Click for Blick - mobile Hundeschule

Click for Blick - mobile Hundeschule Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Click for Blick - mobile Hundeschule, Hundetrainer, Goslar.

04/08/2026

Der angebliche Wolfsangriff auf ein Kind – was die Ermittlungen inzwischen ergeben haben

In den vergangenen Tagen wurde weltweit die Geschichte verbreitet, ein Wolf habe in der Toskana ein Kleinkind angegriffen und sei nur durch den mutigen Familienhund gestoppt worden. Wie so oft verbreitete sich diese Version rasend schnell – noch bevor die Ermittlungen abgeschlossen waren.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen stellt sich der Vorfall jedoch offenbar anders dar: Die Familie befand sich im Haus, während sich die Hündin allein im nicht eingezäunten Garten aufhielt. Dort kam es zu der Begegnung mit dem Wolf, bei der die Hündin getötet wurde. Ein Angriff auf das Kind konnte nach Angaben der italienischen Behörden nicht bestätigt werden, weil das Kind garnicht in der Nähe war, als der Wolf auf den Hund traf.

Aus meiner Sicht zeigt dieser Fall vor allem, wie wichtig es ist, zwischen gesicherten Fakten und ersten Vermutungen zu unterscheiden. Wölfe sind Wildtiere und wir sollten ihnen mit dem gleichen Respekt begegnen wie jedem anderen großen Wildtier. Begegnungen oder sogar Unfälle mit Menschen sind nach wie vor äußerst selten. Gerade deshalb sollten wir bei jedem Vorfall genau hinschauen und nicht vorschnell Schlussfolgerungen ziehen.

Der Tod der Hündin berührt mich. Gleichzeitig gehört zur Realität dazu, dass wir in Regionen mit freilebenden Wölfen auch Verantwortung für die Sicherheit unserer Hunde tragen. Ein Hund bewegt sich dort nicht mehr nur in einer vom Menschen geprägten Umgebung, sondern in einem Lebensraum, den er mit einem großen Beutegreifer teilt. Dieses Risiko sollte man kennen und durch geeignete Schutzmaßnahmen verringern.

Dieser Fall erinnert uns daran, wie wichtig sorgfältige Recherche ist. Emotionen sind verständlich. Sie dürfen aber nicht dazu führen, dass Vermutungen zu Tatsachen werden. Gerade beim Wolf brauchen wir weniger Schlagzeilen und mehr Fakten.

Quelle: Il Fatto Quotidiano (23.07.2026), unter Berufung auf die Ermittlungen der Carabinieri Forestali, der örtlichen Polizei und die Aussagen des Bürgermeisters von Camaiore. Die Zeitung hat ihre ursprüngliche Berichterstattung nach den offiziellen Ermittlungen ausdrücklich korrigiert.

Das Bild wurde mit KI erstellt.

23/07/2026

Dein Hund macht keine Probleme. Er löst welche.

Problemverhalten oder Überlebensstrategie? - Fast jedes Verhalten ergibt Sinn – wenn wir verstehen, wovor sich der Hund schützen will.

Kaum ein Begriff prägt unseren Blick auf Hunde so sehr wie das Wort Problemverhalten. Knurrt ein Hund Besucher an, bellt er andere Hunde an oder verweigert plötzlich den gewohnten Spaziergang, scheint die Ursache schnell gefunden: Der Hund macht Probleme. Entsprechend richtet sich der Blick fast automatisch auf die Frage, wie dieses Verhalten möglichst schnell verändert werden kann.

Vielleicht beginnt die eigentliche Lösung jedoch an einer anderen Stelle. Nicht bei der Frage, wie ein Verhalten verschwindet, sondern warum es überhaupt entstanden ist.

Verhalten entsteht nicht zufällig. Es ist die Antwort eines Organismus auf seine Umwelt. Diese Erkenntnis gehört zu den Grundannahmen der modernen Verhaltensbiologie. Jedes Verhalten kostet Energie und erfüllt deshalb in der Regel eine Funktion. Es hilft einem Lebewesen, Sicherheit herzustellen, Belastungen zu bewältigen oder mit seiner Umwelt zurechtzukommen.

Genau deshalb lohnt es sich, hinter jedem Verhalten zunächst einen Sinn zu vermuten – selbst wenn er auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.

