09/04/2026
Wann ist eine Reitweise, wann ist Beritt als pferdefreundlich und „gut“ einzuordnen?
Wann fühlt ein Pferd sich beim Reiten und überhaupt dauerhaft wohl?
Das ist für nicht so erfahrene Pferdemenschen mit am schwersten zu beurteilen .
Beritt, eine „Reitweise“ oder Unterricht sollte sich immer am langfristigen Wohlbefinden des Pferdes ausrichten.
Woran erkennt man das?
Dazu hat Martin Plewa einen hervorragenden Eröffnungsvortrag auf der Burgtagung gehalten.
Was mir selbst so zum Thema einfällt überschneidet sich natürlich teilweise mit seinen Ausführungen:
✅Das Pferd ist und bleibt dem Menschen freundlich zugewandt.
✅Es zeigt Bewegungsfreude, muss nicht ständig nach vorn gezwungen werden oder blockiert gar.
✅Es bewegt sich taktmäßig und locker flockig.
✅Es wird auch gelobt! Angemessen!!
✅Es wird beim Reiten nicht über scharfe Gebisse, scharfe Sporen oder Hilfszügel in eine Form gezwungen, sondern nimmt eine gefällige Form (zumindest nach einigen Wochen) fast von allein an.
✅Es ist kein Einsatz scharfer oder ständig schärfer werdender Hilfsmittel erforderlich.
✅Es darf sich in unterschiedlichen Haltungen bewegen, weder ausschließlich mit dem Kopf ganz oben, noch ausschließlich mit dem Kopf ganz (hinten) unten.
✅Es kaut zufrieden und nicht hektisch sperrend oder hat ein komplett trockenes Maul.
✅Es scheut nicht übermäßig und zunehmend und buckelt nicht. (sich mal zu erschrecken ist normal, es sind Lebewesen)
✅Es schaut zufrieden. Sowohl in der Box, als auch auf der Koppel, beim Reiten, nach dem Reiten und beim Putzen.
✅Es ist „gut gelaunt“.
✅Es schwitzt nicht übermäßig. (bei warmen Wetter ist das Schwitzen ein normaler wichtiger Vorgang zur Temperaturregulierung, schwitzt ein Pferd im Winter täglich stark oder ist im Sommer täglich klatschnass, dann stimmt oft etwas nicht.)
✅Es werden auch im Training in einer Trainingseinheit immer mal wieder kurze Pausen eingelegt. Mit hingegebenen oder zumindest am langen Zügel, immer mal wieder für eine halbe oder ganze Runde.
✅Es zeigt keine Schmerzreaktionen beim Berühren. Kein Schweifschlagen, kein Kopfschlagen.
✅Es zeigt keine Angst.
✅Es frisst gut.
✅Es schläft gut.
✅Es ist nicht zu dünn und nicht zu dick! Die Muskulatur entwickelt sich, es wird auch optisch „schöner“.
✅Es fühlt sich in der gewählten Haltungsform wohl! (es gibt leider tatsächlich immer noch Boxenhaltung für Warmblüter auf 3x3 m ! )
✅Es hat gesunde Hufe und Beine.
All diese Zeichen bedeuten: Das Pferd fühlt sich wohl!
Es ist unsere Pflicht als Pferdebesitzer und Reiter, genau darauf zu achten. Dass die Pferde sich langfristig mit uns auf dem Rücken und „in ihrer Freizeit“ auch wohlfühlen.
Ist etwas nicht in Ordnung oder entwickelt sich in die falsche Richtung, dann sprecht mit den Verantwortlichen darüber oder fragt jemanden, der erfahrener ist als ihr selbst und zieht bitte frühzeitig die Konsequenzen.
Nicht erst nach vielen Monaten oder gar Jahren, aber besser spät als nie.
🚨Aber nur IHR könnt für Euer Pferd entscheiden!
Ihr könnt Euch auch gern an mich wenden.
Das ist dann
im Sinne der Pferde 🐴
Eure Dagmar Ciolek