Lerneffekt - Training für Hund und Mensch

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Lerneffekt - Training für Hund und Mensch Hundetraining-Verhaltenstraining-Welpen-alle Rassen-positive Verstärkung-Alltagstraining

20/04/2024
11/12/2023

⛔️ Keine Gewalt im Training, bei der Ausbildung & der Erziehung von Hunden! ⛔️

Besonders im Hundetraining ist der Begriff „Gewalt“ immer wieder hart umkämpft.

Es ist kein klarer oder eindeutig definierter Begriff. Weder in der Wissenschaft noch im allgemeinen Sprachgebrauch. Ob eine Handlung Gewalt ist, bewerten wir Menschen immer als Individuum. Gewalt ist das, was sich für uns falsch anfühlt – nicht aber unbedingt für den Ausübenden.

Was also der eine als gewaltvoll empfindet, kann für den anderen angemessen und notwendig sein. Eigene Erfahrungen beeinflussen das Empfinden ebenso, wie die eigene Haltung und Überzeugung. Wie Hunde Gewalt beurteilen, lässt ich daher extrem schwer sagen. Einzig ihre Körpersprache kann uns darüber Aufschluss geben.

In der Ausbildung von Hunden sind wir (eigentlich) weg von Schlägen, Stachelhalsband und Co. Darüber besteht in der Trainer:innenwelt ein breiter Konsens. Allerdings wird es bei anderen Maßnahmen, die keine direkte physische Gewalt ausüben, wieder uneins.

ℹ️ Für den IBH e.V. und seine Mitglieder definiert sich Gewalt am Hund natürlich durch alles, was ihm absichtlich Schmerzen zufügt. Sei es via Leinenruck, Kneifen oder andere direkte körperliche Einwirkungen.

ℹ️ Darüber hinaus definiert sich Gewalt für den IBH e.V durch alles, was den Hund absichtlich erschreckt, um sein momentanes Verhalten abzubrechen und damit (kurzfristig) zu hemmen. Dazu zählen z.B. der Einsatz einer Wasserpistole, einer Rütteldose, bedrohliches Zischen, Klatschen etc.

ℹ️ Ebenso gehört absichtliches körperliches Bedrängen/Bedrohen dazu, welches dazu dienen soll, dem Hund Grenzen aufzeigen oder ihm Respekt abnötigen will. Dazu gehört z.B. massives in den Weg stellen, sich „großmachen“, fixieren, blocken, „Raum“ beanspruchen, etc. pp.

Hunde passen ihr Verhalten rein situativ den Konsequenzen an, die dieses Verhalten in direkter Folge hat - ohne dabei zu einer Form von Einsicht in „falsch“ oder „richtig“ zu gelangen. Gezeigtes Demuts- oder Meideverhalten lässt sich NICHT als ein "Verstehen" der eingeforderten Regeln interpretieren.

Auf Gewalt im Hunde- & Tiertraining kann und MUSS daher verzichtet werden.

!


www.ibh-hundeschulen.org
Foto: castenoid - stock.adobe.com

03/09/2023

Hallo Herr Rütter,

was kann es eigentlich Besseres geben, als die neue Staffel eines in die Jahre gekommenen TV-Formats mit einem kleinen Paukenschlag zu beginnen. Wie wir alle wissen, geht's im TV ja selten um Qualität als vielmehr um Einschaltquoten, Marketing ist alles. Und wenn Sie eines sind, dann Marketingprofi.

Ich sehe Sie also in der Redaktionskonferenz sitzen und sinnieren, was man für die Quoten tun kann.
„Wie wär mal wieder ein Aufreger?“ mögen Sie oder Ihr Team vorgeschlagen haben. Klar, immer gut, wenn sich möglichst Viele mal richtig echauffieren, das bringt Klicks und Aufmerksamkeit.

Und wie kriegt man das garantiert hin? Ganz einfach. Man nehme einen kleinen Pudelwelpen, dem man boshafte Ressourcenverteidigung unterstellt. Und weil Sie ja Profi sind und sich die Hände nicht schmutzig machen werden, nehme man außerdem eine Person dazu, die sich Hundetrainerin nennt (und ganz sicher auch den 11er besitzt, denn rechtlich muss ja alles passen) und die für die zweifelhaften berühmten 5 Minuten im Fernsehen kleine Welpen attackiert.

