08/10/2026
Ihr Lieben … es reicht!
Gestern haben wir einen Beitrag mit euch geteilt, bei dem es ausnahmsweise einmal nicht um Krankheit, Leid, Vermittlungsnotfälle oder traurige Schicksale ging.
Sondern um eine schöne, positive Geschichte eines Kater, der monatelang verschwunden war, wurde völlig unerwartet wiedergefunden. Alle waren glücklich. Wir waren glücklich. Die Familie war glücklich. Die Kinder waren glücklich. Und ja … vermutlich war auch der Kater verdammt glücklich.
Solche Momente sind es, die uns bei unserer Arbeit immer wieder weitermachen lassen.
Denn wir sehen und erleben jeden Tag so viel Leid, dass wir es einfach schön finden, euch zwischendurch auch einmal eine Geschichte erzählen zu können, bei der am Ende alles gut geworden ist.
Und dann kommt die Facebook-Kommentarspalte🥴🥴🥴
„Mehr Glück als Verstand.“
„Kein Wunder, dass der Kater weggelaufen ist.“
„Mir würde sowas ja nicht passieren.“
„Tja, Kommt davon, wenn kein Chip da ist. Selbst schuld.“
"Wie können die sich ne neue katze holen"
Und, und, und …
Und als wäre das noch nicht genug, wünschen sich Menschen tatsächlich öffentlich, dass dieser Kater, der mit viel Mühe und Liebe von Hand aufgezogen wurde, nicht wieder nach Hause gekommen wäre.
Ernsthaft … was läuft bei euch eigentlich falsch?
Warum ist es manchen Menschen offenbar so wichtig, anderen ihr Glück madig zu machen?
Es ist unglaublich, wie mittlerweile selbst aus jeder noch so schönen Geschichte eine Plattform für Vorwürfe, Besserwisserei und persönliche Angriffe gemacht wird.
Und bevor jetzt jemand sagt, dass doch teilweise auch nur gefragt wurde, ob oder warum der Kater nicht gechippt war.
Nein, war er nicht. Und natürlich darf man das fragen. Wir haben überhaupt kein Problem damit, wenn jemand darauf hinweist, wie wichtig es ist, Tiere chippen und registrieren zu lassen. Wir wissen das selbst.
Aber muss eine Geschichte, in der sich eine Familie nach Monaten endlich über ihr wiedergefundenes Tier freut, wirklich von Zig Menschen auf genau diesen einen Punkt reduziert werden? Was bringt es, wenn aus einer sachlichen Frage anschließend Vorwürfe, Häme und persönliche Angriffe entstehen?
Das Internet gibt manchen Menschen offensichtlich das Gefühl, zu allem eine Meinung haben zu müssen.. und sie dann auch noch ungefragt und möglichst verletzend mitzuteilen.
Müsst ihr nicht.
Wir haben sehr viele Kommentare gelöscht, weil wir nicht bereit sind, solche Äußerungen unter unseren Beiträgen stehen zu lassen.
Und daraufhin haben wir tatsächlich Nachrichten und E-Mails bekommen, in denen Menschen eine Entschuldigung von uns verlangt haben.
Wofür?
Dafür, dass wir Kommentare löschen, die wir auf unserer eigenen Seite nicht akzeptieren?
Dafür, dass wir uns vor Menschen stellen, die ihr wahllos angreift?
Oder dafür, dass wir selbst entscheiden, was auf unserer Seite stehen bleibt?
Ganz gewiss nicht.
Wo ist eigentlich eure Entschuldigung für die Menschen, die ihr mit euren Kommentaren verletzt?
Wir sind ein Tierheim.
Wir sind keine Einrichtung für Menschen, denen man erklären muss, warum man andere Menschen nicht grundlos fertigmacht.
Enttäuschend ist nichtmal, dass jemand eine andere Meinung hat, oder Fragen stellt.
Es ist diese unfassbare Unfähigkeit mancher, sich einfach einmal für jemand anderen zu freuen.
Selbst bei einer Geschichte, in der am Ende alle glücklich sind, muss irgendjemand kommen und seinen Frust, seine Moralvorstellungen oder seine vermeintliche Überlegenheit darüberkippen.
Und damit anderen womöglich den schönsten Moment seit Monaten verderben.
Wir fragen uns mittlerweile tatsächlich dreimal, ob wir überhaupt noch schöne Geschichten hier teilen wollen.
Denn irgendwann hat man einfach keine Lust mehr darauf, dass selbst aus einem positiven Beitrag wieder eine Kommentarspalte voller Gift wird.
Wir könnten euch ausschließlich die traurigen Fälle zeigen. Die Tiere, die keiner will.. die Tiere, die misshandelt wurden..
Kranke Tiere, für die wir kämpfen und trotzdem manchmal verlieren.. die Tiere, wegen denen wir nachts schlecht schlafen.
Davon haben wir wirklich mehr als genug.
Aber wir wollen auch die schönen Seiten unserer Arbeit zeigen.
Die Geschichten, bei denen sich nach all der Angst, Sorge und Arbeit am Ende doch noch alles zum Guten wendet. Ihr könnt uns glauben, diese Momente sind selten.
Wir lassen sie uns und den anderen Menschen nicht von euch kaputtmachen.
Ein Mindestmaß an Respekt und Anstand ist keine übertriebene Forderung.
Wer dieses Mindestmaß nicht einhalten möchte und kommentare wie oben verfasst, wird künftig ohne Vorwarnung blockiert.
Und alle, die sich gestern mit uns und der Familie gefreut haben.
An alle, die liebe Nachrichten geschrieben haben und denen diese Geschichte genauso ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat wie uns.
Und an alle, denen sie vielleicht sogar Hoffnung gegeben hat, dass ihr eigenes verschwundenes Tier irgendwann wieder auftaucht: Danke! ❤️
Genau für euch teilen wir solche Geschichten.
Für Menschen, die sich mitfreuen können, ohne zuerst nach einem Schuldigen zu suchen und verstehen, dass nicht jede Geschichte eine Bühne für die eigene Meinung braucht.
Und für Menschen, die wissen, dass niemand perfekt ist und niemand immer alles richtig macht.
Allen anderen können wir, gerade bei all den negativen Nachrichten die uns momentan jeden Tag erreichen, nur einen gut gemeinten Rat geben...
Lasst auch ein bisschen Sonne in euer Herz☀️🍀❤️
Es lohnt sich tatsächlich, manchmal einfach die schönen Seiten zu betrachten