03/09/2026
Ich habe Puls…. weil Angstverhalten ist kein Feld für „mal eben ein paar Tipps“.
Aus gegebenem Anlass möchte ich etwas loswerden, das mir wirklich wichtig ist:
Hundeerfahrung allein macht niemanden zum Verhaltensberater.
„Ich habe seit 30 Jahren Hunde“ klingt beeindruckend – sagt aber zunächst einmal überhaupt nichts darüber aus, wie diese Hunde gehalten, trainiert und begleitet wurden. Erfahrung ist nicht automatisch Fachwissen. Und schon gar nicht bedeutet sie, dass man komplexes Angst- oder Aggressionsverhalten fachgerecht einschätzen und verändern kann.
Gerade bei Angsthunden können gut gemeinte, aber fachlich falsche Ratschläge erheblichen Schaden anrichten. Druck, Konfrontation, „da muss er jetzt durch“, falsches Timing oder schlicht ein fehlendes Verständnis für die Ursache des Verhaltens können Angst und Unsicherheit massiv verstärken.
Und das geht manchmal erschreckend schnell.
Was mich deshalb immer wieder fassungslos macht: Menschen geben öffentlich konkrete Trainingstipps zu teilweise hochkomplexem Problemverhalten – ohne den Hund gesehen zu haben, ohne Anamnese, ohne die Situation wirklich zu kennen und ohne entsprechende fachliche Qualifikation.
Das ist nicht harmlos.
Denn hinter jedem „Tipp“ steht ein Mensch, der darauf vertraut. Und vor allem steht da ein Hund, der die Konsequenzen tragen muss.
💛 Angstverhalten verdient fachkundige Unterstützung.
Ein Hund sollte nicht einfach funktionieren lernen müssen. Er sollte die Möglichkeit bekommen, seine Umwelt besser zu verstehen, Sicherheit zu entwickeln und geeignete Strategien im Umgang mit seiner Angst und Unsicherheit zu erlernen.
Deshalb meine Bitte an alle Hundehalter:innen:
Wenn euer Hund Angstverhalten zeigt, holt euch Unterstützung bei einer qualifizierten Hundeverhaltensberaterin oder einem qualifizierten Hundeverhaltensberater, die/der sachgemäß, gewaltfrei und bedürfnisorientiert arbeitet.
Fragt nach Ausbildung, Qualifikationen und Arbeitsweise.
Und hinterfragt kritisch, wer euch da eigentlich gerade einen Rat gibt.
Denn: Hundetrainer ist kein Beruf, den man durch „viel Erfahrung mit Hunden“ automatisch beherrscht.
Genauso wenig wie man zum Bäcker geht, wenn man einen neuen Haarschnitt braucht. 😉
Und ja – ich gebe zu: Als Hundeverhaltensberaterin und -trainerin mit langjähriger Ausbildung und zahlreichen Qualifikationen im Bereich Hundetraining und Lernverhalten bringt mich dieses Thema manchmal wirklich auf die Palme.
Nicht, weil ich anderen ihre Meinung nicht gönne.
Sondern weil es um Lebewesen, Verantwortung und Lebensqualität geht.
Und jeder Hund verdient es, dass genau damit verantwortungsvoll umgegangen wird. ❤️🐾
TEILEN AUSDRÜCKLICH ERLAUBT!!!
… so, und jetzt geh ich erstmal atmen! 🧘🏻♀️