Klabauterköter

Anrufen Wegbeschreibung Website Service kontaktieren

Klabauterköter Training und Beratung für Menschen mit Hund
In Wolfenbüttel, Braunschweig, Salzgitter und Goslar

Durch die Gesamtverblödung bin ich plötzlich in die intellektuelle Ecke gedrängt wordenIch habe einen neuen Job angefang...
13/10/2026

Durch die Gesamtverblödung bin ich plötzlich in die intellektuelle Ecke gedrängt worden

Ich habe einen neuen Job angefangen, noch keine dauerhafte Bleibe gefunden und bewege mich aktuell in einer Gegend, die in den Herbstferien ungefähr so leer ist wie ein Ikea am Samstag. Don Ganove ist deshalb vorerst zwischengeparkt. Nicht, weil er plötzlich zum Problem geworden wäre, sondern weil ich noch keine ausreichend ruhigen Wege und ausreichend gut erzogene Hunde gefunden habe, um mit ihm spazieren zu gehen, ohne als Hauptattraktion in der Nordsee-Zeitung zu landen.

Die anderen drei sind unkomplizierter und inzwischen auch relativ belastbar, wenn irgendein freilaufender Labrador aus 400 Metern Entfernung beschließt, dass soziale Distanz ein bourgeoises Konzept ist und mit der Energie eines frisch geschüttelten Sekts in uns hineinrauscht.

Heute Morgen am Deich: schlechtes Wetter, wenig Betrieb. Ein älteres Paar kommt uns entgegen. Ich weiche auf die Wiese aus. Drei Hunde sitzen keine 50 Zentimeter von mir entfernt und warten, bis das Paar vorbei ist.

Rücksichtsvoller geht es kaum. Im Vorbeigehen trotzdem: „Drei Köter und nicht mal ne Leine dran“.

Ein nachvollziehbarer Kommentar an einem Ort ohne Leinenpflicht und mit kontrollierten Hunden, von welchen keine Belästigung oder Gefahr ausgeht. Vermutlich haben sie schlecht gerochen, aber das ist halt nunmal so. Kein Grund sich zu ärgern, aber der Kommentar musste raus. Eine Art Facebookisierung des Alltags. Früher dachte man vielleicht: „Aha, drei Hunde.“ Heute ist der innere Kommentarbereich offenbar dauerhaft geöffnet. Gefällt mir nicht, würde ich anders machen, meine Schwägerin hat auch einen Dackel sie sind unberechenbar und drei Hunde sind sowieso zu viele. Es reicht nicht mehr, eine Situation wahrzunehmen. Man muss sie bewerten. Sofort und ungefragt. Mit maximaler Gewissheit bei minimaler Kenntnislage.

Ich hatte meine Hunde enger bei mir als manche Leute ihre Gedanken- vielleicht war genau das verdächtig. Drei Hunde, die ruhig neben einem sitzen? Da muss dringend ein Jürgen einschreiten.

"Nein, Jürgen. Deine Meinung interessiert mich nicht. Du Vogel."

Vielen Dank für das Foto Wieselblitz

Hier die nächsten Termine fürs Mantrailing mit Nina und Chris! Geeignet für alle Interessierten- „Ich möchte mal ausprob...
07/10/2026

Hier die nächsten Termine fürs Mantrailing mit Nina und Chris! Geeignet für alle Interessierten- „Ich möchte mal ausprobieren ob das was für mich ist“ oder „Ich bin Vollprofi“ und alles dazwischen ist möglich. Nina und Chris holen euch da ab wo ihr steht 😎 Solltet ihr Fragen haben könnt ihr euch natürlich gern melden.

6.11. um 18:00 Uhr in Hildesheim
13.11. um 18:00 Uhr in Salzgitter
17.11. um 19:00 Uhr in Hildesheim
25.11. um 18:00 Uhr in Salzgitter

Wir freuen uns auf euch!