Ein Hund, der einen Artgenossen anbellt, verfolgt nicht das Ziel, andere zu dominieren. Vielleicht versucht er lediglich, Abstand herzustellen. Hat diese Strategie in der Vergangenheit funktioniert, wird sein Gehirn sie wahrscheinlich erneut einsetzen. Das Verhalten mag für den Menschen störend sein, für den Hund kann es durchaus eine erfolgreiche Lösung darstellen.

Dieser Perspektivwechsel verändert den Blick auf viele Verhaltensweisen. Statt Begriffe wie stur, dominant oder ungehorsam zu verwenden, rückt eine andere Frage in den Mittelpunkt: Welches Problem versucht der Hund gerade zu lösen?

Besonders deutlich wird dies beim Thema Aggression. Aggressives Verhalten wirkt bedrohlich, doch häufig dient es dazu, Distanz zu schaffen. Angst, Unsicherheit, Schmerzen oder belastende Erfahrungen können dazu führen, dass ein Hund andere auf Abstand halten möchte. Das bedeutet keineswegs, dass jede Aggression auf Angst beruht oder toleriert werden sollte. Es bedeutet lediglich, dass wir ihre Ursache verstehen müssen, wenn wir sie nachhaltig verändern wollen.

Ähnliches gilt für Hunde, die ihre Umgebung ständig beobachten und scheinbar alles kontrollieren möchten. Lange wurde ein solches Verhalten häufig als Dominanz interpretiert. Heute erscheint eine andere Erklärung oft plausibler: Wer sich unsicher fühlt, versucht Vorhersagbarkeit herzustellen. Kontrolle kann ein Ersatz für fehlendes Sicherheitsgefühl sein – ein Prinzip, das auch aus der Humanpsychologie bekannt ist und sich vorsichtig auf Hunde übertragen lässt.

Auch Vermeidung wird häufig missverstanden. Ein Hund, der einem Menschen ausweicht oder eine bestimmte Situation meidet, zeigt nicht zwangsläufig Schwäche. Aus evolutionsbiologischer Sicht gehört Vermeidung zu den sinnvollsten Strategien überhaupt. Wer Gefahren rechtzeitig aus dem Weg geht, muss weder kämpfen noch fliehen. Erst wenn Vermeidung den Alltag dauerhaft einschränkt, wird sie selbst zum Problem.

Ebenso wenig bedeutet Ruhe automatisch Entspannung. Manche Hunde wirken gelassen, obwohl ihr Nervensystem stark belastet ist. Wie beim Menschen können auch Tiere auf anhaltenden Stress sehr unterschiedlich reagieren. Während einige laut und impulsiv werden, ziehen sich andere zurück und wirken beinahe teilnahmslos. Welche Mechanismen dabei beim Hund im Einzelnen ablaufen, ist noch nicht vollständig erforscht. Der äußere Eindruck allein erlaubt deshalb keine sicheren Rückschlüsse auf das innere Erleben.

Aus dieser Sicht verändert sich auch der Umgang mit unerwünschtem Verhalten. Strafe kann ein Verhalten unterdrücken, beseitigt aber selten dessen Ursache. Ein Hund, der aus Angst knurrt, verliert seine Angst nicht, wenn ihm das Knurren verboten wird. Im ungünstigsten Fall verschwindet lediglich das Warnsignal, während die innere Belastung bestehen bleibt.

Nachhaltige Veränderungen entstehen deshalb meist erst dann, wenn sich nicht nur das Verhalten, sondern auch das Sicherheitsgefühl des Hundes verändert. Lernen gelingt am besten, wenn das Nervensystem nicht im Alarmzustand arbeitet, sondern die Erfahrung machen kann, dass eine Situation tatsächlich ungefährlich ist.

Vielleicht ist genau das der entscheidende Perspektivwechsel: Hunde handeln selten gegen uns. Sie handeln meist für sich. Sie versuchen mit den Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen, ihre Welt sicherer und berechenbarer zu machen. Manche dieser Strategien passen gut in unser Zusammenleben, andere nicht. Doch die meisten ergeben Sinn, wenn wir verstehen, welches Problem sie für den Hund lösen sollen.

Vielleicht sollten wir deshalb den Begriff Problemverhalten häufiger hinterfragen. Nicht jedes Verhalten, das uns Schwierigkeiten bereitet, ist für den Hund ein Problem. Oft ist es seine derzeit beste Lösung. Wer das erkennt, begegnet seinem Hund nicht nur mit mehr Verständnis, sondern schafft auch die Voraussetzung dafür, dass aus einer Überlebensstrategie irgendwann eine echte Alternative werden kann.

