14/08/2026
30 Jahre Leder. 3 Jahre Kunstleder.
Manchmal braucht es gar keine großen Worte.
Manchmal reicht ein Blick auf zwei Dinge, die man jeden Tag benutzt.
Dieser Rucksack begleitet mich seit meiner Abifahrt nach Italien – seit nunmehr 30 Jahren. Das Leder ist vegetabil gegerbt, hat gelebt, wurde benutzt, geknautscht, getragen und auch das eine oder andere Mal nicht besonders liebevoll behandelt 😅 Und trotzdem ist der Rucksack noch da. Nicht trotz seines Alters, sondern gerade wegen ihm.
Das Leder ist weicher geworden, hat eine wunderschöne Patina entwickelt und erzählt heute seine eigene Geschichte. Es sieht nicht mehr neu aus – es sieht echt aus. Und genau das liebe ich an Leder. ❤️
Daneben: meine gerade einmal drei Jahre alte Handyhülle aus Kunstleder. Die Ränder lösen sich auf, die Oberfläche ist beschädigt und das Material beginnt sich zu verabschieden. Und genau hier liegt für mich ein entscheidender Unterschied:
Leder altert. Gutes Leder wird mit der Zeit schöner.
Kunstleder altert häufig nicht – es zerfällt.
Natürlich ist auch echtes Leder kein „perfektes“ Material. Die Herstellung braucht Ressourcen und eine verantwortungsvolle Gerbung ist entscheidend. Aber etwas wird dabei oft vergessen: Die Haut von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen ist in der Regel ein Nebenprodukt der Fleischindustrie. Die Tiere werden nicht für ihre Haut geschlachtet. Durch die Verarbeitung zu Leder wird ein Teil des Tieres, das ohnehin für die Lebensmittelproduktion anfällt, sinnvoll weiterverwendet, anstatt zum Abfall zu werden.
Und dann gibt es noch etwas, das mir persönlich besonders wichtig ist: Langlebigkeit. Was 30 Jahre hält, muss nicht alle paar Jahre ersetzt werden. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur, woraus etwas besteht. Sondern auch, wie lange es bleibt.
Ich liebe Materialien, die nicht perfekt bleiben müssen, um schön zu sein.
Materialien, die Gebrauchsspuren nicht verstecken, sondern in ihre Geschichte aufnehmen.
Leder wird nicht schöner, weil es neu bleibt. Es wird schöner, weil es bleibt🤎