29/04/2024
Während all der Kampagnen und FEI Tagungen (die aktuelle heute und morgen gerade wieder in Lausanne, für die man nicht müde wurde zu betonen, dass man ganze drei Stunden eingeplant habe, um die Ergebnisse der im letzten Jahr von der FEI zusammengestellten "Equine Ethics and Wellbeing Commission"auszuwerten), kann man manchmal den Eindruck gewinnen, es ginge am Ende doch nur darum, die "Social License" nicht zu verlieren - aber durchaus nicht so sehr um das Pferdewohl. Warum fällt den Verbänden das so schwer? Vor allem, da die eigenen Regeln es doch möglich machen würden, wenn man sie denn konsequent anwenden würde? Gutes, feines Reiten wird selbst in den Richtlinien für Reiten und Fahren beschrieben und als Ziel reiterlicher Ausbildung festgelegt.
Warum kehrt man nicht dahin zurück, und integriert bei der Gelegenheit gleich noch all die neueren Erkenntnisse zu den Bedürfnissen und der Feinheit des Pferdes? Warum gibt es überhaupt andere Themen, als genau das?
Ein verbindliches Konzept zu gründlicher reiterlicher Ausbildung, feiner Einwirkung, Zügelunabhängigkeit - und eines, um sicherzustellen, dass Richter eben dies hoch bewerten?
Es wäre so einfach. Wer Zügel-unabhängig mit seinem Pferd kommunizieren kann, wird niemals wieder oder überhaupt jemals so reiten, wie es heute immer noch so vielfach zu sehen ist.
Wenn man über PFERDEWOHL spricht, geht es nicht um die Unversehrtheit des Reiters oder darum, es diesem möglichst leicht zu machen. Es geht um seine gründliche Ausbildung und permanente Arbeit an sich selbst, nicht dem Pferd.
Wenn das belohnt würde, also: möglichst unsichtbare Hilfengebung ohne Hilfsmittel wie Sporen, sowie zufriedene, losgelassene Pferde ohne zugeschnürte Mäuler und scharfe Gebisse - dann würde sich die Frage nach einer "Social License" überhaupt nicht stellen. ©Julie v. Bismarck