Mo und Bärbelchen kamen vor 5 Jahren ins britische Fernsehen und machen sogar eine gute Figur- Fressen ist halt ne Kernk...
05/10/2026

Mo und Bärbelchen kamen vor 5 Jahren ins britische Fernsehen und machen sogar eine gute Figur- Fressen ist halt ne Kernkompetenz bei uns ☝🏻

Bärbel, Phänomen wie immer, hat die eigentliche Aufgabe, nämlich zugeworfenes Futter zu fangen, meisterlich verweigert. Futter kam geflogen, prallte an ihrem Kopf ab und bekam einen mitleidigen Blick ihrerseits. Ich hatte das zwar mit ihr geübt und sie konnte und wusste was zu tun ist,
im Moment der Aufnahme wollte sie dann aber nicht. Zu unser aller Überraschung kam sie trotzdem ins Video- Bärbel halt.

Das Ergebnis der letzten trainerischen Bemühungen um meine eigenen Hunde findet ihr hier

Playtime? Snack time? Every time’s a good time with Good Boy! Discover treats , toys & care made with love for every wagging tail.

Am Samstag findet im Eddi Park eine Fortbildung für Hundetrainer*innen statt. An diesem Tag gibt es drei Dogwatching Ter...
29/09/2026

Am Samstag findet im Eddi Park eine Fortbildung für Hundetrainer*innen statt. An diesem Tag gibt es drei Dogwatching Termine und auch Hunde die noch nie dabei waren sind herzlich willkommen ☺️

Meldet euch gern wenn ihr Interesse habt!

Los ging’s im schönsten Abendlicht, durch den Wald, durch die Felder und vorbei am Kloster und einer Windmühle ging es ü...
24/09/2026

Los ging’s im schönsten Abendlicht, durch den Wald, durch die Felder und vorbei am Kloster und einer Windmühle ging es über das Wildgatter zurück zu den Autos. Die letzte Steigung war ganz schön knackig, sorry Ladys!

Memo an mich selbst: 7 km in zwei Stunden sind gut machbar, aber um 18:00 Uhr sollten alle eine Lichtquelle dabei haben 😅

🐾 Nase an, Alltag aus – beim Mantrailing zählt nur die Spur! 🐾Mantrailing ist mehr als einfach nur „Nase benutzen“: Euer...
23/09/2026

🐾 Nase an, Alltag aus – beim Mantrailing zählt nur die Spur! 🐾

Mantrailing ist mehr als einfach nur „Nase benutzen“: Euer Hund darf seine beeindruckende Spürnase einsetzen, selbstständig Lösungen finden und dabei jede Menge Erfolgserlebnisse sammeln. Und das Beste: Vorkenntnisse braucht ihr nicht! 🐶👃

Egal, ob ihr gerade erst startet oder schon echte Trail-Erfahrung habt – Nina & Chris von Scentsation_dogs holen euch genau dort ab, wo ihr gerade steht, und begleiten euch individuell.

Das erwartet euch:

🐾 Sinnvolle Auslastung für Körper, Kopf und vor allem die Hundenase
🐾 Gemeinsam statt nebeneinander: stärkt eure Kommunikation und Bindung
🐾 Individuelles Training – passend zu eurem Team und eurem Trainingsstand
🐾 Für alle Hunde geeignet – vom Anfänger bis zum erfahrenen Trailer
🐾 Auch besondere Charaktere sind willkommen – z. B. Leinenpöbler, unsichere oder ängstliche Hunde
🐾 Kein Hundekontakt nötig: Die Teams arbeiten nacheinander
🐾 Ganz ohne Leistungsdruck: Im Mittelpunkt stehen Spaß, Vertrauen und gemeinsame Erfolgserlebnisse
🐾 Und ganz nebenbei: Ihr lernt euren Hund noch einmal von einer völlig neuen Seite kennen. ❤️
⏱️ Eine Einheit dauert ca. 2 Stunden.

Die Hunde arbeiten nacheinander, sodass auch Vierbeiner, die nicht mit jedem Hund „Best Friends“ sein möchten, entspannt teilnehmen können. 😉

Also: Leine dran, Nase frei und los geht’s! 👃🐾
Wenn ihr Lust auf eine spannende gemeinsame Beschäftigung habt oder Fragen zum Training habt, meldet euch gern bei uns!

