05/06/2026
𝗦𝗶𝗲 𝘀𝗰𝗵𝘄𝗮𝗺𝗺𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗲𝗿𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗱𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗔𝗾𝘂𝗮𝗿𝗶𝗲𝗻
Elritze, Phoxinus phoxinus
Als ich mit drei Jahren mein erstes Aquarium geschenkt bekam, um Pflege und Fürsorge fürs Leben zu lernen, fand ich nach einem Jahr die darin schwimmenden Schleierschwänze langweilig. Freunde, die sich auskannten, rieten mir, mich nach Elritzen in den Bächen umzuschauen. Leider fand ich sie damals nicht, dafür aber Moderlieschen, Leucaspius delineatus. Erst viel später kam es dazu, dass ich Elritzen in Aquarium und Gartenteich pflegte. Sie sind genügsame, agile und leicht zu haltende Fische von maximal 6 cm Körperlänge. Wie bei vielen einheimischen Süßwasserfischen gibt es je nach Region und Dialekt unterschiedliche Namen für sie, zum Beispiel Pfille, Maipiere oder Bitterfisch (sauer eingelegt, schmecken diese Fische bitter-würzig). Elritze bedeutet übrigens spätmittelhochdeutsch „Erlenfisch“.
Elritzen bevorzugen fließendes Wasser, weshalb man ihnen eine leichte Wasserbewegung bieten sollte. Man kann sie im Aquarium mit Groppen, Äschen oder Bachschmerlen vergesellschaften. Obwohl sie sich an Fischfutterflocken gewöhnen lassen, besteht eine ideale Nahrung in auf die Wasseroberfläche gestreuten Drosophila, denn in der Natur verzehrt Phoxinus phoxinus hauptsächlich Anflugnahrung. Man kann das Aquarium für Elritzen mit Wasserpest, Hornkraut oder Myriophyllum bepflanzen.
Diese Pflanzen sind auch gut für die stets in einer Gruppe laichenden Elritzen, wenn sie sich in Paarungsstimmung befinden. Dann zeigen die Männchen einen weißlichen Laichausschlag, der den Weibchen fehlt. Bis zu 1000 Eier kann ein Weibchen abgeben. Die Larven schlüpfen nach ein bis zwei Tagen und benötigen nach dem Aufbrauchen ihres Dottervorrats Artemia-Nauplien als erste Nahrung. In einem Gartenteich finden sie meist genügend winzige Organismen, die ihnen das Aufwachsen ermöglichen. Haben sich die Elritzen im Teich vermehrt, so sieht man das oft erst im nächsten Frühling, wenn sich der Elritzenschwarm vergrößert hat. Zwar sind Elritzen Laichräuber, aber in einem Teich mit reicher Bepflanzung und auch in einem gut strukturierten Aquarium kommen stets etliche Nachkommen auf.
Hajo Herrmann