies den folgenden Text sehr aufmerksam durch und frage...
19/09/2024

Du meinst, du brauchst professionelle Hilfe mit deinem Hund?
Dann lies den folgenden Text sehr aufmerksam durch und frage dich anschließend:

1. Will ich das riskieren?

2. Kann mein gesunder Menschenverstand eine hundefreundliche Lösung anbieten?

Wenn du danach immer noch Hilfe brauchst, dann suche die Hundepsychologen oder Hundetrainer, die ihre Ausbildung an der Riepe Akademie oder bei Animal Learn gemacht haben und vom Veterinäramt die Zulassung nach Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes haben.

Gina

Gina öffnete müde ihre Augen. Irgendwie steckte ihr die Ruhe der Nacht noch in den Gliedern, aber wie es für Hunde überhaupt und ihre Rasse im Besonderen üblich ist, hielt sie sich nicht lange mit dem Wachwerden auf, sondern war direkt für die Abenteuer des Tages bereit. Wie immer ließ Frauchen sie nach dem Aufstehen direkt in den Garten, wo sie sich lösen konnte und danach im Haus ihr Frühstück genießen. Schon während des Frühstücks kam in ihr die Vorfreude auf den üblichen, anschließenden Spaziergang auf. Raus, bewegen, Energie abbauen, die Welt sehen und erkunden, über fremde Markierungen pi***ln und der Nachbarkatze wieder mal erklären, wem dieses Revier gehört. Nämlich ihr und ihrem Frauchen. Diesem supertollen Frauchen, das immer für sie da war.

Wenn sie vor lauten Geräuschen Angst hatte, wenn ihr irgendwelche Menschen bedrohlich vorkamen. Frauchen war immer dieser Fels in der Brandung, auf den sie sich verlassen konnte. Hinter der sie sich in diesen Angstmomenten verstecken konnte, die immer ein beruhigendes Wort oder eine streichelnde Hand für sie hatte. Sie und Frauchen, sie waren in Ginas Augen einfach ein unschlagbares Team.

Die Vorfreude auf den spannenden Morgenspaziergang stieg. Klar, es war etwas ärgerlich, dass Frauchen ihr immer beim Spaziergang dieses Geschirr anzog und sie dann an der kurzen Leine hielt, sodass sie kaum vorankam und auch kaum schnell genug die wichtigen Markierungen erreichen konnte, die in der Nacht überall am Wegesrand neu gesetzt wurden. Aber egal, sie musste nur etwas mehr an dieser wirklich kurzen Leine ziehen, wobei sie auch gut die Energien einsetzen konnte, die sie so am Morgen hatte, um die Markierungen zu erreichen, um in die Richtung der Nachbarskatze zu springen oder andere unbekannte, aber in ihren Augen wichtige Reize zu untersuchen. Manchmal rief Frauchen zwar etwas Komisches, wenn Gina gezwungen war, etwas mehr an der Leine zu ziehen, um die Reize oder Gerüche zu erreichen oder einfach das für ihre Rasse typische Energielevel etwas abzubauen. Manchmal blieb Frauchen auch stehen oder versuchte, sie in eine andere Richtung zu ziehen. Aber letztlich funktionierte es für Gina immer, den erkannten Geruch oder Reiz zu erreichen oder zumindest zu verfolgen, was auch schon ein gutes Gefühl brachte.

Klar, manchmal fragte sie sich irgendwie, warum sie denn an der kurzen Leine in der Nähe von Frauchen gehalten wurde. Eine etwas längere Leine, sodass sie leicht die Markierungen rechts und links vom Wegesrand erreichen konnte, hätte ja schon gereicht, damit sie nicht so oft und stark ziehen müsste. Aber gut, wie immer nahm sie Frauchens Entscheidung in Sachen Leine, Geschirr etc. einfach so hin. Frauchen war ja das tollste Lebewesen, das sie kannte. Sie vertraute ihr einfach. Es hatte alles seine Richtigkeit, was Frauchen so machte.