"Eigentlich würde ich ja gern Kultur gucken. Aber der Hund benimmt sich ja immer scheiße"Heute haben wir es trotzdem ver...
19/09/2026

"Eigentlich würde ich ja gern Kultur gucken. Aber der Hund benimmt sich ja immer scheiße"

Heute haben wir es trotzdem versucht. 10 Kilometer in knapp 3 Stunden auf dem Laves-Kulturpfad. Glashaus, Teetempel und dann steht da halt einfach eine Pyramide im Wald. Wie man das eben so kennt.

Praktisch sah das Kulturprogramm ungefähr so aus: Hund sortieren. Kultur gucken. „Lass das.“ Weitergehen. Tempel ansehen. Hund wieder einsammeln. Noch ein bisschen Kultur. Und irgendwann: Pyramide.

Die Hunde haben sich dabei erstaunlich gut benommen. Niemand hat den Kulturbetrieb nachhaltig gestört, niemand den Tempel übernommen und auch die Pyramide blieb unangetastet.

Für unsere Verhältnisse also fast Bildungsurlaub.

Nebenbei bekam Sandra auf dem Social Walk die Nachricht, dass sie gerade Oma wird. Seitdem fiebert die ganze Gruppe mit.

Und dann bekam ich auch noch ein Geschenk mit den Worten: „Weil du unser Leben so verbessert hast."

Also kurz gefreut. Weitergelaufen.

10 Kilometer. 3 Stunden. Glashaus.
Teetempel. Pyramide im Wald.
Hunde benommen. Sandra fast Oma.

War schön mit euch!

Es gibt Hundetrainer, die morgens offenbar schon Yoga mit Hund gemacht haben, bevor andere Menschen überhaupt wissen, we...
16/09/2026

Es gibt Hundetrainer, die morgens offenbar schon Yoga mit Hund gemacht haben, bevor andere Menschen überhaupt wissen, welcher Wochentag ist.

Achtsam natürlich.

Danach wird der Hund mit einer Bambusbürste verwöhnt, anschließend geht es drei Stunden durch den Wald. Ohne Stress. Ohne Ziehen. Ohne Pöbeln. Ohne einen einzigen unpädagogischen Gedanken. Danach gibt es Wildfleisch aus glücklicher Herkunft, Chiasamen, Kräuter und vermutlich noch einen Klecks emotionale Verfügbarkeit oben drauf.

Alles perfekt. Vor allem perfekt ausgeleuchtet.

Ich dagegen wache morgens auf und hoffe kurz, dass der Zettel an meinem Zeh nur die Waschanleitung der Bettwäsche ist, die ich vermutlich wieder falsch herum bezogen habe. Vor dem Bett stehen die Hunde und freuen sich, dass ich Lebenszeichen von mir gebe. Vermutlich hatten auch sie kurz überlegt, ob ich tot bin.

Patti hingegen ist sich völlig sicher, dass heute der beste Tag ihres Lebens wird. Genau wie gestern. Und vorgestern. Und an jedem einzelnen Tag seit ihrer Geburt.

Ich schlurfe zur Kaffeemaschine.

Der Dackel dreht sich im Bett noch einmal um.

Seamus verschwindet vorsichtshalber in seiner Kiste. Der Superschurke weiß: Morgens ist der Draht dünn. Schurkereien werden vor dem ersten Kaffee nicht differenziert betrachtet, sondern drakonisch geahndet.

Auf dem Weg zur Kaffeemaschine fällt mein Blick auf den Kalender. Termin. Vergessen. Jetzt aber fix. Kaffee runter, Dusche.

Der Dackel ist inzwischen aufgestanden und räumt meine sauberen Klamotten aus dem Badezimmer welche ich zum Zwecke des Tragens vor der Dusche platziert hatte.

Patti hält unbeirrt daran fest, dass dieser Tag spektakulär wird. Bärbel grüßt aus sicherer Entfernung.

Beim Gassi merke ich, dass ich Leinen vergessen habe. Es regnet. Ich versuche trotzdem, achtsam zu sein. Ganz im Moment. Ganz bei mir. Ganz beim Hund.

