26/08/2026
Mila – wenn Energie, Unsicherheit und Wachsamkeit aufeinandertreffen
Heute durfte ich Mila kennenlernen – eine 3,5-jährige -Hündin, die durch ihre Größe, ihre Energie und ihre Präsenz sofort beeindruckt.
Nach einem Vorfall mit einer anderen Hündin kam Jens auf mich zu: mein erster Eindruck: Mila war deutlich überstresst. Sie war laut, aufmerksam und sehr präsent, gleichzeitig aber auch unsicher und neugierig.
Mein erster Schritt war deshalb nicht, sofort „Verhalten abzustellen“, sondern zunächst Kontakt zu Mila aufzubauen. Währenddessen konnte ich ihren Charakter besser einschätzen und Jens erklären, was ich wahrnehme und wie mein theoretischer Ansatz dahinter aussieht.
Ich schätze Mila als eine extrovertierte Wächterin ein – sehr präsent, sensibel und durchaus bereit, Situationen auch einmal „auszudiskutieren“. Gleichzeitig steckt hinter ihrer Energie eine deutliche Unsicherheit und eine geringe Fähigkeit, in hoher Erregung selbst wieder herunterzufahren.
Genau hier haben wir angesetzt.
Mit den ersten Aufgaben konnte Jens Mila bereits sehr klar vermitteln, welches Verhalten er von ihr erwartet und welches Verhalten er nicht übernehmen möchte. Als Mila mich zunächst lautstark anbellte, blieb Jens ruhig und konsequent.
Und genau das war der entscheidende Punkt:
Keine Hektik. Kein Druck. Keine Eskalation.
Stattdessen eine ruhige, klare Energie.
Ich habe die Reizlage anschließend Schritt für Schritt erhöht. Jens blieb dabei ruhig und souverän – und Mila konnte sich zunehmend wieder entspannen.
Das Ziel ist dabei nicht, Mila „kleinzumachen“. Im Gegenteil.
Sie soll lernen, dass Jens die Verantwortung übernimmt und sie diese Verantwortung nicht selbst übernehmen muss.
Für das häusliche Zusammenleben gab es deshalb ebenfalls Hausaufgaben. Die Beziehung und die Strukturen im Alltag sollen neu sortiert werden, damit Jens Schritt für Schritt wieder die notwendige Kompetenz und Sicherheit bekommt, auch in stressigen Situationen Führung zu übernehmen.
Jetzt heißt es erst einmal:
Üben. Ruhe etablieren. Strukturen schaffen. Beziehung stärken.
Und dann geht es gemeinsam in den .
Dort werden wir das Erlernte unter kontrollierten Bedingungen in einer deutlich anspruchsvolleren Umgebung überprüfen und weiter festigen.
Mila bringt viel Energie mit. Viel Präsenz. Viel Persönlichkeit.
Jetzt geht es darum, ihr zu zeigen, dass sie diese Energie nicht ständig selbst kontrollieren muss.
Führung bedeutet nicht, stärker zu sein als der Hund.
Führung bedeutet, dem Hund Sicherheit zu geben, wenn die Welt für ihn gerade zu viel wird.
🐾
Teamcoaching Mensch-Hund – Stefan Werb
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