Der Napf leerte sich inzwischen zusehends. Noch einmal mit der Schnauze richtig hineinlangen, einmal schlucken, das war es. Jetzt schnell zur Tür und mit Frauchen zum geliebten Gassigang. Mit all den Abenteuern, die auf die beiden warten würden. Gina war so voll mit Hormonen der Vorfreude, dass sie aufgeregt vor der Tür stand und sprichwörtlich „mit den Hufen scharrte“. Dann kam Frauchen. Seltsamerweise legte sie ihr an dem Tag kein Geschirr an, sondern ein Halsband. Gina wunderte sich zwar, nahm es aber so hin, obwohl sie dieses Halsband gar nicht mochte. Wenn sie das umgelegt hatte und ziehen wollte, war das sehr unangenehm. Ihr wurde dann immer schwindelig, so, als ob ihr jemand die Luft zum Atmen nehmen würde. Aber komischerweise hörte sie deshalb nicht mit dem Ziehen auf, sondern so etwas wie ein innerer Drang sagte ihr, dass sie weiterziehen müsse. Jetzt nicht mehr, um die Geruchsmarke zu erreichen, sondern eher, um irgendwie von diesem unangenehmen, ja bedrohlichen Gefühl durch das Halsband wegzukommen. Sie wusste selbst nicht, warum sie das tat, was sie in diesen Situationen tat. Da waren die Vorfreudehormone, die Außenreize, die es zu erreichen gab, und mit dem Halsband noch diese Angst, zu ersticken. Alles zusammen veranlasste sie zu einem noch stärkeren Ziehen als sonst schon mit Geschirr.

Naja, Hauptsache raus, das Halsband überstehe ich auch noch. So, oder so ähnlich könnte man sicher übersetzen bzw. in menschliche Worte fassen, was sie kurz vor dem Gassigang empfand.
Und nun, nachdem Halsband und die kurze Leine angezogen waren, ging es los. Raus aus der Tür, schnell um die Ecke. Auf den üblichen Weg, den sie immer morgens gehen. Als sie um die Ecke gingen, stand da aber ein Mann, bei dem Frauchen mit ihr anhielt. Gina mochte Menschen und freute sich immer, mit ihnen in Interaktion zu treten. Aber warum gerade jetzt? Wo sie so von Hormonen und Energie geflutet war? Gina wollte an dem Mann vorbei und rein ins tägliche Abenteuer. Doch Frauchen blieb stehen und hielt sie ganz kurz an der Leine.

Gina musste warten, als Frauchen sich mit dem Mann unterhielt. Das gefiel ihr verständlicherweise nicht. So voller Vorfreude und Tatendrang hatte sie sich so auf den Gassigang gefreut. Aber wieder einmal akzeptierte sie, was Frauchen machte. Sie setzte sich zu Frauchen und dem fremden Mann, während diese miteinander sprachen. Zwar schaute sie Frauchen währenddessen mit ihren treuen, dunklen Augen an, wartete aber geduldig, bis es endlich losgehen konnte. Sie kannte das ja schon. Frauchen blieb nicht selten bei Menschen stehen und redete mit diesen dann immer etwas für Gina Unverständliches. Gina hatte dabei ihre Impulse und ihren inneren Drang nach Bewegung unter Kontrolle. Nur wenn es dann endlich weiterging, wurde ihr Verlangen danach, zu den interessanten Dingen auf ihrem Weg zu ziehen, immer größer.

Nur war heute alles anders. Frauchen beendete nicht einfach das Gespräch mit dem Fremden. Sie gab ihm Ginas Leine. Das verwunderte Gina sehr, noch mehr allerdings die Tatsache, dass Frauchen einige Meter von Gina und dem Fremden wegging. Gina schaute ihr verwundert hinterher und wollte ihr folgen. Der Fremde hielt die Leine, die jetzt auf Zug war, weil Gina leicht in Richtung Frauchen zog. Dann sprach er Gina freundlich an. Er lockte sie, in seine Richtung zu kommen. Gina warf noch einen fragenden Blick zu Frauchen, entschloss sich dann aber, zum Fremden zu gehen. Schließlich waren Menschen ja immer nett zu ihr gewesen und sicher wollte der nette Fremde ihr ein paar Leckerchen geben. Sie drehte sich also um und trottete langsam zum Fremden. Der drehte sich aber dann um und ging los, Gina an der Leine. Die verwunderte und etwas verunsicherte Gina ging mit. Sie folgte ihm vorsichtig, ging nicht zu schnell, weil sie nicht wusste, was das Ganze sollte. Der Mann ging sehr langsam, und trotz Vorsicht und auch von ihrer Seite langsamen Tempos, schloss sie zum Mann auf, hatte ungefähr sein Bein erreicht, ohne es zu überholen. Plötzlich drehte sich der Mann um und stellte sich vor Gina. Diese konnte nicht schnell genug reagieren und knallte mit ihrem Kopf direkt vor das Knie des Mannes.