Bis mir auffällt, dass ein Hund fehlt. Der Dackel ist wegen des Wetters schon mal zurück zum Auto gegangen. Kann man ihm nicht übel nehmen. Wer läuft schon freiwillig auf Lego?

Den Termin schaffe ich trotzdem pünktlich.

Die Hunde sind voller Matsch, weil sie jede Pfütze persönlich auf ihre Eignung als Ganzkörperbad geprüft haben. Anschließend gibt es Trockenfutter. Kein Wild. Keine Kräuter. Keine Chiasamen. Keinen Sonnenaufgang und auch keinen Sonnenuntergang. Trockenfutter. Aus dem Sack.

So wird das natürlich nichts mit der Karriere als Hunde-Influencerin.

Wobei ich mich da gar nicht so bequem rausnehmen kann. Ich bin Hundetrainerin. Ich bin also Teil dieses Spiels. Ich verkaufe Training. Ich zeige Hunde. Ich zeige Situationen, Entwicklungen, Lösungen. Und natürlich ist auch das immer eine Auswahl. Niemand sieht den ganzen Tag. Niemand sieht jeden genervten Moment, jede schlechte Entscheidung, jedes Training, das nicht funktioniert, jeden Hund, bei dem ich denke: „Ach komm. Echt jetzt?“

Und bevor ich Hundetrainerin war, war ich selbst genau die ambitionierte Hundehalterin, die anderen hinterhergeschaut hat. Die gesehen hat, was deren Hunde konnten. Wie ruhig sie wirkten. Wie sauber sie liefen. Wie souverän diese Menschen aussahen.

Und die dachte: Da muss ich hin. So muss das aussehen. So muss man das machen.

Ich habe Menschen nachgeeifert, deren Ausschnitt ich gesehen habe, und meinen kompletten Alltag damit verglichen. Was im Rückblick natürlich ziemlich unfair war. Vor allem mir selbst gegenüber.

Vielleicht macht mich genau das heute so empfindlich für diese Hochglanzwelt. Denn auf Social Media wird nicht einfach nur gezeigt, wie schön das Leben mit Hund sein kann. Es wird sehr häufig gezeigt, wie schön es bei DIR offenbar nicht ist.

Das ist ein kleiner, aber wirtschaftlich ausgesprochen brauchbarer Unterschied.

Mein Hund ist entspannt. Deiner hat Themen.

Mein Hund läuft frei. Deiner braucht Management.

Mein Hund kommuniziert fein. Deiner pöbelt.

Ich bin ruhig, klar, liebevoll und konsequent. Du bist vermutlich inkonsequent, gestresst und hast irgendwie die Beziehung kaputtgemacht.

Aber keine Sorge.

Dafür gibt es ja Kurse.

Und Coachings.

Und Webinare.

Und Workshops.

Und selbstverständlich Zubehör.

Seamus zum Beispiel besitzt einen Maulkorb.

Der ist abgestoßen.

Nicht „Vintage“.

Nicht „Used Look“.

Nicht „handveredelt“.

Abgestoßen.

Weil er ihn tatsächlich benutzt.

Der Influencerhund besitzt dagegen vermutlich ein handgefertigtes Modell in Salbeigrün mit Messingbeschlägen, individueller Namensprägung und farblich abgestimmter Leine.

Und irgendwo darunter steht dann zuverlässig:

„Weil so viele von euch gefragt haben …“

Nein.

Haben wir nicht.

Aber jetzt wissen wir zumindest, dass unser Maulkorb offenbar nicht nur funktional, sondern auch optisch ein persönliches Versagen ist.

Und genau so läuft es.

Erst zeigst du ein Ideal.

Dann entsteht die Distanz zwischen diesem Ideal und dem Alltag anderer.

Und dann verkaufst du ihnen die Lösung.

Zum Glück sogar mit zehn Prozent Rabatt.

Mit dem Code **ACHtsam10**.

Und bevor jetzt der Eindruck entsteht, ich würde mit dem Finger nur auf andere zeigen:

Auch ich verdiene mein Geld damit, Menschen bei Problemen mit ihren Hunden zu helfen.

Natürlich tue ich das.

