03/09/2026
Abschied von unserem Mandrill-Männchen Napo 💔
Heute mussten wir Abschied von Napo nehmen. Unser 24-jähriges Mandrill-Männchen hatte sich in den vergangenen Monaten zunehmend zurückgezogen, fraß und bewegte sich immer weniger. Auch innerhalb seiner Gruppe veränderte sich seine Position: Teilweise wurde er nicht mehr als Chef anerkannt und von einzelnen Gruppenmitgliedern immer wieder attackiert. Dieses Verhalten ist nicht untypisch, wenn ein Tier seinen Aufgaben und Funktionen in der Gruppe nicht mehr voll nachkommen kann.
Eine gründliche Untersuchung in Narkose bestätigte unseren Verdacht auf altersbedingte Erkrankungen: Neben einem deutlichen Gewichtsverlust wurden ausgeprägte Veränderungen der Wirbelsäule und eine Hüftgelenksarthrose festgestellt. Diese Veränderungen sind nicht heil- oder umkehrbar und verursachten chronische Schmerzen sowie eine stark eingeschränkte Beweglichkeit. Auch mit Schmerzmitteln ließ sich seine Lebensqualität nicht mehr ausreichend verbessern.
Nach sorgfältiger Abwägung haben wir uns deshalb entschieden, Napo einzuschläfern und ihm weiteres Leiden zu ersparen.
Napo kam 2008 aus dem Allwetterzoo Münster zu uns nach Dresden. Er entwickelte sich hier zu einem stattlichen und gut etablierten Männchen, das über viele Jahre eine wichtige Rolle in seiner Gruppe einnahm. Besonders in Erinnerung bleiben wird uns sein freundliches und ruhiges Wesen. Auch mit den Jungtieren ging er stets geduldig um.
Insgesamt hatte Napo elf Nachkommen. Drei von ihnen – Aluna, Dajan und Hasani – leben weiterhin bei uns im Zoo Dresden. Auch die Muttertiere Ikela und Jamala gehören nach wie vor zur Gruppe. Seine anderen Nachkommen wurden im Rahmen des Zuchtprogramms an andere Zoos abgegeben.
Wie es mit unserer Mandrillgruppe weitergeht und ob ein neues Männchen dazukommen wird, ist derzeit noch offen. Dazu werden wir uns mit dem Koordinator des Mandrill-EAZA Ex situ-Programms (EEP) austauschen.
Napo hat unseren Zoo und seine Mandrillgruppe über viele Jahre geprägt. Der Abschied von ihm fällt uns sehr schwer.
Wir werden Napo vermissen und uns dankbar an ihn erinnern.
Foto: Uwe Gibkes