Und wenn der Welpe dann aufquiekt, dann stehen Sie im Off und erklären jovial und mit einem Lächeln auf den Lippen, dass der natürlich jetzt keine Schmerzen hat, sondern lediglich verwirrt ist. Klug, denn das Tierschutzgesetz und die Hundeverordnung verbieten bei Tieren ausdrücklich das absichtliche Hinzufügen von Schmerzen. Das muss natürlich schon alles schön sauber bleiben und Ihre Weste weiß, nicht wahr?

Das Konzept geht auf. Die positive Hundeszene ist in Aufruhr, Ihr Post wird fleißig geteilt. Und Ihr Fanclub jubelt - Menschen, die nichts wissen über Lerntheorie, über positive Strafe und ihre fatalen Folgen: Fehlverknüpfungen, Traumata, Angst, Vertrauensverlust, Misstrauen, weitere Verhaltensprobleme, die sich im Laufe der Entwicklung manifestieren werden... Die Fans wissen das nicht. Sie schon, schließlich nennen Sie sich "Hundeprofi". Doch statt aufzuklären, reden Sie das unsägliche, antiquierte Verhalten dieser Dame, die da medial verheizt wird, schön. Für Ihre Quote. Erbärmlich.

Trotzdem hoffe ich, dass es viele kluge, empathische Menschen gibt, die die Hässlichkeit dieser Aktion erkannt haben und deren Bauchgefühl sagt: „Nein! Das muss doch auch anders gehen! Ich kaufe mir doch keinen Hund, um den dann zu behandeln wie den letzten Dreck.“

Diese Menschen mit dem richtigen Bauchgefühl werden immer mehr, und am Ende werden der Verstand und die Empathie siegen, daran glaube ich fest. Bis es dazu kommt, werden allerdings noch eine ganze Reihe von Welpen kaputt gemacht werden. Alles für Ihre Quote...

Es ist einfach nur eine Schande, dass Hundetrainer wie Sie im Jahr 2023 dazu beitragen, dass es gesellschaftsfähig bleibt, Hunde über Strafe, Angst und Schrecken erziehen zu wollen - wider besseren Wissens. Das ist so traurig.

MfG
Carolin Hoffmann



02/09/2023

2023. Löwen, Elefanten, Tiger, Wale und Alligatoren werden in diversen Zoos über positives Training dazu gebracht, sich kooperativ dem Menschen gegenüber zu verhalten.

Nur bei einer Spezies sind nach wie vor viele Menschen davon überzeugt, Druck und Gewalt in der Ausbildung seien die Lösung. Bei der Spezies, die wir landläufig als "den besten Freund des Menschen" betiteln. Nur im Training, da ist der Hund oft nicht der Freund, sondern eher der Feind. Zumindest, wenn man sich so einige Beiträge anschaut.

In den USA ist der sogenannte "Dog Daddy" durch Social Media populär wie nie. Seine Trainingsmethoden würden in Deutschland (zum Glück) vermutlich sämtliche Veterinärämter auf den Plan rufen, Training kann man das wirklich nicht nennen. Aber, hey, wer eine Horde unterdrückter und über Schmerz gefügig gemachter Schäferhunde durch L.A. (oder war es Las Vegas?) führt, der kann ja nur recht haben. Die Macht der Bilder, wen interessiert da schon der Hintergrund.

Eine Trainerin von Deutschlands liebstem TV-Hundetrainer, Martin Rütter, zeigt in einem Videoclip zur bevorstehenden Sendung, wie man einen Pudelwelpen über körperliches Angehen maßregelt. Nachdem sie ihn zuvor mit Futter anlockt.
In den Kommentaren schreibt eine Dame etwas von "all den Gutti-Gutti-Hundehaltern", die ihrer Meinung nach keine Ahnung haben.

Es nervt mich so dermaßen: Nein, Hunde brauchen keine harte Hand. Auch nicht Terrier, auch nicht Schäferhunde, auch nicht manche.
Und es ist kein "Gutti-Gutti" Training, kein Wattebauschwerfen, keine blödes Schi-Schi. Es ist wissenschaftlich belegt und in der Praxis bewährt.

Man kann Hunde ohne Angst und Schmerz trainieren. Jeden. Punkt.
Die einzige Voraussetzung ist: Der Mensch muss das wollen.

Wer das will, findet Wege.
Wer das nicht will, findet Ausreden.

Simple as that.

Schönes Wochenende!