Das Problem ist nicht, Training zu verkaufen.

Das Problem beginnt dort, wo man Menschen erst das Gefühl geben muss, unzulänglich zu sein, damit sie es kaufen.

Denn ein zufriedener Hundehalter ist als Kunde ausgesprochen lästig.

Der braucht nämlich nicht ständig etwas.

Viel praktischer ist der Hundehalter, der sich fragt, ob sein Hund wirklich genug ausgelastet ist.

Ob Trockenfutter vielleicht doch lieblos ist.

Ob seine Leine professionell genug aussieht.

Ob sein Hund genügend Bindung hat.

Ob er zu wenig trainiert.

Zu viel trainiert.

Falsch trainiert.

Nicht achtsam genug trainiert.

Ob der Hund wirklich glücklich ist.

Oder ob man womöglich versehentlich seit acht Jahren alles falsch macht.

Perfektion verkauft.

Aber Unsicherheit verkauft besser.

Und Scham ist dabei ein erstaunlich wirksamer Verstärker.

Denn wer denkt:

„Mein Hund ist schwierig“

sucht vielleicht Unterstützung.

Wer denkt:

„Ich bin offenbar nicht gut genug für meinen Hund“

sucht Erlösung.

Und die lässt sich hervorragend paketieren.

Im Webinar.

Im Coaching.

Im Onlinekurs.

Im Bundle.

Mit kostenlosem Versand.

Und natürlich mit **ACHtsam10**.

Genau deshalb finde ich die dauerperfekte Hundewelt inzwischen nicht nur albern.

Ich finde sie manchmal ziemlich unehrlich.

Und ich sage „inzwischen“ ganz bewusst.

Denn ich habe lange genug selbst geglaubt, da draußen gäbe es Menschen, bei denen es wirklich immer so aussieht.

Heute weiß ich:

Hunde sind nicht permanent ausgeglichen.

Menschen sind nicht permanent geduldig.

Training funktioniert nicht immer.

Beziehungen sind nicht ständig harmonisch.

Auch Hundetrainer haben Hunde, die pöbeln.

Hunde, die nicht hören.

Hunde, die nerven.

Hunde, die Dinge können, die sie eigentlich nicht tun sollten.

Man vergisst Leinen.

Man wird genervt.

Man hat keine Lust.

Der Rückruf ist plötzlich eine unverbindliche Meinungsäußerung.

Und manchmal trägt der Hund eben einen Maulkorb, der aussieht, als hätte er schon einen Balkankrieg überlebt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass da jemand versagt hat.

Es bedeutet eventuell einfach nur:

Da lebt jemand tatsächlich mit Hunden.

Meine Hunde sind jedenfalls nicht perfekt.

Ich übrigens auch nicht.

Und ich will auch gar nicht mehr so tun, als wäre das Voraussetzung dafür, fachlich etwas zu können.

Sie sind laut, matschig, eigenwillig und gelegentlich ausgesprochen ungezogen.

Und ich werde vermutlich niemals morgens um sechs im Leinenoutfit aus Naturfasern mit ihnen im Sonnenaufgang meditieren.

Aber Patti ist immer noch überzeugt, dass heute der beste Tag ihres Lebens ist.

Der Dackel wird beim nächsten Regen wieder versuchen, den Spaziergang eigenmächtig zu beenden.

Und Seamus trägt weiterhin seinen hässlichen, abgestoßenen Maulkorb.

Ganz ohne Blingbling.

Ganz ohne Kooperation.

Und ganz ohne Rabattcode **ACHtsam10**.

Scheint ihnen erstaunlicherweise trotzdem ganz gut zu gehen.

„Sei niemals so streng wie in den ersten Wochen, nachdem ein Tierschutzhund eingezogen ist.“Meine Worte. Nicht unbedingt...
15/09/2026

„Sei niemals so streng wie in den ersten Wochen, nachdem ein Tierschutzhund eingezogen ist.“

Meine Worte. Nicht unbedingt mein Handeln.

