01/10/2026
Manchmal braucht es nur einen Blick auf aktuelle Diskussionen, um noch einmal zu wissen, warum man eine Entscheidung getroffen hat.
Ich habe in den vergangenen Monaten ganz bewusst einen neuen Weg eingeschlagen. Nicht aus einer Laune heraus und auch nicht, weil ich plötzlich alles schlecht finde, was vorher war. Sondern weil sich meine Vorstellung davon, wie ich Zucht leben möchte, weiterentwickelt hat.
Und gerade wenn ich manche öffentlichen Diskussionen verfolge, merke ich, wie wohl ich mich mit diesem Schritt inzwischen fühle.
Da werden Hunde anhand einzelner äußerer Merkmale öffentlich beurteilt und gleichzeitig Aussagen darüber getroffen, was andere Vereine angeblich „alles in die Zucht lassen“. Es wird darüber gesprochen, wer die strengsten, die gesundheitlichsten oder die besseren Vorgaben habe.
Nur sollte man, bevor man solche Aussagen über andere trifft, vielleicht zuerst deren tatsächliche Zuchtbestimmungen kennen.
Denn ausgerechnet ein Hund, dessen Zeichnung gerade als Beispiel herangezogen wird, würde auch nach den für uns geltenden Vorgaben keine Zuchtzulassung erhalten.
Und genau da wird es für mich schwierig.
Man kann unterschiedliche Zuchtordnungen kritisch vergleichen. Man kann über Vorgaben diskutieren und auch zu dem Ergebnis kommen, dass man bestimmte Regelungen besser oder schlechter findet. Aber dafür muss man sie zunächst kennen.
Einen einzelnen Hund zu nehmen und daraus öffentlich abzuleiten, was ein anderer Verein angeblich zulässt, obwohl dieser Hund dort ebenfalls nicht zur Zucht zugelassen wäre, ist für mich kein fairer Vergleich.
Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, weshalb ich heute noch überzeugter hinter meinem eingeschlagenen Weg stehe.
Ich möchte mich mit Zucht beschäftigen, mit Gesundheit, Genetik, Charakter und verantwortungsvollen Entscheidungen – und nicht damit, welcher Vereinsname vermeintlich über dem anderen steht.
Ich möchte Fragen stellen dürfen. Ich möchte Dinge hinterfragen dürfen. Und ich möchte andere nicht schlechter machen müssen, um meinen eigenen Weg als den richtigen für mich empfinden zu können.
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