30/08/2026
Warum kann Weidegras im Spätsommer und Herbst problematisch werden?
Bei Sonne bildet Gras durch Photosynthese Zucker. In kühlen Nächten werden weniger Kohlenhydrate für Wachstum und Stoffwechsel verbraucht. Dadurch können sich Zucker und Fruktan anreichern. Der Gehalt ist jedoch nicht im gesamten Herbst gleich: Grasart, Temperatur, Tageszeit, Frost, Trockenheit, Wachstumsstadium und Beweidung beeinflussen die Werte.
Junges Gras und frischer Nachwuchs können vergleichsweise viel Zucker und Fruktan enthalten. Wird das Wachstum durch Kälte oder Trockenheit gebremst, können sich diese ebenfalls anreichern. Eine stark abgeweidete Fläche ist jedoch nicht automatisch sicher, da Pferde dort vermehrt die unteren Pflanzenteile und frischen Nachwuchs aufnehmen. Reifes, hochgewachsenes Gras enthält meist mehr Rohfaser und häufig weniger Zucker, automatisch unbedenklich ist es jedoch nicht.
Fruktan wird im Dünndarm kaum enzymatisch verdaut und gelangt größtenteils in den Dickdarm. Sehr große Mengen können dort rasch fermentiert werden, den pH-Wert senken und die Zusammensetzung der Darmflora verändern. Mögliche Folgen sind Verdauungsstörungen und Durchfall. Experimentell ließ sich mit einer einmaligen extrem hohen Oligofruktosegabe auch Hufrehe auslösen. Das ist nicht mit einer üblichen Weideaufnahme gleichzusetzen. Bei weideassoziierter Hufrehe steht besonders bei Pferden mit EMS die Insulindysregulation im Vordergrund. Sie kann auch bei PPID auftreten und dann das Hufreherisiko erhöhen.
Die Mengen auf der Folie sind keine gemessenen Durchschnittswerte, sondern ein Rechenbeispiel mit zwei Annahmen: 0,5 kg aufgenommene Grastrockenmasse pro Stunde und 5–20 % Fruktan in der Trockenmasse. Die tatsächliche Aufnahme und der Fruktangehalt können abweichen.
Für empfindliche Pferde: Wetter und Graszustand beobachten, den Weidegang nach kalten Nächten begrenzen, analysiertes zuckerarmes Raufutter anbieten und Pferde nicht hungrig auf die Weide lassen.