Hinweis zum Artikel

Dieser Artikel unterliegt dem Urheberrecht von Thomas Riepe. Eine Verlinkung auf den Originalbeitrag ist ausdrücklich willkommen und ausdrücklich erwünscht. Das Kopieren, Vervielfältigen oder Veröffentlichen – auch auszugsweise – auf Webseiten, in sozialen Netzwerken, Newslettern oder anderen Medien ist ohne meine vorherige schriftliche Zustimmung jedoch nicht gestattet.

Das Beitragsbild wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Es dient ausschließlich der visuellen Aufmerksamkeit und steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem Inhalt des Artikels oder einem realen Hund.

Die Kommentarfunktion ist bei diesem Beitrag bewusst deaktiviert. Ziel dieser Artikelreihe ist es, Denkanstöße zu geben und neue Perspektiven auf das Verhalten von Hunden zu eröffnen. Erfahrungsgemäß führen endlose Diskussionen in sozialen Medien jedoch selten zu einem echten Erkenntnisgewinn. Ich lade deshalb dazu ein, die Gedanken des Artikels in Ruhe auf sich wirken zu lassen und sie im Alltag mit dem eigenen Hund zu reflektieren.

01/07/2026

Der freundlichste Hund auf dem Hundeplatz ist oft der traurigste

Es gibt Hunde, die scheinen einfach mit jedem zurechtzukommen. Sie begrüßen Menschen freundlich, gehen Konflikten mit anderen Hunden aus dem Weg, lassen sich Spielzeug wegnehmen, ertragen aufdringliche Artgenossen und wirken dabei erstaunlich gelassen. Solche Hunde werden oft bewundert. "So einen hätte ich auch gern", hört man dann nicht selten. Schließlich wünschen wir uns einen Hund, der unkompliziert ist, keinen Ärger macht und sich harmonisch in jede Situation einfügt.

Doch genau an diesem Punkt beginnt für mich die eigentliche Frage: Ist dieser Hund wirklich so glücklich, wie er auf den ersten Blick erscheint?

Freundlichkeit wird in der Hundewelt häufig mit Wohlbefinden verwechselt. Dabei sind das zwei völlig unterschiedliche Dinge. Ein Hund kann freundlich sein, weil er sich sicher fühlt, sozial kompetent ist und gelernt hat, Konflikte angemessen zu lösen. Er kann aber auch freundlich sein, weil er irgendwann aufgehört hat, sich zu wehren.

Viele Hunde lernen im Laufe ihres Lebens, dass ihre eigenen Bedürfnisse nur begrenzt zählen. Dass Knurren unerwünscht ist. Dass Rückzug nicht akzeptiert wird. Dass sie Menschen aushalten müssen, die sie anfassen möchten, und Hunde ertragen sollen, die ihre Distanz missachten. Immer wieder wird ihnen vermittelt, dass Anpassung der einfachste Weg ist.
Manche Hunde entwickeln daraus eine beeindruckende Gelassenheit. Andere entwickeln etwas ganz anderes: Resignation.

Von außen sehen beide Hunde oft verblüffend ähnlich aus.
Der resignierte Hund macht ebenfalls keinen Ärger. Er protestiert nicht mehr. Er verzichtet auf Konflikte und wirkt ausgesprochen freundlich. Doch seine Freundlichkeit entsteht nicht aus innerer Sicherheit, sondern aus der Erfahrung, dass Widerstand ohnehin nichts verändert. Er hat gelernt, dass seine Signale keine Wirkung haben. Warum also noch knurren, ausweichen oder Grenzen setzen?

In der Psychologie spricht man von erlernter Hilflosigkeit. Ein Zustand, der entsteht, wenn ein Lebewesen immer wieder erlebt, dass sein eigenes Verhalten keinen Einfluss auf das Geschehen hat. Irgendwann hört es auf, überhaupt noch zu versuchen, etwas zu verändern.

Natürlich wäre es falsch, nun jeden freundlichen Hund für unglücklich zu halten. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt wunderbare Hunde, die offen, freundlich und gleichzeitig psychisch stabil sind. Aber genau deshalb reicht die Beobachtung des Verhaltens allein nicht aus. Entscheidend ist die Frage, warum ein Hund sich so verhält.