Als Rudi bei uns einzog, war er ein schüchternes, zitterndes Bündel Haut und Knochen. Wir nannten ihn liebevoll die lange Rippe, den halben Hahn oder den zitternden Knochensack. Er kannte scheinbar nicht besonders viel von der Welt, war vorsichtig, zurückhaltend und konnte sich kaum zwei Meter von mir entfernen.

Er saß viel auf meinem Schoß, beobachtete die anderen Hunde und brauchte ungefähr zwei Wochen, bis er sich langsam aus seiner sicheren Position herauswagte und begann, mit der Gruppe zu interagieren.

Und dann ging es erstaunlich schnell.

Heute marschiert Rudi mit der Gang durchs Dorf, meistens vorneweg, als hätte er persönlich die Straßenverkehrsordnung verfasst und sämtliche Gehwege gekauft.

Vor ein paar Tagen stand ich jedenfalls auf dem Hof und dachte nur:

„Heidewitzka, Herr Kapitän. Das hat er jetzt gerade nicht gemacht.“

Doch.

Rudi hatte gerade beschlossen, einem vorbeilaufenden Kooikerhondje sehr deutlich mitzuteilen, dass es sich bitte von seinem Gehweg verpissen soll, und schoss dafür lautstark Richtung Hoftor.

Der einst schüchterne Tierschutzhund ist also endgültig Geschichte.

Auch innerhalb unserer Hundegruppe hat Rudi inzwischen durchaus eigene Vorstellungen davon, wie das Zusammenleben zu funktionieren hat. Er ist manchmal aufdringlich, frech und hat vermutlich regelmäßig Glück, dass die anderen Hunde ihn nicht immer ganz ernst nehmen. Besuch findet er mittlerweile spannend – gelegentlich etwas zu spannend. Und wenn irgendwo Wild unterwegs ist, erinnert er sich zuverlässig daran, dass unter dem inzwischen gut gefütterten Dackel immer noch ein Jagdhund steckt.

Kurz gesagt: Mittlerweile ist tatsächlich Erziehungsarbeit nötig.
Und genau das finde ich wichtig.

Denn eine schwierige Vorgeschichte ist für mich ein Grund, einen Hund zunächst besonders aufmerksam und individuell zu begleiten. Sie ist aber kein Grund, ihm dauerhaft Erziehung vorzuenthalten.

Hunde brauchen Sicherheit und verlässliche Bindungspartner. Sie brauchen aber ebenso Orientierung und vorhersehbare Strukturen. Klare Regeln stehen einer guten Beziehung deshalb nicht entgegen – im Gegenteil: Für ein soziales Lebewesen kann es entlastend sein zu wissen, was erwartet wird und welche Grenzen gelten.

Dabei bedeutet Erziehung für mich ausdrücklich nicht, einen Hund möglichst streng zu behandeln oder ständig zu kontrollieren.

Es geht vielmehr darum, ihm Fähigkeiten mitzugeben, die ihm ermöglichen, in unserem gemeinsamen Alltag möglichst souverän zurechtzukommen.

Dazu gehören zum Beispiel Frustrationstoleranz und Impulskontrolle.

Ein Hund muss nicht jeden Impuls unmittelbar ausleben können. Er darf lernen, dass er nicht jedem Wildtier hinterhergeht, nicht jeden Besucher anspringt, nicht jedem Hund ungefragt auf die Pelle rückt und dass ein „Nein“ nicht automatisch eine persönliche Lebenskrise bedeutet.

Frustration entsteht nun einmal dann, wenn ein Bedürfnis oder ein Ziel gerade nicht erfüllt werden kann. Diese Situationen vollständig aus dem Leben eines Hundes entfernen zu wollen, hilft ihm langfristig nicht unbedingt. Vielmehr kann ein Hund lernen, solche Momente auszuhalten und angemessen damit umzugehen. Auch Impulskontrolle – also die Fähigkeit, einer spontanen Handlung nicht sofort nachzugeben – ist ein wichtiger Bestandteil emotionaler Selbstregulation.

Natürlich muss all das zum jeweiligen Hund passen.

