30/08/2026
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Frust ist nicht gleich Frust.
Und bevor wir überhaupt darüber sprechen, müssen wir drei Dinge voneinander trennen: Frustrationstoleranz, Belohnungsaufschub und Impulskontrolle. Das wird im Hundetraining gerne in einen Topf geworfen – ist aber nicht dasselbe.
Und auch Frust selbst sieht nicht bei jedem gleich aus.
Frusttyp 1 trägt seinen Frust nach außen. Laut, deutlich und gerne auch gegen denjenigen, der vermeintlich dafür verantwortlich ist.
Frusttyp 2 trägt ihn ebenfalls nach außen, richtet ihn aber eher gegen die Situation oder die Umgebung. Das sind zum Beispiel Hunde, die in die Leine beißen, Gras rausreißen oder ihren Frust anderweitig abreagieren.
Und dann gibt es Frusttyp 3. Den stillen Frust.
Kein großes Theater. Kein Bellen. Kein offensichtliches Beschweren. Stattdessen vielleicht ein steifer Körper, hohe Spannung, Zittern oder ein Hund, der sich immer weiter in sich zurückzieht.
Und genau dieser Frust wird schnell übersehen oder als Angst oder Einschüchterung interpretiert.
Spannend wird es, wenn wir nicht nur auf den Hund schauen.
Denn auch wir Menschen gehen unterschiedlich mit Frust um.
Trifft ein lauter, offensiver Frusttyp auf einen Menschen, der Frust eher still mit sich selbst ausmacht, können Situationen gerade in der Öffentlichkeit enorm schwer auszuhalten sein.
Treffen dagegen zwei explosive Frusttypen aufeinander, können sie sich gegenseitig immer weiter hochschaukeln – bis beide irgendwann unfair werden.
Deshalb reicht mir die Frage „Wie viel Frust hält mein Hund aus?“ nicht.
Mich interessiert auch: Wie zeigt mein Hund Frust – und was passiert mit mir, wenn er ihn zeigt?
Denn am Ende trainieren wir nie nur einen Hund. Es geht ums miteinander leben.