Zeigt er Freundlichkeit aus freier Entscheidung oder aus Anpassung? Weicht er Konflikten aus, weil er sie souverän lösen kann, oder weil er gelernt hat, dass ihm ohnehin niemand zuhört?
Ich glaube, wir unterschätzen oft, wie wichtig das Erleben von Selbstwirksamkeit für Hunde ist. Ein Hund muss erfahren dürfen, dass seine Kommunikation Bedeutung hat. Dass ein höfliches Knurren respektiert wird. Dass Distanz geschaffen wird, wenn er sie braucht. Dass seine Bedürfnisse ernst genommen werden. Genau daraus entsteht Vertrauen – nicht aus bedingungsloser Anpassung.

Vielleicht sollten wir deshalb auf Hundeplätzen weniger nach dem freundlichsten Hund Ausschau halten und stattdessen nach dem Hund, der sich traut, er selbst zu sein. Ein Hund, der auch einmal Nein sagen darf, ohne dafür bestraft zu werden. Ein Hund, der seine Grenzen zeigen kann und erlebt, dass diese Grenzen respektiert werden. Denn echte soziale Kompetenz bedeutet nicht, immer freundlich zu sein. Sie bedeutet, angemessen kommunizieren zu dürfen.

Manchmal ist der freundlichste Hund tatsächlich einfach nur ein glücklicher Hund.

Manchmal aber ist er derjenige, der längst aufgehört hat zu glauben, dass seine eigene Stimme noch etwas verändern kann.
Und genau das macht ihn vielleicht zum traurigsten Hund auf dem Platz.

23/06/2026

Hunde langweilen sich nicht. Das ist ein menschliches Konstrukt – geboren aus unserem eigenen Bedürfnis nach Dauerbeschäftigung und mentalem Lärm. Der Hund ist gegenwärtig. Er hat keine inneren To-do-Listen, keine Vorstellungen davon, wie ein Tag „sein sollte". Er hat keine Bilder im Kopf.
Das bist du.

Zudem sind Hunde Energiesparer. Sie handeln ökonomisch, nicht emotional überladen.

Ein Hund, der täglich ein bestimmtes Pensum hat, wird nicht plötzlich hibbelig oder „anders“, nur weil die Beschäftigung bzw. die Auslastung z.B. an heißen Tagen ausfällt. Er versteht nicht, dass heute „nichts passiert“, weil es zu warm ist. Er folgt seiner Gewohnheit – jeden Tag.

Die Frage ist:
Was war eigentlich dein Zutun?

Das, was du als „Unruhe“ oder „Langeweile“ interpretierst, ist nichts anderes als dein eigener innerer Druck, der sich im Hund widerspiegelt.

Und wenn er dann ruhiger wirkt? Dann wird oft weiter vermenschlicht:
„Er versucht ja, sich anzupassen.“
„Er sucht sich eine andere, ruhigere Beschäftigung.“
„Er braucht das jetzt.“

Nein.

Es ist viel einfacher – aber für manche Menschen unbequemer:
Er orientiert sich an dir. Jeden einzelnen Tag. In jedem Moment.
Er will dir gefallen.

Nicht weil er Beschäftigung braucht, sondern weil Beziehung für ihn existenziell ist und du sein Bezugspunkt bist.

Er versucht nicht, seine „Langeweile“ zu lösen.
Er versucht, sich an dir auszurichten.

Er will nicht „ausgelastet“ werden.
Er will dazugehören.

Die Frage ist also nicht:
„Wie halte ich meinen Hund beschäftigt?“
Sondern:
Was bringe ich eigentlich in diese Beziehung ein?

Auch dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Aber vielleicht reicht er, um etwas ins Wanken zu bringen.
Meine Absicht ist es, wie immer, zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen.





22/06/2026

Weiteres aus der Rubrik: Kannze dir nich ausdenken! 🤯

Leider sagt der Algorithmus ja: Spiel der Regine ganz viele Sachen mit Hunden in die Timeline….leider. 😭

Eben gesehen in einer lokalen Gruppe….eine Vermittlungsanzeige eines Tierschutzvereins. Zu diesem Hund stand zum Charakter folgender Wortlaut:
💥UNISCHER-DOMINANT💥

Aha. Ein Widerspruch in sich selbst.

Das Wort DOMINANZ wird so inflationär benutzt, ohne einen Funken Ahnung zu haben, was der Begriff überhaupt bedeutet.
Dominanz ist keine Charaktereigenschaft, Dominanz beschreibt ein asymetrisches Verhältnis in der Beziehung zwischen zwei Individuen. Und diese ist nicht in Stein gemeißelt. Nicht der eine Hund zeigt immer ein solches Verhalten, das wechselt.