Trainieren statt dominieren

19/08/2023

KNURREN
… oder die Höflichkeit unserer Hunde

Wenn mein Hund mich anknurrt, dann ist das nichts anderes, als eine Bitte um Distanz:
„Bitte komm mir nicht so nah!“
„Bitte lass mich in Ruhe essen!“
„Bitte fass mich da nicht an!“

Wenn das passiert, habe ich bereits eine ganze Reihe subtilerer Signale übersehen:
Die Körperspannung hat sich erhöht, der Blick ist weniger weich, seine Mimik weicht zurück ... oder aber, mein Hund hat schon gelernt, dass ich dezente Hinweise nicht verstehe, und wird sofort deutlicher.

Was geschieht nun, wenn ich empört reagiere und ihm das Knurren verbiete?
Mein Hund lernt, dass auch sein Knurren mich nicht dazu bewegt, seine Bitten, seine Bedürfnisse zu erfüllen.
Jetzt können zwei Dinge passieren:
Mein Hund schließt aus dieser Erfahrung, dass er noch deutlicher werden muss und beißt mich bei der nächsten Gelegenheit. Ohne Vorwarnung!
Denn er hat gelernt, dass ich freundliche Bitten nicht wahrnehme und deutlichere verbiete.
Oder aber, es ist mir gelungen, ihn mit meinem Verbot so sehr einzuschüchtern, dass er es nicht mehr wagt, seine Bedürfnisse zu äußern.
Ich für mein Teil möchte das nicht.

Was ich stattdessen tue:
Ich weiche auf sein Knurren hin sofort zurück!
Ja, dann lernt er, dass er mit Knurren seinen Willen durchsetzen kann.
Und genau das darf er auch ruhig lernen. Er darf lernen „spätestens wenn ich laut werde, versteht sie, was ich möchte“.
Zukünftig werde ich in ähnliches Situationen aufmerksamer sein, auf feinere Signale achten und mich früher entsprechend verhalten.
Auch dadurch lernt mein Hund etwas: „Ich darf knurren, aber ich muss nicht – sie versteht mich auch so“.

Und jetzt wird es spannend!
Hunde (und andere Tiere), die gelernt haben, dass ihre Signale verstanden und ihre Bedürfnisse respektiert werden, lassen sich auf Kompromisse ein!
Sie halten eine unangenehme Situation länger aus, weil sie wissen, dass sie diese jederzeit auflösen können. Bei uns Menschen ist das übrigens nicht anders. ;-)

Wenn ich möchte – und wenn es überhaupt noch notwendig ist – kann ich nun beginnen, diesen Lernprozess weiterzuführen, indem ich die unangenehme Situation angenehmer gestalte (und zum Beispiel dem Hund hochwertige Futterbröckchen zuwerfe, wenn ich mich ihm beim Fressen nähern muss) und/oder Kooperationssignale trainiere.

Iris

Foto © jonnysek via canva

Trainieren statt dominieren

21/07/2023

halatir vor seiner futterschüssel.
nicht so schön, oder?

dass er das tun muss, hat er natürlich nicht bei mir gelernt. aber irgendwer in seinem bereits unglaublich langen hundeleben war wohl der ansicht - weit verbreitet, immer noch - der hund muss vor der futterschüssel warten.
so wegen respekt. oder wegen impulskontrolle. oder sonst einem schwachsinn.
halatir und ich bedanken uns herzlich dafür, dass dieser gebeutelte, kleine, steinalte hund jetzt mindestens zweimal am tag stress hat.
stress, weil er ein grundbedürfnis befriedigen möchte und nicht weiß, ob er das darf!!!
ich hab keine ahnung, was auf bulgarisch "nimm's", "deins" oder "friss" heißt, aber das ist nicht das grundproblem. die geste konnte ich offenbar auch nicht erraten.
ich geh jetzt eben ganz schnell weit weg, wenn ich sein schüsselchen abgestellt habe, sonst sieht es aus wie...ja, seht ihr eh.

auch wenn euch das immer noch irgendwer weismachen will: bitte verzichtet darauf, mit euren hunden diesen sinnlosen zirkus zu veranstalten!
nein, es bringt nix für die impulskontrolle, es kostet welche! nein, ihr steigt nicht in irgendeiner imaginären rangordnung - ihr benehmt euch lediglich wie ein unmöglicher bully und macht stress, wo keiner sein soll.

Old but Gold🫶🏼
13/07/2023

Old but Gold🫶🏼

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