26/08/2026
Das neu eingeschleppte Shamonda-Virus SHAV/DE/2026 wurde inzwischen in mehreren Bundesländern nachgewiesen.
Übertragen wird das Virus durch Gnitzen (Culicoides), die noch bis Oktober Hauptsaison haben. Das FLI rechnet deshalb mit einer weiteren Ausbreitung.
👀 Bei erkrankten Kühen werden vor allem Fieber, Durchfall, Fressunlust und ein massiver Einbruch der Milchleistung beobachtet. In der Regel beginnt der Verlauf mit Fieber > 40 °C für etwa 1–2 Tage und einem anschließenden Krankheitsgeschehen mit Durchfall und Milchrückgang von ungefähr 4–6 Tagen.
Da das Virus über den Vektor, also nicht von Tier zu Tier, übertragen wird, kann sich die Krankheit innerhalb der Herde natürlich über mehrere Wochen halten. Wie stark die Herde erkrankt, hängt auch mit dem allgemeinen Gesundheitszustand zusammen. Zusätzliche Stressfaktoren wie Hitzestress spielen hier eine Rolle.
Wie gehen wir jetzt damit um⁉️
❗Fällt eine Kuh plötzlich deutlich aus ihrem bisherigen Milchleistungsverlauf und kommen Fieber > 40 °C, Fressunlust oder Durchfall hinzu, sollte sie zeitnah klinisch untersucht und im Blut getestet werden.
❗ Nur frisch erkrankte, fiebernde Tiere sind für den direkten Virusnachweis geeignet, das Virus kann aktuell nur per Antigentest nachgewiesen werden. Danach ist ein Bluttest nicht mehr sinnvoll.
Maßnahmen zum sicheren Schutz der Tiere existieren nicht, es kann aber hilfreich sein, die Herde mit Repellentien vor Gnitzen zu schützen, wie wir es schon von BTV kennen.
Auch die Auswirkungen auf tragende Tiere sind noch nicht ausreichend geklärt. Von verwandten Simbu-Viren wissen wir, dass Infektionen während bestimmter Trächtigkeitsphasen fetale Schäden verursachen können. Ob und wie häufig das bei der neuen europäischen Shamonda-Variante passiert, müssen die kommenden Monate zeigen.
Je früher wir Leistung, Tierbeobachtung und Diagnostik zusammenbringen, desto besser können wir einordnen, was tatsächlich in der Herde passiert!