Genetik, Persönlichkeit, bisherige Erfahrungen, aktueller Stress, Trainingsstand und Situation spielen eine Rolle. Ein Hund, der gerade erst angekommen ist und kaum etwas kennt, braucht etwas anderes als derselbe Hund ein Jahr später, wenn er selbstbewusst mit erhobener Rute durchs Dorf zieht.

Und genau darin liegt für mich ein wichtiger Punkt:

Unsere Erwartungen dürfen sich verändern, wenn sich der Hund verändert.

Dem Rudi der ersten Wochen hätte ich vieles nicht zugemutet, was ich heute selbstverständlich von ihm erwarte.

Damals war meine Aufgabe vor allem:

Du bist sicher. Ich passe auf dich auf. Du darfst dir die Welt in Ruhe anschauen. Aber auch zu diesem Zeitpunkt gab es bereits Regeln und Strukturen zu Orientierung, vielleicht aber nicht in dem Umfang wie es heute der Fall ist.

Heute gehört genauso dazu:

Nein, du gehst jetzt nicht jagen.

Nein, du musst dem anderen Hund nicht zum zwölften Mal ins Gesicht springen.

Und:

Nein, Rudi. Der öffentliche Gehweg gehört überraschenderweise nicht dir.

Das ist für mich kein Widerspruch.

Im Gegenteil.

Es wäre unfair, Rudi heute immer noch ausschließlich als den armen, schüchternen Tierschutzhund zu behandeln, der einmal bei uns eingezogen ist. Denn damit würde ich übersehen, welche Entwicklung er gemacht hat.

Er ist sicherer geworden.
Er hat Vertrauen aufgebaut.
Er hat gelernt, sich in einer Hundegruppe zu bewegen.
Er erkundet selbstständig seine Umwelt.
Er hat eigene Ideen und davon eine ganze Menge.

Manche davon sind hervorragend, andere beinhalten möglicherweise das unerlaubte Verlassen des vorgesehenen Spaziergangsradius zum Zwecke der freien Entfaltung oder dem spaßigen Hetzen von irgendwas.

Gute Erziehung soll einen Hund dabei nicht kleinmachen. Idealerweise ermöglicht sie ihm sogar mehr Freiheit. Ein Hund, der seine Impulse regulieren kann und gelernt hat, sich an Grenzen zu orientieren, kann häufig deutlich mehr Freiräume bekommen als ein Hund, der permanent gemanagt oder angesprochen werden muss. Genau darin liegt ein wichtiger Zusammenhang zwischen Erziehung, Impulskontrolle und tatsächlicher Freiheit im Alltag.

Deshalb finde ich den Satz „Der kommt aus dem Tierschutz“ zwar wichtig, um Verhalten einzuordnen.

Aber er sollte nicht zum lebenslangen Etikett werden.

Die Vergangenheit eines Hundes verdient Berücksichtigung.

Seine Gegenwart aber auch.

Und in Rudis Gegenwart lebt inzwischen kein zitternder Knochensack mehr.

Da lebt ein ziemlich selbstbewusster, bald dreijähriger Dackelrüde mit jagdlicher Ambition, großem Mitteilungsbedürfnis, einer gewissen Neigung zur Aufdringlichkeit und einem Selbstverständnis, das ungefähr drei Nummern größer ist als sein Körper.

Also eigentlich:

ein ziemlich normaler Dackel.

Trotzdem hatte Hundsein Beratung und Betreuung mit der Einschätzung kurz nach seinem Einzug recht, dass das ein ziemlich guter Typ ist. Für einen Dackel ist er sehr leichtführig und ein wirklich angenehmer Zeitgenosse.

Das bezaubernde Foto hat Elke Vogelsang von Wieselblitz gemacht, die bietet auch Privatshootings an- schaut mal auf ihrer Homepage vorbei

Adresse

Hauptstraße 12
Elbe
38274

Benachrichtigungen

Erfahren Sie als Erste/r von Neuigkeiten und Aktionen: Wir schicken Ihnen eine E-Mail, wenn Klabauterköter etwas veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird für keinen anderen Zweck verwendet, und Sie können sich jederzeit abmelden.

Service Kontaktieren

Nachricht an Klabauterköter senden:

Verknüpfungen

Teilen

Kategorie