Verdutzt blieb sie stehen. Es war sicher nur ein Versehen des Mannes. Menschen können ja manchmal so ungeschickt sein… Der Mann sagte nichts weiter, teilte ihr mit einem freundlichen Streicheln o. Ä. auch nicht mit, dass es unbeabsichtigt war und er „entschuldigte“ sich nicht. Er ging einfach weiter in die vorher eingeschlagene Richtung. Wieder recht langsam. Und er forderte Gina auf, ihm zu folgen. Was sie auch tat. Sicher würde der Mann ihr doch irgendwann ein Leckerchen geben und nett zu ihr sein.

Doch was passierte? Als sie zu ihm aufschloss, passierte wieder das Gleiche. Sie war gerade beim Bein des Mannes angekommen, ohne ihn zu überholen. Schon drehte er sich wieder blitzschnell um, verstellte ihr den Weg und starrte sie dabei bedrohlich an. Langsam kam in Gina ein Gefühl des Unwohlseins auf. Und es ging weiter so. Immer wieder forderte der Mann sie auf, mit ihm in eine Richtung zu gehen, und immer wieder stellte er sich abrupt in ihren Weg, wenn sie nur zu ihm aufgeschlossen hatte. Gina war nun völlig verunsichert und wollte dem Mann nicht mehr folgen, weil er für sie nun eine Bedrohung darstellte, der sie lieber aus dem Weg gehen wollte. Sie folgte also nicht mehr der Aufforderung des Mannes, ihm zu folgen, sondern blieb dort stehen, wo sie war, und versuchte dann sogar vorsichtig, sich in eine andere Richtung zu bewegen. Plötzlich spürte sie dabei aber einen stechenden Schmerz im Halsbereich, der sich bis in den Rücken ausbreitete. Der Mann hatte sehr kräftig an der Leine geruckt. Sie wusste wieder nicht, warum. Sie wollte sich doch nur von ihm wegbewegen, weil er inzwischen sehr bedrohlich auf sie wirkte. Aber egal was sie machte – ihm folgen, wenn er in eine Richtung ging, oder von ihm weggehen. Auf alles folgte etwas, das unangenehm bis schmerzhaft war. Sie war insgesamt nun stark verunsichert und folgte dem Mann jetzt und blieb immer etwas hinter ihm, um zu verhindern, dass er sich wieder ruckartig umdrehte und eventuell sein Knie an ihrem Kopf landete. Sie war jetzt sehr angespannt und erschrak immer sehr stark, wenn der Mann irgendeine Bewegung machte oder stehen blieb. Sie fürchtete immer eine Reaktion. Der Mann schien sich darüber zu freuen, dass sie so verunsichert hinter ihm herlief.

Gina verstand das alles nicht. Und sie wunderte sich auch, dass Frauchen das alles mit ansah. Ihr Frauchen, dieses wundervolle Frauchen, das sie so liebt und die immer für sie da ist. Oder ist sie das gar nicht, kann man Frauchen am Ende gar nicht vertrauen? Ginas Verunsicherung schien sich immer mehr auszubreiten...

Als der Mann endlich weg war, verbrachte Gina einen merkwürdigen Tag. Zwar ging Frauchen noch wie gewohnt mit ihr Gassi, und der Tag verlief eigentlich wie immer. Gina war aber sehr zurückhaltend und ruhig, auch die Gassigänge an sich und die lebhafte Erkundung der Umwelt waren ihr an dem Tag nicht mehr wichtig. Sie schlich eher neben Frauchen her, ohne große Freude. Sie konnte auch in den Ruhephasen des Tages nicht wie sonst immer entspannen und viel schlafen. Sie lag bis tief in die Nacht wach und konnte ihr aufgewühltes Inneres irgendwie nicht richtig beruhigen, bis sie dann vor Erschöpfung einschlief.

Gina öffnete müde ihre Augen. Irgendwie steckte ihr der kurze Schlaf noch in den Gliedern, und wie es für Hunde überhaupt und ihre Rasse im Besonderen überhaupt nicht üblich ist, hielt sie sich sehr lange mit dem Wachwerden auf. Sie wollte nicht in den Tag starten. In ihr stieg ein schlechtes Gefühl auf. Ein Gefühl, dass beim Gassigang wieder dieser Mann wartet...

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