Heute betrachtet man den Begriff Dominanz sehr differenziert in der Kynologie. 💡

Leider hängen aber viele noch an diesem Begriff fest. Leider immer mit den Konnotationen Gewalt, Unterdrückung, Aggression.

Darüber hinaus werden sämtliche Probleme im Alltag mit Hund auf die Dominanz geschoben: Ziehen an der Leine, Leinenpöbelei, Knurren wegen Ressourcen, Rückruf nicht befolgen, usw.

In jeder 2. Vermittlungsanzeige taucht dieser Begriff auf.

Im weiteren Text der oben erwähnten Anzeige steht: Bei Begegnungen mit Artgenossen ist er dominant. Ich weiß beim Lesen schon, der Hund ist unsicher in Hundebegegnungen, die Menschen latschen immer zu nah an andere Hunde ran und er löst aus. ZACK. Dominant.

Immer wenn ein Hund auffälliges Verhalten zeigt, ist er dominant. Fertig. Einfache Lösung, die eine Selbstreflektion völlig ausschließt.

Kann ja nicht sein, dass der Hund sich unerwünscht verhält, weil der Halter etwas falsch macht…😉

22/06/2026

Es sind doch nur drei Grad ... oder?

Die Körpertemperatur eines gesunden Hundes liegt ungefähr zwischen 38 und 39 °C. Die Temperatur, ab der es lebensgefährlich werden kann, liegt bei etwa 42 °C.

Dazwischen liegen nur drei bis vier Grad.

Das klingt erstaunlich wenig. Und genau das ist der Punkt.

Ein Hund, der mit auslösenden Reizen konfrontiert wird, der angespannt ist, hochfährt, sich aufregt oder körperlich arbeitet, produziert Wärme. Viel Wärme. Die Muskulatur arbeitet, der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, Herz- und Atemfrequenz steigen. Der Körper wird zum Heizkörper.

Normalerweise kann diese Wärme wieder abgegeben werden. An heißen Tagen wird genau das schwierig.

Was viele nicht wissen: Die eigentliche Gefahr der Überhitzung ist nicht das Unwohlsein. Es geht nicht darum, dass dem Hund „zu warm“ wird.

Es geht um die Eiweiße.

Eiweiße sind die Arbeitsgrundlage des Lebens. Enzyme, Hormone, Rezeptoren, Transportmoleküle – fast alles in unserem Körper basiert auf Proteinen mit einer ganz bestimmten räumlichen Struktur. Wird es zu heiß, verlieren diese Strukturen ihre Form. Sie denaturieren.

Die Helmholtz-Gemeinschaft beschreibt diesen Vorgang mit einem Bild, das jeder kennt: dem gekochten Ei. Ist das Eiweiß einmal gestockt, wird es nicht wieder flüssig. Nicht durch Zeit. Nicht durch Abkühlung.

Und genau deshalb reicht es nicht, zu sagen: „Dann kühlen wir den Hund eben wieder runter.“

Ja, Kühlung ist wichtig. Ja, sie kann Leben retten.

Aber sie macht bereits denaturierte Eiweiße nicht wieder funktionsfähig.

Deshalb sollten wir uns an heißen Tagen gut überlegen, ob wir Hunde bewusst in Situationen bringen, die starke Erregung, Frust, Aggression oder intensive Belastung auslösen können. Nicht, weil Training unwichtig wäre. Sondern weil Biologie nicht verhandelbar ist.

Der Hund startet bereits bei knapp 39 °C Körpertemperatur. Die Reserve nach oben ist erstaunlich klein.

Manchmal ist die klügste Trainingsentscheidung deshalb, nicht zu trainieren.

Denn guter Umgang mit Hunden bedeutet nicht nur, Verhalten zu verstehen – sondern auch Physiologie.

