13/09/2026
❤️🦔 Ein paar klare Worte von uns – ehrlich, direkt, aber von Herzen ❤️🦔
Manchmal muss man Dinge aussprechen, bevor aus Enttäuschung Frust und aus Frust irgendwann Resignation wird.
Vor zwei Wochen haben wir einen vollständigen Aufnahmestopp ausgerufen. Nicht, weil wir keine Igel mehr sehen wollten. Nicht, weil uns die Tiere plötzlich egal sind. Und ganz sicher nicht, weil wir keine Lust hatten zu helfen.
Im Gegenteil.
Schulferien. Urlaub. Familienzeit. Pflegestellen, die nicht da waren. Andere, die bereits bis oben hin voll mit Igeln saßen.
Deshalb blieb unser Igel-Telefon ausgeschaltet!
Eine automatische WhatsApp-Nachricht und die Mailbox haben darüber informiert.
Heute haben wir das Handy wieder eingeschaltet, um zu sehen, was in dieser Zeit eingegangen ist.
Und bevor jemand denkt, es wären vielleicht ein paar einzelne Nachrichten gewesen:
Knapp 80 WhatsApp und SMS-Nachrichten und 42 Anrufe.
Das sind über 120 Kontaktversuche, die während unseres Aufnahmestopps auf unserem Igel-Telefon eingegangen sind. Und genau diese Zahlen zeigen vielleicht einmal ganz deutlich, warum es eben nicht funktioniert, wenn wir sagen: „Wir sind zwar im Urlaub, aber für dringende Fragen schauen wir trotzdem kurz aufs Handy.“
Aus „kurz“ werden ganz schnell Stunden.
Und was wir nun heute teilweise gelesen haben, hat uns ehrlich gesagt verletzt. Patzige Nachrichten. Vorwürfe. Unverständnis darüber, dass niemand erreichbar war.
Und da fragen wir uns:
Wann ist eigentlich vergessen worden, dass am anderen Ende dieses Telefons kein Callcenter sitzt?
Da sitzen Menschen.
Menschen, die morgens zur Arbeit gehen.
Menschen, die Kinder haben.
Menschen, die Familien haben.
Menschen, die nachts aufstehen, um einem kleinen Igelbaby Milch zu geben.
Menschen, die ihre Freizeit nach ihren Schützlingen planen.
Menschen, die manchmal selbst völlig erschöpft sind – und trotzdem weitermachen.
‼️Wir sind Ehrenamtliche‼️
Wir bekommen kein Gehalt dafür.
Unsere Zeit ist freiwillig.
Unsere Nächte sind freiwillig.
Unsere Wochenenden sind freiwillig.
Und fast alles, was unsere Igel brauchen, bezahlen wir aus eigener Tasche.
Wir machen das nicht, weil wir reich an Zeit oder Geld sind. Wir machen es, weil wir nicht wegsehen können. ❤️
Und genau deshalb tut es weh, wenn uns so begegnet wird, als wären wir selbstverständlich und zu jederzeit verfügbar. Als wäre es unser Job. Als hätten wir gefälligst ans Telefon zu gehen. Als hätten wir während unseres eigenen Urlaubs nebenbei noch sämtliche Igel-Fragen zu beantworten.
Nein.
Das können und werden wir nicht. Und nein, wir können während unseres Urlaubs auch nicht mal eben „kurz erklären, wie man den Igel selbst päppelt“. Denn es bleibt nicht bei einer Anfrage.
80 WhatsApp-Nachrichten und 42 Anrufe in gerade einmal drei Wochen machen ziemlich deutlich, welche Menge an Anfragen tatsächlich bei uns landet. Und irgendwann ist aus dem „nur kurz“ ein weiterer Arbeitstag geworden.
Wir müssen uns deshalb auch einmal selbst schützen. Denn unsere Pflegestellen können nur dauerhaft für die Igel da sein, wenn ihre eigenen Familien, Partner und Angehörigen diese enorme Belastung mittragen.
Bitte versteht:
Wir können nicht jeden Igel aufnehmen.
Wir können nicht jeden Finder sofort zurückrufen.
Wir können nicht rund um die Uhr beraten.
Und wir können nicht dafür sorgen, dass jede Notlage zu jeder Zeit von uns aufgefangen wird.
Das macht uns nicht herzlos. Es macht uns zu Menschen. Menschen mit Grenzen. Menschen mit Familien. Menschen mit einem eigenen Leben.
Und deshalb wird es künftig bei einem Aufnahmestopp auch ganz klar sein:
📵 Das Igel-Telefon bleibt aus.
Nicht auf lautlos.
Nicht „nur für dringende Fälle“.
Nicht „wir schauen mal kurz“.
Aus.
Denn ein Aufnahmestopp bedeutet, dass unsere Kapazitäten erschöpft sind.
Wir wissen, dass niemand einen kranken oder hilfsbedürftigen Igel absichtlich sich selbst überlassen möchte. Wir wissen, wie verzweifelt Finder manchmal sind.
Aber Verzweiflung ist keine Rechtfertigung dafür, Menschen, die freiwillig helfen, als selbstverständlich anzusehen. Wenn ihr unsere Hilfe braucht, dann begegnet uns bitte mit Verständnis.
Und wenn wir einmal nicht können, dann heißt das nicht: „Die wollen nicht.“ Es heißt: „Sie können gerade nicht.“ Denn auch die Menschen, die die Igel retten, brauchen manchmal eine Pause.
Danke an alle, die das verstehen.
Danke an alle, die uns unterstützen.
Danke an alle, die unsere Arbeit sehen – nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als das, was sie ist:
Ehrenamt. Herzblut. Und ganz viel Liebe für kleine Stachelherzen. ❤️🦔