17/07/2026
🐱Radialislähmung ("Kusshand-Syndrom") bei der Katze
Eine Radialislähmung entsteht durch eine Schädigung des Nervus radialis, der die Streckmuskulatur von Ellbogen, Karpalgelenk und Zehen versorgt. Die Folge ist eine eingeschränkte oder aufgehobene Streckfunktion der betroffenen Gliedmaße.
🐾 Typische klinische Befunde:
• Überköten der Vorderpfote mit Aufsetzen auf dem Karpus oder der dorsalen Pfotenfläche ("Knuckling")
• Fehlende Streckung von Karpus und Zehen
• Je nach Lokalisation der Läsion auch verminderte Ellbogenstreckung
• Verminderte bis fehlende Sensibilität an der dorsolateralen Pfote und am Unterarm
• Muskelatrophie bei länger bestehender Denervierung
Zu den häufigsten Ursachen zählen Traumata, wie Verkehrsunfälle, Bissverletzungen, Frakturen oder Traktionsverletzungen des Plexus brachialis. Die Prognose richtet sich nach Art und Ausmaß der Nervenschädigung sowie nach dem Zeitpunkt des Therapiebeginns.
Die physiotherapeutische Behandlung verfolgt das Ziel, die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten, Muskelatrophien entgegenzuwirken und die Regeneration des Nervengewebes bestmöglich zu unterstützen.
Je nach Befund kommen unter anderem zum Einsatz:
✔️ Passive Bewegungsübungen (PROM)
✔️ Neuromuskuläre Stimulation und sensomotorisches Training
✔️ Gewichtsverlagerungs- und Koordinationsübungen
✔️ Muskelaufbau im Rahmen der funktionellen Rehabilitation
✔️ Physikalische Maßnahmen, z. B. Lasertherapie, sofern indiziert
Eine frühzeitige physiotherapeutische Begleitung kann den Heilungsverlauf positiv beeinflussen und Folgeschäden wie Kontrakturen oder sekundäre Fehlbelastungen reduzieren. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Tierphysiotherapie ist dabei entscheidend für den Therapieerfolg.