14/06/2026

ein lebewesen, dem genau ein einziger ausweg aus einer so bedrohlichen situation wie dem abschnüren der luft bleibt, hat keine freie wahl.
es ist der sieg des schwächlings über den ausgelieferten.

egal, wie oft diese lùge von guter lernerfahrung, von freier, eigener entscheidung, von der einsicht, es passiere nichts und vom tor zum guten, neuen leben wiederholt wird, sie wird nicht wahrer.

das vorgeführte "gute leben" ist dann eines, das der vorstellung des menschen entspricht: stadtspaziergang, lockere leine in jeder lebenslage, autofahren, zugfahrten, besuch empfangen, widerstandsfreies handling, verbleiben am zugewiesenen platz... jetzt wäre spannend, was davon auf der bucket list des hundes stand.

wer seriõses, ethisches, qualitätvolles und zielführendes training betreibt, wird immer all das, was uns an wissen zu wohlergehen und lebensqualität des hundes zur verfügung steht, als zentralen faktor der arbeit handhaben.
es ist keine optionale draufgabe bei wohlverhalten.
und es ist nicht schon gar nicht definiert durch die meinung des menschen.

für unsere hunde, für ihren mentalen zustand, ist der weg genauso wichtig wie das ziel.
wenn das ziel ist, dass der mensch hat, was er wollte, und der weg dorthin ein erzwungener und gewaltsamer ist, ist es ein fail auf ganzer linie.

über freiwilligkeit, empowerment des hundes, kooperation und echte erfolgserlebnisse kann ein immer weiter wachsender ùberschneidungsbereich zwischen den möglichkeiten des hundes, den anforderungen der umwelt und den wünschen des menschen geschaffen werden.
und darin liegt tatsächlich das ziel.

12/06/2026

Grenzen setzen – Hilfe, mein Mensch ist übergriffig!

Hallo, ich bin Bruno. Ich bin ein Hund und lebe seit vielen Jahren mit Menschen zusammen. In dieser Zeit habe ich eine interessante Beobachtung gemacht: Menschen reden unglaublich gern über Grenzen. Kaum ein Thema scheint sie mehr zu beschäftigen als die Frage, wie Hunde lernen können, Grenzen zu akzeptieren. Hunde sollen sich anpassen, sich zurücknehmen, auf Signale hören und menschliche Entscheidungen respektieren. Was dabei auffällt: Über die Grenzen der Hunde wird erstaunlich selten gesprochen.

Je länger ich Menschen beobachte, desto mehr habe ich den Eindruck, dass viele von ihnen davon ausgehen, ihre Sicht auf die Welt sei automatisch die richtige. Wenn ein Mensch weitergehen möchte, wird weitergegangen. Wenn er eine Situation für harmlos hält, dann soll auch der Hund sie harmlos finden. Wenn der Hund zögert, Abstand sucht oder sich unwohl fühlt, wird das oft nicht als Information verstanden, sondern als Problem, das gelöst werden muss.

Dabei kommunizieren wir Hunde ständig. Wir zeigen, wenn uns etwas zu viel wird. Wir zeigen, wenn wir Zeit brauchen, wenn wir uns unsicher fühlen oder wenn wir einer Situation lieber aus dem Weg gehen würden. Doch genau diese Signale scheinen viele Menschen kaum wahrzunehmen. Sie hören oft erst dann zu, wenn ein Hund irgendwann deutlich wird. Alles, was vorher geschieht, wird übersehen, ignoriert oder als Ungehorsam interpretiert.

Das erstaunt mich immer wieder. Menschen beschreiben sich selbst als empathische Lebewesen. Sie sprechen über Respekt, Achtsamkeit und gegenseitiges Verständnis. Gleichzeitig ziehen sie Hunde mit einem Leinenruck weiter, obwohl diese stehen geblieben sind. Sie blockieren Wege, erzeugen Druck oder bestrafen Verhaltensweisen, die häufig nichts anderes sind als der Versuch, eine Grenze mitzuteilen. Aus menschlicher Sicht nennt man so etwas oft Erziehung. Würde ein Mensch einem anderen Menschen auf diese Weise begegnen, würde man vermutlich ein anderes Wort wählen.

Vielleicht liegt das eigentliche Problem gar nicht darin, dass Hunde Grenzen lernen müssen. Vielleicht sollten Menschen sich gelegentlich fragen, warum sie so große Schwierigkeiten haben, die Grenzen ihrer Hunde zu akzeptieren. Denn nach allem, was ich in meinem Leben beobachtet habe, kommunizieren Hunde ihre Bedürfnisse meist sehr klar. Man muss nur bereit sein, sie genauso ernst zu nehmen wie die eigenen.

Herzliche Grüße

Bruno

Hund, Menschenbeobachter und zunehmend verwundert darüber, wie oft eine Spezies von Respekt spricht, die ihren Hunden so selten zuhört.

06/06/2026

Adresse

Goslar
38640

Telefon

+491754622171

Webseite

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Click for Blick - mobile Hundeschule erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Verknüpfungen

Teilen

Kategorie